, 24.04.2020

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in dieser Woche ihre aktuellen Zahlen zum Glücksspielverhalten in Deutschland veröffentlicht. Die Umfrage von 2019 zeige, dass der Anteil der Deutschen, die schon einmal am Glücksspiel teilgenommen haben, gegenüber 2017 nicht signifikant gesunken sei. Das problematische und pathologische Glücksspielverhalten dagegen befinde sich seit 2009 auf dem niedrigsten Stand.

 

Über 75 % der Deutschen haben schon einmal am Glücksspiel teilgenommen

 

Die für den Forschungsbericht 2019 der BZgA durchgeführten Umfragen hätten ergeben, dass 75,3 % der Deutschen zwischen 16 und 70 Jahren in ihrem Leben schon einmal am Glücksspiel teilgenommen haben. Dies entspreche im Vergleich zum Jahr 2007 einem Rückgang von 11,2 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 jedoch sei die Anzahl derjenigen, die schon einmal am Glücksspiel teilgenommen haben, nicht weiter gesunken.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führt ihre Befragung zum Glücksspielverhalten seit 2007 alle zwei Jahre durch, um die Beratungsnotwendigkeit und den Kenntnisstand der Bevölkerung zum Thema Glücksspiel und Glücksspielsucht zu erfassen und notwenige Aufklärungsmaßnahmen zu ermitteln.

Der Anteil der Männer sei mit 79,9 % deutlich höher als der der Frauen (70,7 %), die schon einmal am Glücksspiel teilgenommen haben. Besonders groß sei der Geschlechterunterschied mit 15 Prozentpunkten bei den 18- bis 20-Jährigen. Bei den 56- bis 70-Jährigen dagegen sei der Geschlechterunterschied nur noch gering vorhanden.

 

Am höchsten sei die Teilnahme am Glücksspiel bei den Lotterien. So gäben 68,4 Prozent der Befragten an, schon einmal an einer Lotterie teilgenommen zu haben. Mit deutlichem Abstand zeige sich die Beliebtheit der Casino- und Automatenspiele. Die Teilnahme an diesen habe bei 30 Prozent gelegen. Sportwetten seien von 6,6 Prozent der Befragten gespielt worden.

 

Pathologisches Glücksspielverhalten ist rückläufig

 

Die Untersuchung glücksspielassoziierter Probleme habe ergeben, dass der prozentuale Anteil der Spieler mit problematischem Glücksspielverhalten im Jahr 2019 bei 0,39 Prozent gelegen habe. Daher gehe man von einer Anzahl von 229.000 Spielern mit problematischem Spielverhalten aus. Die Anzahl der Glücksspielsüchtigen werde auf 200.000 geschätzt.

 

Somit bleibe das problematische und pathologische Glücksspiel in Deutschland auf signifikant niedrigem Niveau stabil und sei im Vergleich zu 2009 sogar gesunken. Hinsichtlich der Risikofaktoren für problematisches Glücksspielverhalten stellen die Studienautoren fest:

„…, dass das Ausmaß glücksspielassoziierter Probleme mit den personalen Merkmalsausprägungen männliches Geschlecht, Alter unter 25 Jahren, maximal Hauptschulabschluss, Erwerbslosigkeit und Migrationshintergrund korrespondiert.“

Als am gefährlichsten stufte der Forschungsbericht hierbei die Automaten- und Casinospiele ein. Sportwetten stellten nach Ansicht der Autoren ebenfalls ein erhöhtes Gefahrenrisiko dar.

 

Generell empfehle die BZgA eine fortlaufende Beobachtung des Glücksspielmarktes und eine umfassende Präventionsarbeit. Ein besonderes Augenmerk habe man zudem erstmals auf Fragen zur Spielersperre gelegt. Ergebnisse hierzu sollen demnächst in einer gesonderten Publikation veröffentlicht werden.