, 19.07.2021

Sogenannte Glücksspiel-Streams auf Plattformen wie Twitch sorgen in Deutschland aktuell für viel Diskussion gesorgt. Bekannte Glücksspiel-Streamer wie Jens „Knossi“ Knossala und MontanaBlack sind insbesondere deshalb unter Druck geraten, weil die von ihnen präsentierten Online-Casinospiele in Deutschland illegal waren. Doch jetzt könnte sich das Blatt wenden.

 

Die beiden in der Presse vielfach als „umstritten“ betitelten Streamer hatten ihre Aktivitäten vor einigen Monaten eingestellt. Nun könnten sie sich dem Thema Glücksspiel in ihren jedoch Streams wieder zuwenden. Der seit Anfang Juli geltende Glücksspielstaatsvertrag 2021 erlaubt dies zumindest.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag nennt den Bereich „Streaming“ zwar nicht explizit, aber die typischen Inhalte der Glücksspiel-Streamer lassen sich dem Bereich der Werbung unterordnen. In Bezug auf Glücksspiel-Werbung sagt der GlüStV, dass nur legale Online-Casinos und Sportwetten-Angebote beworben werden dürfen. Die Werbung muss zudem „maßvoll“ sein und darf das Glücksspiel beispielsweise nicht als eine Möglichkeit des Geldverdienens oder als Lösung finanzieller Probleme darstellen.

Wollten sich Knossi und MontanaBlack künftig jedoch penibel an die neue Gesetzeslage halten, dürften ihre Glücksspiel-Streams deutlich anders aussehen als noch im letzten Jahr. So beklagte Knossi im Oktober letzten Jahres, dass die im neuen Staatsvertrag vorgesehenen Restriktionen für Online-Slots seinen Streams praktisch die gesamte Unterhaltung nehmen würden.

 

So müsse er beispielsweise nach 30 Minuten Spiel die verpflichtende Fünf-Minuten-Pause einlegen. Auch die sonst in seinen Videos gern verwendete Auto-Play-Funktion könne auf legalen Glücksspiel-Seiten nicht aktiviert werden. Zudem könnten seine bekannten Freudenausbrüche bei Casino-Gewinnen mit den Werbe-Restriktionen unvereinbar sein.

 

Fast drei Wochen nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages hat Knossi in seinen Videos dem Glücksspiel bisher keinerlei Beachtung geschenkt. Ob er sich dem Thema wieder annähern wird, bleibt fraglich.

 

MontanaBlack der Branche nach wie vor zugeneigt

Anders könnte dies bei seinem Konkurrenten MontanaBlack (bürgerlich: Marcel Thomas Andreas Eris) aussehen. Der 33-Jährige tönte noch im April dieses Jahres, er könnte längst Millionär sein, hätte er Werbeverträge mit in Deutschland nicht lizenzierten Online-Casinos angenommen.

 

Aus diesem Grund sprach er auch davon, nach Malta auswandern zu wollen, wo er „in einem halben Jahr das mit Casinos“ verdienen würde, was er sonst „in fünf Jahren so mit YouTube“ einnehme. Moralisch finde er seine Glücksspiel-Streams keinesfalls verwerflich.

Ob ihr Casinos mögt oder nicht, das ist eure Sache, aber ich war schon immer ein Spieler.

Das von Knossi mehrfach ausgedrückte Bestreben, ein Vorbild zu sein und Minderjährige vor Spielsucht zu schützen, teile er nicht. Die künftig in Deutschland legalen Online-Casino-Betreiber könnten bei ihm daher womöglich offene Türen einrennen.

 

Wie MontanaBlack jedoch mit den neuen Restriktionen für Online-Slots umgehen würde, ist ungewiss. Vielleicht bleibt dem Streamer letztendlich doch nur der Umzug nach Malta.

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