, 17.10.2018

Wie der LLH Sports Gambling Report der East Carolina University zeigt, sind mehr Amerikaner für als gegen die Legalisierung von Sportwetten. Erst im Mai hatte der Oberste Gerichtshof der USA den Weg zur Legalisierung von Sportwetten geebnet.

 

Am gestrigen 16. Oktober wurde ein Bericht veröffentlicht, der auf den Daten des „Life, Liberty, and Happyness Project“ der East Carolina University (Seite auf Englisch) beruht. Demnach sind 47 Prozent der Amerikaner für die Legalisierung von Sportwetten, 26 Prozent sprechen sich dagegen aus.

 

Politische Überzeugung hat keinen Einfluss

East Carolina University

Die ECU veröffentlichte den LLH Sports Gambling Report. (Bildquelle: wikipedia.org)

 

Dem LLH Sports Gambling Report zufolge lassen sich zwar signifikante Unterschiede hinsichtlich des Einkommens, des Alters und des Geschlechtes feststellen, die politische Einstellung jedoch beeinflusse die Meinung zur Legalisierung von Sportwetten nicht.

 

Mit 57 Prozent ist die Mehrheit der Männer dafür, dass Sportwetten legal sein sollten, diese Meinung teilen aber nur 38 Prozent der Frauen. Dies könnte laut Bericht damit zusammenhängen, dass Männer häufiger wetten als Frauen.

 

Obwohl die Anzahl der Frauen (38 Prozent), die sich für legale Sportwetten aussprechen, geringer ist als die der Männer, übertrifft sie dennoch um acht Prozentpunkte die Anzahl der Frauen, die sich gegen eine Legalisierung aussprechen.

 

Hinsichtlich des Alters fällt auf, dass mehr als die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen dafür ist, dass Sportwetten legalisiert werden, während sich 51 Prozent der über 75-Jährigen gegen eine Legalisierung aussprechen.

 

Anzahl der Befürworter der Legalisierung von Sportwetten nach Alter:

18 bis 24 Jahre: 57 % (Gegner: 16 %)
25 bis 34 Jahre: 50 % (Gegner: 23 %)
35 bis 44 Jahre: 56 % (Gegner: 15 %)
45 bis 54 Jahre: 46 % (Gegner: 28 %)
55 bis 64 Jahre: 42 % (Gegner: 32 %)
65 bis 74 Jahre: 46 % (Gegner: 30 %)
75 Jahre und älter: 28 % (Gegner: 51 %)

 

Keine deutlichen Unterschiede gibt es bei den Umfrageergebnissen hinsichtlich der politischen Einstellung. Danach befragt, ob sie sich für die Legalisierung von Wetten auf professionelle Sportarten aussprechen, stimmten bei den Demokraten 48 Prozent dafür, bei den Republikanern 50 Prozent.

 

Der Einfluss des Haushaltseinkommens auf die Meinung zu legalen Sportwetten

 

Deutliche Unterschiede hinsichtlich der Unterstützung der Legalisierung zeigen sich, wenn man die Umfrageergebnisse nach Haushaltseinkommen aufschlüsselt. Amerikaner mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 120.000 Dollar (umgerechnet rund 103.800 Euro) sprechen sich mit 57 Prozent mehrheitlich für die Legalisierung aus. Nur 17 Prozent in dieser Einkommensklasse sind dagegen.

 

Liegt das Haushaltseinkommen unter 40.000 Dollar (umgerechnet rund 34.600 Euro) sind nur noch 46 Prozent der Umfrageteilnehmer dafür, dass Sportwetten legal werden, 28 Prozent sind dagegen. Doch auch hier ist der Anteil der Befürworter größer als derjenigen, die gegen eine Legalisierung sind.

 

Die Legalisierung von Sportwetten nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs

 

In der ersten Jahreshälfte hatte der Oberste Gerichtshof der USA das bundesweite Verbot von Sportwetten als verfassungswidrig erklärt. Somit dürfen Bundesstaaten Sportwetten nun per Landesgesetz legalisieren. Geschehen ist dies bereits in New Jersey, aber auch in Delaware, Mississippi und West Virginia.

 

Mark Cuban, NBA-Teambesitzer der Dallas Mavericks, hatte sich erst kürzlich wie folgt zur Legalisierung von Sportwetten geäußert [übersetzt aus dem Englischen]:

„In ganz Europa und der Welt wetten die Menschen ziemlich viel auf Sport. Sportwetten sind in 118 verschiedenen Ländern legal. Die Menschen genießen Sportevents wegen der Wetten mehr, wir müssen das Rad nicht neu erfinden -wir müssen lediglich einige der Erfolgsrezepte aufgreifen.“

Da viele weitere Bundesstaaten nun die Legalisierung von Sportwetten in Betracht ziehen, wird das Thema die Gesetzgebung des Landes vermutlich noch einige Monate, sogar Jahre, beschäftigen und die Umfrageergebnisse seien, so der Bericht, von wichtiger politischer Bedeutung.

 

Tatsächlich sei die Anzahl der Befürworter, die sich für die Legalisierung von Sportwetten aussprechen, im Laufe der Zeit gestiegen. Im Jahr 1975 beispielsweise sprachen sich nur 27 Prozent der Amerikaner für die Legalisierung aus, im Jahr 1993 waren es bereits 41 Prozent. Im Jahr 2017 war die Anzahl der Befürworter auf 46 Prozent gestiegen.

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