, September 11, 2019

In der Schweiz ist unter der Marke Casino 777 ein weiteres Online Casino an den Start gegangen. Das von dem landbasierten Casino Davos betriebene Angebot ist damit der vierte aktive Lizenznehmer der Schweiz.

 

Zum Start bietet das Casino 64 verschiedene Games, darunter viele Spielautomaten. Nach Angaben des Casinos soll das Sortiment nach und nach erweitert werden. Während klassische Casinospiele wie Roulette und Blackjack bereits verfügbar sind, müssen sich Pokerfaces gedulden. Das Kartenspiel kann nicht gespielt werden und der Betreiber gibt derzeit keine Auskunft, ob und wann sich dies ändern soll.

 

Zur Eröffnung äußerste sich Casinodirektor Kai Läpple:

Wir sind sehr stolz, dass wir heute als eines der vier ersten legalen Online Casinos im Schweizer Markt gestartet sind.

Auf ihrer Webseite vermelden die Betreiber zudem stolz, ab sofort “auf jeden Fall das neuste, höchste – viele sagen auch das schönste Online Casino der Schweiz!” zu betreiben.

 

Mit ihrem Schritt folgen die Casinobetreiber aus Davos dem Grand Casino Baden mit Jackpots.ch, dem Grand Casino Luzern mit seinem Angebot MyCasino.ch sowie dem Casino Pfäffikon Zürichsee, das sein Online Casino unter SwissCasinos.ch betreibt. Damit sind nun alle vier Glücksspielfirmen, die von den eidgenössischen Behörden eine Genehmigung zum Betrieb eines Online Casinos in der Schweiz erhalten hatten, online.

Im Juli 2019 hatte das Grand Casino Baden mit seinem Online Angebot den Anfang gemacht, nachdem die Schweizer Behörden den Betrieb ausländischer Online Casinos zu Beginn des Jahres untersagt hatten. Dem Verbot war eine Volksbefragung vorausgegangen, in der sich eine Mehrheit für den Ausschluss dieser Anbieter ausgesprochen hatte.

 

Als Folge wurde das seit dem 1. Januar 2019 geltende neue Geldspielgesetz (BGS) auf den Weg gebracht. Demzufolge können sich nur landbasierte Casinos mit Schweizer Firmensitz um eine Lizenz bewerben. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) erteilte im Juni 2019 vier Bewerbern die begehrten Lizenzen.

Zwei wichtige Gründe für das Volksbegehren, das zur Neuregelung des Online Glücksspiels in der Schweiz führte, waren ein besserer Schutz der Spieler sowie die Sicherung von Steuereinnahmen der Online Casinos. Die Anbieter hatten bis dahin keinerlei Abgaben in der Schweiz geleistet. Die vier Betreiber müssen nun ein sicheres Online Glücksspiel gewährleisten und sind darüber hinaus verpflichtet, einen Teil ihrer Gewinne an den Staat und für gemeinnützige Zwecke abzugeben.

 

Ein Teil des Casinos ist in ausländischer Hand

Allerdings ist das Casino aus Davos kein rein einheimischer Anbieter: Neben dem Mehrheitsaktionär, der Stadtcasino Baden AG, der 46 % an dem Unternehmen hält und der mit 10 % beteiligten Davoser Tourismusverwaltung gehören 44 % dem belgischen Unternehmen Ardent Group. Dieses hatte sich den Anteil in Erwartung der drohenden Zugangsbeschränkungen bereits 2018 gesichert.

 

Die Ardent Group, zu der unter anderem der IT-Dienstleister Gaming1 gehört, wird den technischen Betrieb der Marke Casino777.ch übernehmen. Da Ardent zudem über Partner die mit einer belgischen Lizenz ausgestattete Seite PokerStars.be betreibt, kursieren in der Branche Gerüchte, dass der Konzern auch das Online Pokerangebot des Davoser Casinos betreiben könnte. Beide Firmen nahmen dazu bislang keine Stellung.

 

Behörden gehen gegen internationale Online Casinos vor

Warnseite Schweiz Glücksspiel

Statt zum Casinoanbieter gelangen Besucher auf eine Warnseite (Bild: esbk.ch)

Die Betreiber erhielten von den Schweizer Behörden Exklusivität zugesichert. Um diese und das seit Januar geltende Verbot internationaler Internetangebote durchzusetzen, greifen die Kontrolleure auch zu rigiden Maßnahmen.

 

So wurden erst in der vergangenen Woche rund 100 ausländische Online Casinos und Anbieter von Sportwetten auf eine Sperrliste gesetzt und mit Netzsperren belegt. Seitdem sind deren Webseiten in der Schweiz nicht mehr erreichbar. Stattdessen leiten die Provider Besucher auf eine Warnseite um, auf der sie über das Verbot informiert werden.

 

Allerdings berichten Schweizer Medien, dass die Sperren noch nicht einwandfrei funktionieren. So sei es in den letzten Tagen diversen Online Casinos und Buchmachern gelungen, ihr mittlerweile illegales Angebot in der Schweiz online zugänglich zu machen. Zudem hatte die ESBK Presseberichten zufolge anfänglich Probleme beim Versand der erforderlichen Informationen an die Provider.

 

Unabhängig der Schwierigkeiten ist davon auszugehen, dass die Behörde ihre Bemühungen bei der Sicherstellung der Sperrmaßnahmen uneingeschränkt aufrechterhalten wird, um internationalen Glücksspielkonzernen den Zutritt zum Schweizer Markt zu verwehren. Die bisher vier lizensierten einheimischen Anbieter dürften die Anstrengungen mit Freude verfolgen.

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