, 26.01.2020

Eine neue Studie von Forschern der Nottingham Trent University soll erstmals Aufschluss über die Effektivität von selbstgewählten Einsatzlimits auf Online Glücksspiel Webseiten geben.

 

Das Forscherteam wertete dafür von Januar 2017 bis Dezember 2019 die Daten von 49.560 randomisierten Glücksspielern aus, die als aktive Spieler in Online Casinos des Glücksspielunternehmens Kindred registriert sind.

 

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass ein freiwilliges Einsatzlimit besonders wirksam sei, um (potentielle) Risikospieler mit regelmäßigen und hohen Einsätzen von exzessiven Einsätzen abzuhalten.

 

Eine umfangreiche anonymisierte Studie

Einsatzlimit werden heute von fast allen Online Glücksspielanbietern bereitgestellt. Ob das in vielen Ländern obligatorische Feature jedoch tatsächlich Vorteile bringt, wollten die drei Forscher Michael Auer, Niklas Hopfhartner und Mark D. Griffith herausfinden.

Die Glücksspielaufsichten vieler Länder gewähren Online Casinos und Online Buchmachern nur dann Lizenzen, wenn diese ihren Kunden selbst wählbare Einsatzlimits zur Verfügung stellen. Die Limits können zwar wieder aufgehoben werden, doch bedarf es dafür einer „Überlegungsphase“ von mehreren Tagen, die dem Spielerschutz dienen soll.

Laut den Autoren sei ihre Studie [Seite auf Englisch] die erste ihrer Art, die sich spezifisch diesem Thema widme und dabei die Daten von „echten“ Glücksspielern verwendet habe.

 

Die Daten von 45.600 Spielern seien von dem internationalen Online Glücksspielanbieter Kindred zur Verfügung gestellt worden, wobei lediglich Alter und Geschlecht, nicht aber persönliche Informationen über die Spieler geteilt worden seien, um eine anonyme Auswertung zu garantieren.

 

Als Vergleichsperiode habe jeweils der Spielzeitraum von Januar bis März 2017 sowie der von Januar bis März 2018 gedient. Da innerhalb des ersten Spielzeitraumes 659 Spieler ein Einsatzlimit gewählt hätten, habe man die Personen mit und ohne Limit im Einjahresvergleich gut gegenüberstellen können.

 

Deutliche Wirksamkeit bei Risikospielern

Ein besonderes Augenmerk innerhalb der Studie sollte vor allem auf die „intensiven“ Spieler, bzw. exzessiven oder Problemspieler gelegt werden. Alle Spieler wurden daher je nach Spielintensität in Gruppen eingeteilt.

 

Der Vergleich zwischen Gruppe 1 (Spieler mit selteneren und geringeren Einsätzen) und Gruppe 10 (Spieler mit den häufigsten und höchsten Einsätzen) sei besonders aufschlussreich gewesen. Die Autoren stellen fest:

Die Ergebnisse zeigen, dass es keine Unterschiede bezüglich Alter und Geschlecht gab, aber unter den intensivsten Spielern haben jene, die ein freiwilliges Einsatzlimit festgelegt hatten, ein Jahr später im Vergleich zu jenen ohne Einsatzlimit deutlich weniger Geld gesetzt.

Die Studienergebnisse untermauern damit das Drängen der Glücksspielaufsichten, Spielern effektivere digitale Schutzmaßnahmen zu bieten.

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