, 28.08.2017

Cannabispflanze

Cannabis wird für die Glücksspielbranche in Nevada zum Problem. (Bildquelle)

Die Nevada Gaming Commission berät aktuell über dem Umgang mit der Legalisierung von Cannabis im Bundesstaat. Infolge eines neuen Gesetzes, das den Cannabiskonsum für den „Freizeitgebrauch“ diesen Sommer erlaubte, stellt sich nun die Frage, welchen Einfluss dies auf die Casinos von Las Vegas hat. Zwar stärkt die Spielermetropole damit ihren Ruf als Partyhauptstadt der USA, doch technisch gesehen stellt der Kauf und Verkauf von Cannabis einen Verstoß gegen das übergeordnete Recht der Vereinigten Staaten dar. Zudem dürfen Drogen nicht in der Öffentlichkeit geschweige denn am Steuer konsumiert werden. Casinobetreiber und Glücksspielveranstalter fürchten nun um ihren Ruf. Zusätzlich besteht die Sorge, dass der Bundesgesetzgeber zur besseren Überwachung der Einhaltung der Gesetze auch ein Auge auf die Spielvorgänge in der Stadt richten könnte. Neben Nevada ist der private Cannnabiskonsum auch in Colorado, Oregon, Washington und Alaska erlaubt. 2014 sicherte sich Pokerprofi und neuestes Mitglied der Poker Hall of Fame, Phil Ivey, übrigens eine der 26 Lizenzen der Stadt Las Vegas für den Verkauf von medizinischem Marihuana.

 

Rufschädigung und Rechtsbruch

Für die Casinos in Las Vegas geht die Legalisierung von Cannabis nicht ohne Probleme einher. Zum einen sind Kauf, Verkauf und Konsum von Cannabis nach Bundesrecht immer noch illegal und stellen einen Gesetzesbruch dar. Durch Drogenverkauf- und Konsum in Las Vegas könnte so die ohnehin schon schwierige Reputation von Casinos weiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die Bundesbehörden auch eine strengere Gangart gegenüber Spielstätten an den Tag legen, sobald es gilt, die Einhaltung von Recht und Ordnung in einem Staat zu gewährleisten, der sich schon dem Cannabiskonsum gegenüber wohlwollend bis gleichgültig zeigt. So sind sich lizenzierte Unternehmen und Regulierungsverantwortliche einig, dass das Bundesrecht unbedingt eingehalten werden müsse. A. G. Burnett, der Vorsitzende des Nevada Gaming Control Board, erklärte gegenüber den Medien:

„Die Lizenznehmer auf dem Las Vegas Strip sind sehr proaktiv, wenn es darum geht, den offensichtlichen Konsum von Cannabis auf ihren Grundstücken zu verhindern. Raucht jemand dort Cannabis, so kann dies leichter erkannt werden, als bei einer essbaren Form der Droge. Daher kann ein solcher Fall auch schneller verfolgt und abgewickelt werden. Dennoch plagen die Lizenznehmer die gleichen Sorgen wie uns. Was die Einhaltung des Rechts der Vereinigten Staaten angeht, so verfolgen wir die gleiche Linie.“

Daher sind sowohl die Nevada Gaming Commission als auch das Nevada Gaming Control Board bestrebt, ihre Lizenznehmer nicht in Ungnade fallen zu lassen und in den laufenden Beratungen eine Lösung oder zumindest Klärung der Situation zu erreichen. Es wird erwartet, dass den Casinos ein Leitfaden an die Hand gegeben wird, wie in den verschiedenen Fällen von Drogenmissbrauch zu handeln ist. Weitere Fragen betreffen auch die Problematik, ob die Innenräume eines Casinos oder Hotelzimmers als „privat“ oder „öffentlich“ gelten. Schließlich handelt es sich bei den meisten Casinos um integrierte Resorts aus Hotel, Casino, Restaurants, Geschäften und weiteren Einrichtungen.

 

Update: Erste Entscheidungen sind bekannt

Mittlerweile sickerten bereits erste Informationen zum Ablauf der Gesprächsrunde vergangenen Donnerstag durch. So entschieden die Teilnehmer aus den Regulierungsbehörden einstimmig, dass Lizenznehmern davon abgeraten werden muss, Messen, Konferenzen oder andere Events im Zusammenhang mit der Bewerbung des Kaufs, Konsums oder Anbaus von Cannabis zu veranstalten. Des Weiteren sollten Casinos auch von Geschäftsbeziehungen zu Firmen absehen, die in irgendeiner Form mit der Droge handeln, die Vermietung von Geschäftsräumen miteingeschlossen. Auch sei die Gewährung oder der Empfang finanzieller Förderung für oder von Personen, Unternehmen oder Institutionen, die Cannabis verkaufen, anbauen oder vertreiben, in jedem Fall abzulehnen. Grundsätzlich gilt es, Geschäfte mit jedweder Partei, die auf irgendeine Weise mit Cannabis in Verbindung gebracht werden kann, unbedingt zu vermeiden. Die Gespräche sollen in den kommenden Monaten fortgesetzt werden, da nach wie vor viele offene Fragen bestehen.