, 01.02.2020

Im Rahmen einer kürzlich im Journal of Attention Disorders veröffentlichten Studie untersuchten spanische, amerikanische und australische Forscher den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomatik, emotionalen Regulationsproblemen und Glücksspielstörungen.

 

Von den Probanden mit problematischem Spielverhalten wiesen 20 % auch ADHS-Symptome auf. Die Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass emotionale Dysregulation mit Spielsucht in Verbindung stehen könnte.

ADHS ist die Abkürzung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dabei handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die meist ein Leben lang bleibt. Die Symptome sind Konzentrationsprobleme, Hyperaktivität und Impulsivität.

 

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Kinder mit ADHS sind häufig hyperaktiv und haben Konzentrationsprobleme. (Bild: pixabay.com)

 

Die Krankheit beginnt im Kindesalter. Betroffen sind in Deutschland etwa 5 % der Kinder und Jugendlichen. Zwar können sich die Symptome im Laufe der Jahre verändern oder verringern, aber sie verschwinden oft nicht vollständig. Zwischen 50 und 80 % der Kinder mit ADHS haben auch im Erwachsenenalter mit der Störung zu kämpfen.

 

Zwar ist noch nicht geklärt, was der Auslöser der Krankheit ist, aber Experten gehen davon aus, dass die Ursache in den Erbanlagen und in Umwelteinflüssen liegen könnte.

Ablauf der Studie

Die 98 Testpersonen waren spanische Männer mit einem Durchschnittsalter von 42,7 Jahren. Sie erhielten vor Beginn der Studie zwei Fragebögen zur Selbstbeurteilung, die das Vorhandensein, bzw. das Ausmaß von ADHS-Symptomen erfassen sollten.

 

Die Ergebnisse zeigten, dass 23 Teilnehmer mit ADHS Symptomen auch von schwerwiegendem pathologischem Spielverhalten berichten konnten. Die Ergebnisse deuten auch auf einen direkten Zusammenhang zwischen der ADHS-Symptomatik und emotionalen Regulationsproblemen hin.

 

Außerdem erkannten die Wissenschaftler eine Korrelation zwischen der Schwere der emotionalen Regulationsprobleme und dem Ausmaß der Glücksspielstörung.

 

ADHS als Risikofaktor für problematisches Glücksspiel

ADHS-Symptome könnten ein Risikofaktor für pathologisches Spielverhalten darstellen. Ein Fünftel der untersuchten Probanden mit Spielproblematik wiesen auch klinische Merkmale von ADHS auf.

 

Silhouette Mensch, Spielautomat

Menschen mit ADHS häufiger von Spielsucht betroffen. (Bild: pixabay.com)

Dazu gehörten Impulsivität, Schwierigkeiten bei der Selbstkontrolle, die Unfähigkeit, Situationen angemessen einzuschätzen und Störungen der exekutiven Funktionen.

 

Spielsucht sei ein Thema, das bei Menschen mit ADHS häufig unterschätzt werde, sagt Dr. Astrid Neuy-Bartmann von der Organisation ADHS Deutschland e.V.

 

ADHS-ler hätten einen ausgeprägten Spieltrieb, erklärt Dr. Neuy-Bartmann. Besonders Gewinne spornten sie an. Das mache sie zusätzlich anfällig für eine Spielsucht, weil sie damit ihren spielerischen Neigungen nachgehen könnten und die notwendige Spannung fänden, um ständig stimuliert zu bleiben.

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