Freitag, 30. September 2022

Genesis Global verliert britische Lizenz für 12 Online-Casinos

Richterhammer auf Union Flag

Die britische Glücksspielaufsicht (UKGC) hat dem maltesischen Online-Glücksspiel-Unternehmen Genesis Global Limited am Montag die Lizenz für seine 12 in Großbritannien lizenzierten Online-Casinos entzogen.

Wie die Glücksspielaufsicht in einer Pressemeldung erklärt [Seite auf Englisch], habe das Unternehmen mehrere Verstöße gegen die geltenden Lizenzvereinbarungen begangen. Um welche Verstöße es sich genau handelt, präzisiert die Behörde nicht.

Bei Verstößen gegen die auf dem Glücksspielgesetz von 2005 basierenden Lizenzbedingungen darf die zuständige Kontrollbehörde, die UK Gambling Commission (UKGC), ihre Lizenznehmer abmahnen. In der Regel geht eine Abmahnung mit einer empfindlichen Geldstrafe einher, die an die Art und Schwere des Verstoßes angepasst wird. Erst in besonders schweren Fällen oder bei wiederholtem Verstoß gegen die Lizenzvereinbarungen entzieht die UKGC einem Unternehmen die Lizenz(en).

Wie die Behörde betont, sei der weitere Betrieb der betroffenen Online-Casinos mit sofortiger Wirkung illegal. Die Casinos dürften daher keine neuen Einzahlungen von Spielern annehmen oder Kunden das Spielen mit Echtgeld erlauben. Die UKGC erklärt:

Wir haben den Anbieter angewiesen, den Kunden den Zugang zu ihren Konten zu ermöglichen, damit sie sich Gelder auszahlen lassen können und wir empfehlen Kunden, keine weiteren Einsätze auf den genannten Webseiten zu tätigen.

Zu den betroffenen Webseiten zählen beispielsweise Sloty, Casino Cruise, Casino Planet, Spinit und Casoola. Ein Blick auf die Casino-Webseiten des Unternehmens zeigt jedoch, dass eine Neuanmeldung und das Spielen in den Casinos nach wie vor möglich zu sein scheinen.

Auch scheinen diese weiterhin für Einzahlungsboni zu werben und die UK Gambling Commission noch immer unter den aktiven Lizenzgebern aufzulisten.

In Schweden bereits zweimal abgemahnt

Auch die schwedische Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hat das Unternehmen, das über 13 Online-Casino-Lizenzen in Schweden verfügt, bereits zweimal abgemahnt.

Im März 2019 erhielt das Unternehmen eine Geldstrafe von 4 Mio. SEK (umgerechnet 391.184 Euro). Das Unternehmen soll Spielern Werbung zugeschickt haben, die sich über die Online-Sperrdatei Spelpaus zuvor selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen hätten.

Drei Monate später sprach die Behörde eine weitere Geldstrafe von 1,7 Mio. SEK (166.253 Euro) gegen Genesis Global aus, da das Unternehmen gegen die geltenden Vorgaben zur Bonusvergabe verstoßen haben soll.

Unternehmen wirbt auch in Deutschland für Casinos

In Deutschland hingegen zählt das Unternehmen derzeit zu den illegalen Online-Anbietern. Seine Online-Casinos akzeptieren bereits seit Jahren Spieler aus Deutschland und alle Webseiten werden auch in deutscher Sprache betrieben.

Ob Genesis Global Limited sich auch für eine deutsche Glücksspiellizenz bewerben wird, sobald das Online-Glücksspiel mit dem Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag 2021 legalisiert wird, bleibt ungewiss.

Die Lizenzbedingungen in Deutschland könnten jedoch noch strenger ausfallen als in Großbritannien oder Schweden.