, 27.04.2021

Beamte der spanischen Nationalpolizei haben in Alicante den Belgier Paul Halleux festgenommen, nach dem mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet worden war. Dem 64-Jährigen wird vorgeworfen, mit Sportwettenbetrug in Belgien, Frankreich und der Schweiz insgesamt 18 Mio. Euro ergaunert zu haben. Dies haben spanische und belgische Medien am Montag berichtet.

 

Acht Jahre lang in ganz Europa gesucht

 

Beamte von zwei Spezialeinheiten hätten in Spanien nach dem Mann gesucht, nach dem bereits seit mehr als acht Jahren in ganz Europa gefahndet worden sei. Er sei schließlich in der Provinz Alicante in dem Ort L’Alfàs del Pi gestellt worden, wo er sich mit gefälschten Dokumenten ausgewiesen habe.

 

In Belgien wurde Halleux gesucht, weil er zwischen 2008 und 2012 sowohl dort als auch in Frankreich und in der Schweiz rund 4.000 Menschen betrogen habe. Er soll ihnen versprochen haben, mit ihrem Geld, einer Gesamtsumme von 18 Mio. Euro, erfolgreich Sportwetten abzuschließen. Dies sei jedoch nie geschehen und statt ihre “Investitionen” gewinnbringend ausgezahlt zu bekommen, haben die Einzahler ihr Geld nicht wiedergesehen.

Medienberichten zufolge habe Halleux das Geld genutzt, um sich Autos, Goldbarren und Münzen zu kaufen. Seinen Verwandten habe er großzügige Geldgeschenke gemacht, sich selbst eine Haarimplantation finanziert. Bis zu fünfmal am Tag soll er 500-Euro-Scheine abgehoben und das Dolce Vita geführt haben.

Seine Betrugsmasche habe auf einem Schneeballsystem beruht, in das unter anderem auch seine Schwester verwickelt gewesen sei. Vermarktet hätten sie ihre vermeintlichen Investitionsmöglichkeiten über das Internet unter Firmennamen wie „Cashcash 21“ und „Magic Promo“.

Anlagebetrug und Sportwettenbetrug, dem ein Schneeballsystem zugrunde liegt, landet auch in Deutschland immer wieder vor Gericht. So verhandelte das Landgericht in Arnsberg im Jahr 2018 einen Fall, bei dem vier Personen insgesamt über 300 falsche Gewinnversprechen gemacht hatten. Ihre Opfer hatten für vermeintliche Sportwetten jeweils zwischen 100 und 20.000 Euro gezahlt.

Als der Betrug ans Licht kam, tauchte Halleux unter. In Abwesenheit wurde er daraufhin im belgischen Lüttich zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe und der Zahlung von 180.000 Euro sowie der Beschlagnahmung von 18 Mio. Euro verurteilt.

 

Nach seiner Verhaftung in Spanien sei er nun nach Madrid überstellt worden, wo ein Gericht die Auslieferung aufgrund des Europäischen Haftbefehls veranlassen werde.

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