Bei der Spielsucht hört das Vergnügen auf

Kennen Sie das Gefühl, nun endlich mit dem Gewinnen "an der Reihe" zu sein? Und je häufiger Sie verlieren, desto näher wähnen Sie sich dem ganz großen Treffer? Dieser Gefühlscocktail aus Hoffnung, Aufregung und (trügerischer) Gewissheit, fast schon Macht, kann ganz wesentlich zum Reiz des Glückspiels beitragen. Dass mathematisch nachweisbar auf lange Sicht immer das Casino oder der Buchmacher gewinnen, wird dabei völlig ausgeblendet: Je knapper man einen Gewinn verpasst zu haben scheint, desto größer wird die Überzeugung, beim nächsten Mal werde er sich einstellen - was sich ja auch noch mit falsch verstandener Wahrscheinlichkeitsrechnung belegen lässt.

Wohl jeder, der sich schon einmal am Glücksspiel versucht und augenscheinlich einen Gewinn "knapp verpasst" hat, kennt den Impuls ihm nachzujagen und immer mehr Geld zu riskieren. Bei den meisten Menschen allerdings setzt irgendwann die Vernunft wieder ein und sie lernen, das Glücksspiel als das zu sehen, was es ist: im Optimalfall eine vergnügliche, vielleicht auch aufregende Freizeitbeschäftigung, die mit großen Versprechungen lockt, einem aber kein Recht darauf gibt. Es mag statistisch wahrscheinlich sein, dass ein Gewinn bald kommt, aber wer sagt denn, dass es ein großer wird? Oder dass es den trifft, der glaubt ein Recht darauf zu haben?

Wenn Sie immer seltener mit dem Spielen aufhören können und immer mehr Geld riskieren müssen, weil Ihnen eine Stimme in Ihrem Kopf einreden will, bald seien Sie mit dem Geldregen dran, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie ein ernsthaftes Problem entwickelt haben.

Klassische Symptome für problematisches Spielverhalten bis zur ausgewachsenen Spielsucht sind unter anderen:

  • immer höhere Einsätze, weil das aufregender ist,
  • der Glaube, nicht süchtig zu sein und alles unter Kontrolle zu haben,
  • wachsende finanzielle Schwierigkeiten, obwohl Sie ein regelmäßiges Einkommen haben,
  • das Spielen mit Geld, das für andere Dinge gedacht war, zum Beispiel als Anzahlung für eine größere Anschaffung,
  • das Leihen, sogar Erbetteln von Geld bei Verwadnten und Freunden, meistens unter einem erlogenen Vorwand wie unerwartet anstehende Ausgaben,
  • Diebstahl von Wertsachen oder Unterschlagungen, meistens im engeren Umfeld.

Immer leidet auch das Beziehungsleben, wenn zum Beispiel beim Zocken im Casino online Familie und Freunde mehr und mehr als Hindernisse betrachtet werden. Für Spielsucht symptomatische Reaktionen sind zum Beispiel gehäuft auftretende Reaktionen wie

  • Aggressivität, wenn Spielsüchtige auf ihr exzessives Spielverhalten angesprochen werden,
  • falsche Rationalisierungen, zum Beispiel, dass sie mehr einsetzen müssten, um Verluste auszugleichen,
  • Lügen, um das Ausmaß der Spielleidenschaft zu vertuschen,
  • unberechtigte Ansprüche und Vorwürfe gegenüber Menschen, die ihnen Ihrer Meinung nach helfen sollen, finanzielle Problem auszuräumen.

Krankheit Spielsucht

Spielsucht als pathologisches Glücksspielverhalten (zwanghaftes Spielen um Geld) wurde von der Weltgesundheitsorganisation 1992 offiziell als Krankheit anerkannt. In Deutschland ist übernehmen die Krankenkassen und Rentenversicherungen seit 2001 die Kosten von ambulanten Behandlungsmaßnahmen, Psychotherapie zum Beispiel, wie auch von stationärer Behandlung bis hin zur Rehabilitation. Voraussetzung ist die eindeutige Diagnose nach den Kriterien im ICD-10, der "Internationalen statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme". Dort heißt es in der einleitenden Definition der Spielsucht als Krankheit: „Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt".

Als Krankheit muss Spielsucht abgegrenzt werden von gewohnheitsmäßigem SPielen, also zum Beispiel vom Glücksspiel als häufig ausgeübtem Hobby, das keine finanziellen Schwierigkeiten mit sich bringt und auch ansonsten keine tiefgreifenden negativen Folgen hat. Die Übergänge zum krankhaften Spielzwang können natürlich fließend sein - manchmal bemerkt der Betreffende gar nicht, dass er schon längst dabei ist, in die SPielsucht abzugleiten.

Information und Hilfe beim Verdacht auf Spielsucht

Möglichkeiten, die eigene Position auf dem weiten Bogen zu bestimmen, der sich vom harmlosen gelegentlichen Spielvergnügen bis zur ernsthaften Erkrankung an pathologischem Spielzwang spannt, gibt es viele. Hier einige gute Adressen, vom Selbsttest im Internet über persönliche oder telefonische Beratungsangebote, Diskussionsgruppen und Selbsthilfeorganisationen bis hin zu Fachkliniken. Diese Websites sind vor allem für Betroffene in Deutschland gedacht, Sie finden hier aber auch Informationen über entsprechende Institutionen in Österreich und der Schweiz.

Merke: Wenn das Spielen Leid und Ängste verursacht, anstatt Spaß und spannendes Vergnügen zu bereiten, ist es Zeit, sich nach Beratung umzusehen. Alles für noch einen und noch einen Dreh am Glücksrad im Casino online zu riskieren, lohnt sich unter gar keinen Umständen.