Samstag, 03. Dezember 2022

Fach­kongress Glücks­spiel­sucht: Gesund­heits­minister fordert Unter­stützung für Angehörige

Klaus Holetschek Klaus Holetschek äußerte sich beim Fachkongress Glücksspielsucht (Bild: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)

Am Mittwoch fand in München der 12. Bayerische Fachkongress Glücksspielsucht statt. Unter dem Motto „Es wird bunt!“ wurden die Belastungen von Kindern aus Familien mit pathologischem Glücksspiel und weitere Aspekte in der Beratung und Behandlung von Personen mit pathologischem Glücksspiel thematisiert.

„Betroffenen Unterstützung bieten“

Nach einer Einführung durch Konrad Landgraf, Geschäftsführer des Fachkongress-Veranstalters Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG), wandte sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mit einem Grußwort an die Anwesenden. Dabei warnte er vor den von Spielsucht ausgehenden Gefahren:

Wir müssen Glücksspielsucht ernst nehmen und den Betroffenen Unterstützung bieten. Nach den bisherigen Zahlen gibt es in Bayern rund 32.000 Menschen mit pathologischem Glücksspielverhalten. Weitere 34.000 Menschen haben bereits ein problematisches Spielverhalten. Und wir müssen davon ausgehen, dass diese Zahlen in Zukunft noch zunehmen.

Bezogen auf ganz Deutschland liege dieser Wert sogar im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Diese Daten zeigten, wie wichtig die Prävention von Spielsucht und die Unterstützung der Betroffenen sei. Über die Gefahr des finanziellen Bankrotts hinaus riskierten Problemspieler erhebliche soziale Probleme. Dabei gehe es nicht nur um die Spieler selbst.

Auch Angehörige sind betroffen

Der Minister betonte, dass die Glücksspielsucht außer den Spielern auch deren Familien und Freunde betreffe. Insbesondere Kinder litten unter diesen Verhältnissen auf „emotionaler, psychischer und gesellschaftlicher Ebene“. Neben der Gefahr von Ausgrenzung und fehlender Geborgenheit bestehe bei ihnen ein erhöhtes Risiko, dass sie später selbst eine Suchterkrankung entwickelten.

Laut Holetschek sei es deshalb umso wichtiger, dass neben den Betroffenen auch deren Familienangehörigen die nötige Unterstützung erhielten. Hier leiste die LSG einen unverzichtbaren Beitrag.

Die LSG bildet in Bayern die zentrale Schnittstelle aller Organisationen und Personen, die sich in Bereichen der Prävention, Suchthilfe, -forschung und -beratung bei Spielsucht engagieren. Dabei nimmt sie neben den direkt Betroffenen auch deren Angehörige in den Fokus ihrer Aktivitäten. So bietet die LSG diverse Angebote für Kinder aus spielsuchtbelasteten Familien, wie beispielsweise die Webseite gamblerkid.com. Diese bietet über Informationen hinaus einen Online-Chat für betroffene Heranwachsende.

Abschließend zeigte sich der Gesundheitsminister optimistisch. Man sei auf einem guten Weg, aber noch sei viel zu tun. Dazu zähle definitiv die Fortführung der etablierten Beratungs- und Präventionsangebote sowie deren weiterer Ausbau.