, 02.08.2021

Der deutsche Sportwetten-Anbieter bet-at-home hat am Montag seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2021 veröffentlicht. Das seit 2009 zum französischen Glücksspielkonzern Betclic Everest SAS Group gehörende Unternehmen blickt auf schwierige sechs Monate zurück.

 

So stellt der Anbieter fest, dass der Brutto-Wett- und Gamingertrag in dem Zeitraum 56,8 Mio. Euro betragen habe. Damit falle dieser um 8,8 % geringer aus als der Vergleichswert des Vorjahres, als bet-at-home 62,3 Mio. Euro eingenommen habe.

 

Regulatorische Ursachen

Als Hauptgrund für das magere Ergebnis gibt bet-at-home die regulatorische Entwicklung im Kernmarkt Deutschland an. Obwohl der Buchmacher seit 2020 eine Sportwetten-Lizenz besitze, hätten sich ein “aufwändiger Registrierungsprozess sowie ein eingeschränktes Wettangebot” negativ auf die Aktivität der Kunden ausgewirkt.

 

Aus Unternehmenssicht dürfte die Regulierung das Geschäftsergebnis auch künftig belasten:

Wenngleich durch die Lizenzierung langfristige Rechtssicherheit im Kernmarkt Deutschland gewonnen werden konnte, wird die anstehende Umsetzung von produktübergreifenden monatlichen Einsatzlimits für die Segmente Online-Sportwetten und Online-Gaming in den kommenden Monaten voraussichtlich zu weiteren Umsatzeinbußen in Deutschland führen.

Als limitierende Faktoren nennt bet-at-home zudem das Verbot von Online-Angeboten bei Roulette und Blackjack. Dieses habe dazu geführt, dass das Geschäft auch im Online-Casino-Bereich hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei.

 

Darüber hinaus hat das Glücksspielunternehmen die mit dem Staatsvertrag eingeführten Einsatzlimits als Verursacher von Umsatzminderungen ausgemacht. Der Gesetzgeber hat diese seit dem 1. Juli 2020 auf 1.000 Euro im Monat festgelegt.

Der nun vermeldete Ertragsrückgang kommt für Anleger nicht überraschend. Bereits am 19. Juli hatte das Unternehmen eine revidierte Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht, der zufolge das EBITDA statt der zuvor prognostizierten 18 bis 22 Mio. Euro lediglich 8 bis 10 Mio. Euro betragen werde.

Allerdings zeigt der Bericht, dass die schwierige Geschäftslage nicht nur auf den deutschen Markt zurückzuführen ist. Ein weiteres Hemmnis sei die Bildung von Rückstellungen aufgrund von Kundenklagen in Österreich in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Zudem hätten gesetzlicher Änderungen in Polen für einen Wegfall des dortigen Geschäfts zum 1. Juni 2021 gesorgt.

 

Die genannten Schwierigkeiten und Ertragsrückgänge führten in den vergangenen Monaten bereits zu einem deutlichen Absacken des Börsenkurses. Lag dieser im April zeitweise bei 47 Euro, ist er mittlerweile auf unter 30 Euro gesunken.

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