, 12.03.2020

Der Online-Glücksspielanbieter Betway muss wegen Verstöße gegen die Richtlinien der Gambling Commission (UKGC) eine Strafe von 11,6 Mio. GBP zahlen. Dies gab die Glücksspielaufsicht Großbritanniens heute auf ihrer Webseite bekannt. Durch mangelnde Überprüfung soll Betway Geldwäsche und problematischem Spielverhalten auf VIP-Accounts Vorschub geleistet haben.

 

Rekordstrafe für Betway

 

Die gegen Betway verhängte Geldstrafe von umgerechnet 13,6 Mio. Euro ist die höchste, mit der die britische Aufsichtsbehörde Fehlverhalten von Glücksspielanbietern je sanktionierte. Einen Lizenzentzug schließt die UKGC jedoch aus.

Die mit 7,8 Mio. GBP bis dato höchste Strafzahlung verhängte die UKGC im August 2017 gegen Glücksspielbetreiber 888 Holdings. Der Anbieter von Online-Casinos, Pokerräumen und Sportwetten-Portalen hatte unter anderem Tausenden von gesperrten Spielern über Umwege Zugriff auf die Plattform ermöglicht.

Die Aufsicht sei, so das Statement der UKGC (Seite auf Englisch), zu dem Schluss gelangt, dass Wettanbieter Betway massiv gegen Vorgaben zu sozialer Verantwortung und dem Kampf gegen Geldwäsche verstoßen habe.

 

So sei unter anderem die Herkunft von 5,8 Mio. GBP, die zwischen 2014 und 2018 über die Betway-Plattformen geflossen seien, im Kriminellen zu verorten oder „vernünftigerweise zu vermuten“.

 

Sieben VIP-Konten überprüft

 

Eigenen Angaben zufolge habe die UKGC den Umgang Betways mit sieben besonders aktiven VIP-Spielern unter die Lupe genommen. Unter anderem soll ein Spieler über vier Jahre Einzahlungen in Höhe von insgesamt 8 Mio. GBP getätigt und rund 4 Mio. GBP verloren haben.

 

Obwohl das System immer wieder Warnmeldungen in Bezug auf das Spielerkonto gesendet habe, hätten die zuständigen Mitarbeiter konsequent auf eine Überprüfung der Herkunft der Gelder verzichtet.

 

Ein anderer VIP-Spieler sei trotz Verlusten in Höhe von 187.000 GBP binnen nur zwei Tagen nicht den Spielerschutz-Vorgaben für Online-Anbieter entsprechend behandelt worden.

 

Kritikern wie der Labor-Abgeordneten Carolyn Harris gehen die Sanktionen der UKGC trotz verhängter Rekordstrafe nicht weit genug:

Betways Geldstrafe für kalkulierte und absichtliche Manipulationen von VIP-Kunden ist im Vergleich zu dem Schaden, den sie denjenigen zugefügt haben, die im Netz der VIP-Anreize gefangen sind, dürftig. Die Branche ist moralisch bankrott, die Glücksspielkommission ist mitschuldig und beide sollten fürchten, dass ihre Möglichkeiten, so zu agieren, ein schnelles Ende finden werden.

Betway selbst zeigte sich angesichts der Rekordstrafe reuig. So betonte CEO Anthoy Werkman britischen Medien gegenüber, sein Unternehmen habe vollumfänglich mit der UKGC kooperiert und übernehme die Verantwortung für Versäumnisse der Vergangenheit.

 

Auch künftig werde der Konzern proaktive Schritte unternehmen, um die Empfehlungen der Behörde umzusetzen.

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