, 06.10.2020

Der Zweitlotterien-Anbieter Lottoland hat mit Erfolg eine Änderung der Glücksspiel-Gesetze im australischen Bundesstaat Northern Territory verhindert. So sollten ab Oktober sogenannte „Jackpot-Wetten“ sowie Wetten auf ausländische Finanzmärkte verboten werden. Genau das sind die Produkte, die Unternehmen wie Lottoland vorwiegend anbieten.

 

Wie der australische Nachrichtensender ABC News am Montag berichtet hat [Seite auf Englisch], habe Lottoland vor dem obersten Gerichtshof des Northern Territory nun erfolgreich eine gerichtliche Unterlassungsverfügung gegen die Regierung des Bundesstaates erwirkt.

 

Gesetzesänderungen im Geheimen?

Der Kampf gegen Lottoland seitens der Regierung scheint bereits über Monate im Verborgenen ausgetragen worden zu sein. Aus den Gerichtsakten, die ABC News vorlägen, gehe hervor, dass die genannten Gesetzesänderungen bereits seit Ende letzten Jahres geplant gewesen seien.

 

Natasha Fyles, die Ministerin für Rennsport, Glücksspiel und Lizenzierung, soll sich am 11. November 2019 in einem Brief an die zuständige Glücksspiel-Aufsicht (Northern Territory Racing Commission) gewandt haben.

 

Ihr Ministerium habe zuvor zahlreiche Beschwerden gegen Lottoland erhalten, da der Anbieter ihre Produkte mit „irreführender Wortwahl“ bewürbe.

Glückspiel-Unternehmen wie Lottoland sind auf das Anbieten sogenannter Zweitlotterien, auch schwarze Lotteriewetten genannt, spezialisiert. Die Spieler wetten dabei auf die Lottozahlen, die von den offiziellen Lotteriegesellschaften verschiedener Länder gezogen werden, ohne bei diesen ein Ticket zu erwerben. Die Anbieter werben zum Teil mit Gewinnen, die über den offiziellen Jackpots liegen. In vielen Ländern, inclusive in Deutschland, sind derartige Zweitlotterien verboten.

So gebe Lottoland fälschlicherweise den Eindruck, eine Lottogesellschaft zu sein und echte Lottospiele durchzuführen, obwohl dies nicht der Fall sei. Bereits der Name des Unternehmens stelle ein Problem dar, da er das Wort „Lotto“ enthalte.

 

Die Ministerin habe die Glücksspiel-Aufsicht daher dazu aufgefordert, die Lizenzbedingungen all ihrer Lizenznehmer zu ändern. Am 23. Dezember letzten Jahres soll die Behörde der Aufforderung nachgekommen sein.

 

Alle Lizenznehmer seien aufgefordert werden „irreführende Lotto-Wetten“ sowie Wetten auf ausländische Finanzmärkte aus ihrem Produktangebot zu streichen.

 

Nur Lottoland wäre betroffen

Während dies für den Großteil der Glücksspiel-Anbieter kein Problem dargestellt habe, hätte es für Lottoland das Aus bedeutet, da das Unternehmen fast ausschließlich die betroffenen Produkte anbiete.

 

Lottolands Rechtsanwalt Sebastian Hartford Davis, erklärt gegenüber ABC News:

Die im Gesetzesentwurf aufgeführten Änderung der Lizenzbedingungen würden sich ausschließlich auf Lottoland negativ auswirken, auch wenn sie grundsätzlich für alle Buchmacher im Northern Territory gelten. Es würde das hiesige Geschäftsmodell zerstören und die Beziehung zu den Kunden des Klägers stark beeinträchtigen.

Laut ABC News solle im November eine weitere Anhörung in der Angelegenheit erfolgen. Fürs Erste dürfe die von der Regierung geplante Gesetzesänderung zumindest nicht in Kraft treten.