Sonntag, 26. Juni 2022

Deutscher Automatenverband will Spielhallen wiedereröffnen und Infektionsschutz verstärken

Um die Chancen der derzeit geschlossenen Spielhallen auf eine baldige Wiedereröffnung zu steigern, hat der Spielhallen-Dachverband Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) die Einführung verschärfter Richtlinien für den Infektionsschutz vorgeschlagen.

Hygiene-Vorsichtsmaßnahmen

Am Montag wandte sich der DAW mit einem entsprechenden Maßnahmenpaket an die Öffentlichkeit. Das Paket enthält eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, mit denen in den Geschäften hohe Hygienestandards gewährleistet werden sollen.

Neben einer allgemeinen Gesichtsmasken-Empfehlung und der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln zähle dazu unter anderem die regelmäßige Reinigung der Geldspielgeräte nach den Maßgaben des RKI.

Nach Angaben der Automatenwirtschaft gibt es 9.000 lizenzierte Spielhallen in Deutschland, in denen 70.000 Menschen direkt und weitere 35.000 indirekt arbeiten. Statistiken zufolge verzeichnete die Branche 2018 Einnahmen in Höhe von 5,48 Mrd. Euro. Dem Verband zufolge würden davon jährlich rund 2,5 Mrd. Euro an den Staat überwiesen.

Nach Willen des DAW solle zudem das Service- und Spielangebot eingeschränkt werden, indem beispielsweise Darts, Billard und Flipper stillgelegt würden.

Spielhallen gut auf Mindestabstände vorbereitet

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker sieht die Branche generell gut gerüstet für die Umsetzung von Abstandsregeln. Grund dafür sei die in den Spielhallen schon lange geltende Begrenzung der Automaten, die automatisch für die Einhaltung der entsprechenden Maßgaben sorge.

In einer Erklärung betonte Stecker:

Gewerbliche Spielhallen haben unter dem Aspekt der Infektionsvorbeugung den entscheidenden Vorteil, dass bereits die gesetzlichen Bestimmungen für den Betrieb einer Spielhalle dem Prinzip des Social Distancing entsprechen.

Als Beispiel nannte er eine 150 m² große Spielhalle, in der maximal zwölf Automaten installiert werden dürften. Damit sei die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern unproblematisch durchzusetzen, so der DAW-Vorstand.

Auf diese Weise würden „Menschensammlungen“ vermieden, da sich in einer Spielhalle von dieser Größe zeitgleich nicht mehr als zwölf Kunden aufhielten. Zudem würden die vielfach integrierten Sichtblenden als zusätzlicher Trennschutz wirken und auf diese Weise ein Ansteckungsrisiko für Kunden und Angestellte minimieren.

Gleichzeitig sei eine Wiedereröffnung ein wichtiger Schritt, um die lizenzierten Spielhallen vor ihren illegalen, weiterhin in Hinterzimmern betriebenen Wettbewerbern sowie dem hierzulande ebenfalls nur unzureichend regulierten Online-Glücksspiel zu schützen.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Regierungschefs der Bundesländer der Auffassung des DAW-Vorstands anschließen werden.