Teddybear Albärt ist das EM 2024 Maskottchen und längst nicht das erste EM Tier. Welche kuriosen Maskottchen haben Sport und Events in aller Welt hervorgebracht?

EM 2024 – Die kuriosesten Maskottchen

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Die Fußball Europameisterschaft 2024 findet vom 14. Juni bis zum 14. Juli in Deutschland statt. Die UEFA Euro 2024 ist die 17. Austragung des Wettbewerbs mit Matches in Berlin, Köln, München, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Dortmund, Leipzig, Gelsenkirchen und Stuttgart. Das offizielle EM 2024 Maskottchen ist Albärt, ein knuffiger Teddybär.

Das Euro 2024 Maskottchen reiht sich damit in eine lange Tradition der tierischen Maskottchen zur Europameisterschaft ein. Wie schneidet das Euro 2024 Maskottchen im Vergleich ab? Wir blicken zurück und betrachten die kuriosesten Maskottchen, die den Sport und Events rund um die Welt begleiten.

Das ist Albärt: Das EM 2024 Maskottchen

Albärt ist das offizielle EM 2024 Maskottchen. Bei einer von der UEFA durchgeführten Abstimmung wählten Internetnutzer und Schulkinder, die am UEFA Schul-Fußball Programm teilnehmen, den Namen. Ins Finale schafften es ansonsten die Spitznamen Bärnardo, Bärnheart und Herzi von Bär, aber 32 Prozent der Teilnehmer entschieden sich für Albärt.

Der Teddybär Albärt soll Menschen in aller Welt für den Fußball und seine Werte begeistern und Kinder in Europa an den Sport heranführen. Das animierte Euro 2024 Maskottchen soll während des Turniers mit Freudentänzen und Fußballtricks für Stimmung sorgen.

„Als Vater weiß ich, wie wichtig es ist, die Vorstellungskraft von Kindern zu fördern. Wir hoffen, dass wir mit unserem Maskottchen einen lustigen und liebenswerten Charakter geschaffen haben, der Kindern Spaß am Fußballspielen vermittelt“, erklärte Phillip Lahm, der Turnierdirektor der EURO 2024.

Das Euro 2024 Maskottchen im Vergleich: Ein tierischer Blick in die Vergangenheit

Tierische Euro Maskottchen sind nicht neu. Die Tradition der Fußball-Maskottchen nahm 1966 mit World Cup Willie seinen Anfang. Die UEFA Europameisterschaft hat erst seit 1980 Maskottchen. Das Debüt gab damals Pinocchio, die aus der Kindergeschichte bekannte Holzspielzeugfigur.

Bei der Euro 1984 in Frankreich folgte Peno, benannt nach dem französischen Ausdruck für Elfmeter. Der Hahn mit den Nationalfarben Frankreichs brachte Les Bleus Glück, den sie holten im eigenen Land die Meisterschaft.

Berni war der Hase der EM 1988 in Deutschland, benannt nach der Stadt Bern – eine Erinnerung an das Fußball-Wunder von 1954.

Es folgte noch ein Langohr, denn die Euro 1992 in Schweden hatte ein Kaninchen als Maskottchen, das sich auch so nannte.

Die Engländer holten den Löwen vom Shirt und nannten das Euro 1996 Maskottchen Goaliath, ein Wortspiel aus Goal für Tor und Goliath für den Riesen. Der Löwe gab sich als Maskottchen aber eher niedlich.

Für die Euro 2000 in Niederlande und Belgien wurde Benelucky geschaffen, ein bunter Teufel und Wortspiel mit den Benelux-Staaten. Als Teufel stand das Maskottchen für die Roten Teufel der belgischen Nationalelf, während der Löwe, dem Benelucky ebenfalls ähnelte, das Symbol der niederländischen Auswahl ist.

Die kuriosesten Maskottchen rund um die Welt

Maskottchen geben Fans bei Sportveranstaltungen eine Figur, um sich mit ihrem Team und den Events zu identifizieren. Oft besteht ein Bezug zur jeweiligen Mannschaft, wenn diese beispielsweise bereits ein Tier im Namen oder Beinamen trägt, wie es bei US-amerikanischen Teams oft der Fall ist. Mit Tricks oder Tänzen heizen die Figuren vor und während der Partien ein oder treten als eine Art Pausenclown mit lustigen und Action geladenen Einlagen auf.

Die Gestaltung der Maskottchen trifft aber nicht immer den Geschmack der Fans. Sponsoring-Verträge, seltsame Bräuche oder zweifelhafte Entscheidungen haben immer wieder kuriose Maskottchen für Sport, Teams oder allgemein Orte und Veranstaltungen hervorgebracht. Wir stellen zehn Exemplare vor, die rund um die Welt entstanden sind.

Boiler Man (Fußball, England)

Der englische Championship Club West Bromwich Albion unterschrieb im Jahr 2018 einen Sponsoring-Vertrag mit Ideal, bekannt als Hersteller von Boilern. In der Folge prangte das Ideal-Logo fortan auf den Trikots des Teams, und ein neues Maskottchen war geboren: Boiler Man.

Boiler Man trug eine Mütze des Teams und war ansonsten einfach ein typischer, weißer Boiler in Kastenform, jedoch mit Armen und Beinen. Bei seinem ersten Auftritt zog Boiler Man den Spott der Fans beider Teams auf sich, als West Bromwich Albion gegen die Bolton Wanderers spielte.

Nichtsdestotrotz generierte Boiler Man eine Menge Kommentare und Posts in den sozialen Medien, sodass zumindest Ideal etwas von der Sponsoring-Partnerschaft hatte.

Lionel Nessi (Fußball, Schottland)

Die Übersicht der Euro Maskottchen hat bereits gezeigt: Wortspiele sind eine beliebte Methode, Maskottchen zu erschaffen. Das dachte sich auch Graham Rae, der Vereinsvorsitzende des schottischen Championship Teams Inverness Caledonian Thistle, denn wer hat bei Schottland nicht sofort Nessie im Sinn, das Monster von Loch Ness? In Kombination mit Leo Messi, einem der besten Fußballer aller Zeiten, ergibt das, na klar, Lionel Nessi.

Aus zwei Legenden wurde eine. Es kam aber noch besser, denn der Sponsor des Vereins, eine Biermarke, stellte dem grünen Knuddel-Monster im Barca-Trikot zwei Orangene Bierdosen zur Seite.

Graham Rae sagte über Lionel Nessi: „Ich war sofort angetan von der Idee. Nessie lebt schließlich nicht weit von hier und zieht jedes Jahr tausende Touristen aus aller Welt an. Im Fußball ist Lionel Messi einer der besten Spieler überhaupt. Messi reimt sich auf Nessie, woraus sich die fantastische Kombination von Lionel Nessi ergibt.“

Li & La (Fußball, Deutschland)

Die Vereinsfarben des VfL Osnabrück sind violett und weiß. Der Fußball Club spielt in den Farben, weil der zeitweise abgespaltene Club SC Rapid Osnabrück sich an Rapid Wien anlehnte und die Farben des Rivalen Austria Wien wähle.

Die beiden Maskottchen des VfL Osnabrück heißen Li und La und haben ihre Namen auf dem Hinterkopf tätowiert, um sie besser auseinander halten zu können. Li ist weiblich und hat einen runden, lila Kopf und wirkt damit wie eine Pflaume am Stiel. Li ist männlich und trägt eine Mütze. Ob die Fantasie-Figuren nun besonders einfallsreich oder einfallslos sind, bleibt dahingestellt.

Kingsley (Fußball, Schottland) und King Cake Baby (Basketball, USA)

Was ist das, ein böser Löwenzahn, Lisa Simpson in wütend, oder ein teufliches Pokémon? Nein, es ist nur Kingsley, das Maskottchen des schottischen Fußballvereins Partick Thistle. Bei Fans ist die Kreation des Künstlers David Shrigley aus Glasgow nicht gerade beliebt, der sich selbst als Liebhaber des Clubs ausgibt.

David Shrigley begegnete Mike Wilkins, Manager des Unternehmens Kingsford Capital. Der kalifornische Hedge Fund ist der Sponsor des Fußballvereins Partick Thistle und hat eine aufgehende Sonne als Logo. Shrigley durfte im Jahr 2015 das Logo neu gestalten, und in der Folge war das Maskottchen Kingsley geboren.

David Shrigley sagt über Kingsley: „Er repräsentiert die Angst, ein Fußballfan zu sein – und das versteht jeder, der Partick Thistle in den letzten Jahrzehnten unterstützt hat. Die Leute sagen: ‚Er ist schrecklich, er ist eine Schande für den guten Namen von Maskottchen.‘ Haben Maskottchen einen guten Namen? Gibt es eine Gewerkschaft? Wenn Sie im Internet suchen, wie ich es gestern getan habe, können Sie ein weitaus gruseligeres Maskottchen finden.“

Damit bezog sich der Künstler auf King Cake Baby, ein Maskottchen, das die New Orleans Pelicans im Jahr 2009 vorübergehend in der National Basketball League in den USA verwendeten. King Cake oder auch Three Kings Cake ist ein Dreikönigskuchen.

Der Münchner Dackel Waldi (Olympia 1972)

Waldi ist ein bunter Dackel und das erste Olympia Maskottchen. Im Jahr 1972 fanden die Olympischen Sommerspiele in München statt. Der Dackel galt in Bayern als beliebtes Tier, bekannt für Ausdauer, Hartnäckigkeit und Schnelligkeit. Der bunte Hund ist mit mehreren der olympischen Farben gestaltet.

Der Gestaltungsbeauftragte der Spiele, Otl Aicher, gilt als Erfinder des Waldi Maskottchens. Am 15. Dezember 1969 feierte das Organisationskomitees der Münchner Spiele eine Weihnachtsfeier. Die Anwesenden durften spielerisch Entwürfe anfertigen. Die Designerin Elena Winschermann arbeitete das Konzept später bis zu einer Plüschtierversion aus, die auch in den Verkauf kam.

 
 
 
 
 
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Pate stand „Cherie von Birkenhof“, ein echter Hund und ein Geschenk von Willi Daume, Präsident des Organisationskomitees, an Félix Lévitan, Präsident des Internationalen Sportpresseverbandes.

Für die Olympischen Sommerspiele in München im Jahr 1972 nahm die Marathonstrecke die Form des Maskottchens an. Der Kopf des Dackels zeige in Richtung Westen. Die Athleten starteten am Hals des Tieres und liefen gegen den Uhrzeigersinn.

Myaku-Myaku (Osaka Expo 2025, Japan)

Das mysteriöse Myaku-Myaku Maskottchen begleitet offiziell die Osaka Expo 2025. Im März 2022 entschied sich ein Komitee aus rund 1.900 Einreichungen ausgerechnet für dieses Wesen. Die Figur soll die Ausstellung bekannt machen. Der Schöpfer ist der Designer Yamashita Kouhei.

Die Figur Myaku-Myaku soll einer kleinen Quelle entsprungen sein und freundlich, albern und unbeholfen sein. Myaku-Myaku steht im Austausch mit allen Kreaturen und Dingen, kann verschiedene Gestalten annehmen und findet gerne Regenbogen nach einem Schauer.

Das Design mit seinen Formen und Farben vereint lebendige Zellen und Wasser. Das Wesen mit unbekannter Identität steht in ständigem Wandel, imitiert die Menschen und vergisst auch mal seine ursprüngliche Form, wenn es sich zu sehr verändert.

Myaku-Myaku sieht so aus, als ob das schon passiert sei. Das Wesen trägt eine Art Kette aus Augen um den Kopf und ein weiteres, einzelnes Auge auf dem Hinterteil. Myaku-Myaku ist niedlich und gruselig zugleich.

The Stanford Tree (Stanford University, USA)

Die Stanford Universität in Kalifornien in den USA hat eigentlich kein offizielles Maskottchen. Das Erkennungszeichen des Stanford Teams ist Kardinalrot, entsprechend dem Namen The Cardinals. Seit dem Jahr 1975 ist der Stanford Baum, the Stanford Tree, das Maskottchen der Stanford Band und eine Art inoffizielles Maskottchen der Universität.

Das Original-Kostüm wurde von Bandmitglied Christine Hutson erdacht. Die Universität befindet sich in Palo Alto in Kalifornien, und der Ort hat den Redwood Baum El Palo Alto als Wahrzeichen. Ein Redwood Baum findet sich auch im Stanford Siegel.

 
 
 
 
 
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Das Kostüm des Stanford Trees ändert sich jährlich und beinhaltet häufig bunte Blätter und ein Gesicht mit Comic-Augen und eine Grinsen. In den USA gilt das Maskottchen allgemein als eines der Seltsamsten, erfreut sich aber gleichzeitig eines großen Grades an Bekanntheit und Beliebtheit.

Gritty (Eishockey, Philadelphia, USA)

Gritty ist das offizielle Maskottchen der Philadelphia Flyers in der National Hockey League in den USA. Die Kreatur mit zotteligem, orangenem Fell und großen Kulleraugen misst zwei Meter zehn. Der Verein stellte Gritty im Jahr 2018 vor und das Maskottchen machte in der Folge von sich reden.

Die Hintergrundgeschichte ist, dass Gritty unter der Erde lebte, bis der Bau des Wells Fargo Center, des Heimstadions der Philadelphia Flyers, seine Ruhe störte. Gritty wird als lustig und furchteinflößend beschrieben und zumal auch als Geburt eines Drogentrips beschrieben.

Die Fans und die Öffentlichkeit schlossen Gritty aber schon bald ins Herz. Die Einwohner von Philadelphia gelten mitunter als ruppig, sodass der wenig knuddeliger Gefährte als passend zur Einstellung der Einwohner beschrieben wird. Die Stadtverwaltung hat Gritty im Jahr 2018 offiziell anerkannt und geehrt. Im Jahr 2019 wählte die NHL Players‘ Association Gritty zum Top Maskottchen der Liga.

Inzwischen haben auch Linksaktivisten Gritty als Symbol für sich gewonnen, da das ungepflegte Äußere und verrückte Verhalten des Monsters etwas Anarchisches hat. Im Internet bringen soziale Medien und Memes Gritty mit antikapitalistischen und antifaschistischen Themen in Verbindung.

Soft Kuriinu (Tokio, Japan)

Soft Kuriinu ist nichts anderes als ein großer Hundehaufen in pink. Das Maskottchen der Präfektur Tokio in Japan hat folgende Geschichte: Der treue Hund Hachiko wartete täglich auf seinen Besitzer an der Shibuya Station, auch nachdem dieser längst verstorben war. Soft Kuriinu soll die letzte Hinterlassenschaft des treuen Gefährten sein. Der Name ist ein Wortspiel: „Sofuto Kurimu“ bedeutet soviel wie Soft-Eis, während „Inu“ für Hund steht. In der Kombination wird Soft Kuriinu daraus.

Die Einwohner der Stadt nennen das Haufen-Maskottchen auch „Chuuken Unko“, was wiederum soviel wie „treuer Hundehaufen“ bedeutet. Soft Kuriinu hat die Aufgabe, die Straßen Tokios sauber zu halten und die Passanten ebenfalls dazu anzuhalten. Soft Kuriinu postiert sich in Shibuya mit einem Besen in der Hand, um die Straßen zu fegen. Allerdings muss der treue Haufen oft seine Arbeit unterbrechen, wenn Einheimische und Touristen ein Selfie mit Soft Kuriinu schießen wollen.

Last Week Tonight: John Oliver, Chiitan und Chiijohn

Last Week Tonight with John Oliver ist eine satirische US-amerikanische Late-Night TV-Show unter Moderation des britisch-amerikanischen Komikers John Oliver. Die Serie läuft seit 2014 auf dem Sender HBO und beschäftigt sich wöchentlich mit aktuellen News aus Politik und Gesellschaft, verarbeitet aber pro Sendung jeweils ein Thema im Detail mit einer oft aufwendigen Recherche.

Ein ständig wiederkehrendes Detail und ein Running Gag der Show ist der Einsatz von Maskottchen, um Dinge auf den Punkt zu bringen oder trotz ernster Inhalte für Lacher zu sorgen. Last Week Tonight hat in einem Jahrzehnt Maskottchen wie Jeff the Diseased Lung in a Cowboy Hat, NASA’s Horny Space Gecko, Hoots the NSA Owl oder Muppets im Gefängnis erschaffen.

Last Week Tonight greift auch Maskottchen aus aller Welt auf und berichtete im Jahr 2017 beispielsweise über die Verkehrs-Zebras in Bolivien, welche die Bevölkerung über die Verkehrsregeln informieren. Im Jahr 2018 entwickelte sich Chiitan in Japan zu einem der beliebtesten Maskottchen. Das Otter-Baby vertrat inoffiziell die Stadt Susaki, tauchte aber in einigen zweifelhaften Videos in den sozialen Medien auf.

John Oliver machte auf Chiitan aufmerksam und nannte die Videos „Kunst“. Der Komiker erschuf ein eigenes Maskottchen, Chiijohn, angelehnt an Chiitan. Chiijohn befreundete sich mit dem offiziellen Susaki Maskottchen, Shinjo-kun. Zwischen Chiitan und Chiijohn entstand in der Folge eine Art Fehde auf Social Media Kanälen.

Last Week Tonight wird vom Sender HBO mit einem üppigen Budget ausgestattet und leistet sich daher immer wieder Stunts, die Aufsehen erregen und nicht unbedingt etwas mit den Inhalt der Sendung zu tun haben. Der Moderator John Oliver macht sich dabei häufig über sich selbst lustig, wie es auch bei Chiijohn der Fall war: Chiijohn beschrieb er als „41-jähriges kurzsichtiges englisches Feen-Baby.“

Quellen:

  • https://de.uefa.com/euro2024/
  • https://www.theguardian.com/
  • https://davidshrigley.com/football/kingsley-mascot
  • https://olympics.com/de/olympic-games/munich-1972/mascot
  • https://www.expo2025.or.jp/
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Jakob Straub
Jakob Straub Casino Experte

Buchautor und Branchenexperte Jakob schreibt seit 5 Jahren für CasinoOnline.de

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