, 29.09.2021

Frauen sind hinsichtlich der Charaktere in Videospielen deutlich unterrepräsentiert. Zu diesem Schluss kommt eine an diesem Montag veröffentlichte Studie, die das World Economic Forum zusammen mit Accenture erhoben hat. Während Frauen von Entwicklern damit nach wie vor benachteiligt werden, sind sie im Gaming ebenso wie beim Glücksspiel jedoch schon längst auf dem Vormarsch.

 

Wie die Studie mit dem Titel „Reflecting Society: The State of Diverse Representation in Media and Entertainment“ [Link auf Englisch] zeigt, ist die Anzahl der Gamerinnen in den vergangenen Jahren gestiegen. Habe der Frauenanteil beim Gaming in den USA im Jahr 2006 noch bei 38 % gelegen, sei er bis 2021 auf 45 % angewachsen.

 

Dennoch bestehe

… nach Ansicht der Frauen ein geschlechtsspezifisches Gefälle aufgrund des Einflusses traditioneller Geschlechtererwartungen, einer männerzentrierten Community, Gewalt und Aggression als Schwerpunkte der Videospiele und der geringeren Identifikation mit männlichen Avataren.

Obwohl es mittlerweile deutlich mehr weibliche Charaktere in Videospielen gebe, seien sie im Vergleich zu den männlichen Avataren unterrepräsentiert. So hätten nur 18 % der im Jahr 2020 gelaunchten Spiele weibliche Charaktere enthalten. Dies habe entscheidenden Einfluss auf die Spieler, denn fast die Hälfte der Gamer wähle keine Spiele, die ihrer Meinung nach nicht für sie gemacht seien.

 

Unterschiedlicher Zugang zu Glücks- und Geschicklichkeitsspielen

 

Während der Markt sich noch immer nicht an die Bedürfnisse der Spielerinnen angepasst hat, steigt jedoch das Interesse der Frauen am Gaming ebenso wie am Glücksspiel. Dementsprechend stellte sich das Männer-Magazin „Der neue Mann“ gestern der Frage, ob Frauen die geschickteren Gamer seien.

 

Redakteur Darko Djurin zufolge sei das Spielverhalten von Männern und Frauen schlichtweg unterschiedlich. Ein Beispiel hierfür sei die Pokerspielerin und Psychologin Maria Konnikova.

Maria Konnikova ist nicht nur professionelle Pokerspielerin, sondern auch Psychologin und Bestseller-Autorin. Sie wurde in Moskau geboren und wuchs in den USA auf. Im Jahr 2013 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, Mastermind, das schnell zum New York Times Bestseller avancierte.

Wie Konnikova dem Forbes-Magazin gegenüber erklärte, glaubten vornehmlich Männer oft, ihre Geschicklichkeit erlaube es ihnen, alle Situationen zu kontrollieren. Dies führe zu einem falschen Vertrauen. Beim Poker und bei anderen Spielen, bei denen es auf Geschicklichkeit ankommt, ermöglicht dies den Frauen, die Voreingenommenheit der Männer zu ihren Gunsten auszunutzen.

 

Unterschiede gebe es zudem hinsichtlich des problematischen Spielverhaltens. So sei Risikobereitschaft bei männlichen Glücksspielern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Wie unter anderem Studien des Psychologen Scott Scoltenberg zeigen, seien Männer dementsprechend auch spielsuchtgefährdeter.

 

Suchtberater warnen jedoch zunehmend, dass auch immer mehr Frauen von Glücksspielsucht und Videospielsucht betroffen seien. Grund hierfür könnte einerseits der steigende Anteil von Frauen sein, die am Glücksspiel oder am Gaming teilnehmen. Allerdings spiele, wie Experten für Glücksspielsucht betonen, auch die Tatsache, dass viele Frauen Online Slots spielen, eine Rolle in Bezug auf den Anstieg der Spielsucht bei Frauen.

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