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Die Top 10 der berühmtesten Rennpferde aller Zeiten

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Pferderennen haben einen besonderen Reiz. Im Gegensatz zu anderen Sportarten tritt hier der Mensch in den Hintergrund – das Pferd steht im Rampenlicht. Grund genug also, einen Streifzug durch die Renngeschichte zu unternehmen und die Top 10 der berühmtesten Rennpferde zu erkunden.

Auf die Frage nach den prominentesten Vollblütern würden 100 Personen mit Sicherheit 100 unterschiedliche Ranglisten aufstellen. Ein endgültiges und auf ewig richtiges Ranking ist daher ein schwieriges Unterfangen. Dennoch gibt es einige Pferde, die in beinahe jeder Liste auftauchen.

Diese haben wir nach ihrem Status und ihrer Bedeutung zu Lebzeiten ausgewählt. Weiterhin haben wir die Rennpferde berücksichtigt, die bislang ungeschlagene Rekorde auf berühmten Rennbahnen aufgestellt haben, sowie diejenigen, die mit ihrer Leistung auch heute noch in den oberen Rängen mitspielen könnten.

Und damit es richtig spannend wird, haben wir unsere Top 10 der berühmtesten Rennpferde der Welt in umgekehrter Reihenfolge aufgestellt.

10. Red Rum

Geschlecht: Wallach
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Brauner
Geboren: 3. Mai 1965
Geburtsort: Kells, County Kilkenny (Irland)
Gestorben: 18. Oktober 1995
Spitzname: Rummy
Erwähnenswerte Nachkommen: -/-
   
Gewinnsumme: 146.409,80 £
(umgerechnet heute ca. 338.873 €)
Bilanz: 3 Siege beim Grand National

 

Red Rum mit Jockey Tommy Stack vor dem Rennen auf Aintree 1976.

Legendärer britischer Red Rum mit Jockey Tommy Stack vor dem Grand National Rennen in Aintree 1976. (Bild: British Horseracing Authority)

Der irische Vollbluthengst Red Rum gilt als eines der besten Pferde aller Zeiten im Vereinigten Königreich. Ein würdiger Eintrag also in unsere Top 10 der berühmtesten Rennpferde.

Sein Name erinnert zwar auf den ersten Blick an „The Shining“ von Stephen King, hat damit aber nichts zu tun. Seine Eltern waren die Stute Mared und der Hengst Quorum, aus deren Endsilben sich sein Name zusammensetzt.

Der Wallach begann seine Rennkarriere insgesamt eher unscheinbar, was sich 1972 änderte, als der damals unbekannte Trainer Donald McCain Red Rum kaufte.

Dieser trainierte den Wallach am Strand, was ihm sehr zugute kam, denn Red Rum litt unter einer Huferkrankung. Der weiche Untergrund und das Salzwasser linderten seine Schmerzen.

Diese Trainingsstrategie sollte sich als erfolgreich erweisen. Als Höhepunkt seiner Karriere gelang es Red Rum dreimal, das Grand National zu gewinnen, nämlich 1973, 1974 und 1977. Mit dem dritten Sieg 1977 erreichte er Legendenstatus.

Der Wallach hält den Rekord des dreifachen Grand National Gewinns bis heute.

9. Phar Lap

Geschlecht: Wallach
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Fuchs
Geboren: 4. Oktober 1926
Geburtsort: Timaru (Neuseeland)
Gestorben: 18. Oktober 19955. April 1932
Spitzname: The Wonder Horse, The Red Terror, Big Red
Erwähnenswerte Nachkommen: -/-
   
Gewinnsumme: 332.250 $
(umgerechnet heute ca. 5,96 Mio. €)
Bilanz: 37 Siege in 51 Rennen

 

Phar Lap im Galopp mit Jockey Jim Pike auf dem Flemington Race Track, ca. 1930.

Das australische Ausnahmepferd Phar Lap im Galopp mit Jockey Jim Pike, ca. 1930. (Bild: Charles Daniel Pratt/Public Domain via Wikimedia Commons)

Phar Lap ist ein weiterer Wallach, der seinerzeit für Schlagzeilen sorgte. Der Amerikaner David Davis kaufte Phar Lap für einen Spottpreis auf Anraten seines Trainers Harry Telford. Dieser stufte Phar Laps Pedigree als vielversprechend ein.

Davis war Berichten zufolge schockiert, als er den Noch-Hengst zum ersten Mal sah. Er war schlaksig, hatte einen merkwürdigen Gang und lauter Warzen im Gesicht. Telford überzeugte Davis, ihn dennoch zu trainieren.

Unterstützung erhielt er dabei von dem Stallmitarbeiter Tommy Woodcock, der bis zu seinem Tod Phar Laps Betreuer blieb. Telford entschied interessanterweise, den Hengst zu kastrieren. Er hoffte, dieser würde sich dadurch besser auf seine Rennkarriere konzentrieren.

Geduld zahlt sich aus

Der Einsatz der Männer sollte Früchte tragen. Ab 1929 trudelten die ersten Rennsiege ein. 1930 gewann Phar Lap den Melbourne Cup und errang danach 14 Siege in Folge. Er wurde damit in Australien zum Lichtblick in der Weltwirtschaftskrise.

1932 schiffte Davis den Wallach nach Tijuana, Mexiko. Dort gewann er das damals höchstdotierte Agua Caliente Handicap mit neuem Streckenrekord, obwohl vieles dagegen sprach. Nach dem Sieg brachte ihn Davis auf eine Ranch nahe Menlo Park in Kalifornien, um weitere Rennen zu arrangieren.

Kontroverses Ableben

Phar Lap erkrankte jedoch und starb wenige Tage später. Diskussionen und Gerüchte um Mord begannen unmittelbar nach seinem Tod. 2008 wurde das Tagebuch von David Davis versteigert. Daraus geht hervor, dass die ursprünglichen Gerüchte um eine Vergiftung wahr sind – allerdings anders als vermutet.

Tommy Woodcock verabreichte Phar Lap regelmäßig „Fowlersche Lösung“, ein arsenhaltiges Medikament. Die lange, dreiwöchige Überfahrt nach Mexiko war vermutlich der Grund für eine erhöhte Einnahme. Leider wusste Woodcock nicht, dass Arsen nur langsam verstoffwechselt wird. Es sammelte sich in Phar Laps Körper an und verursachte damit letztlich eine Vergiftung.

Der Körper des australischen Wallachs wurde buchstäblich zerteilt. Phar Laps Herz, beinahe doppelt so groß wie das eines normalen Pferdes, wurde dem Institute of Anatomy in Canberra gespendet. Das neuseeländische Nationalmuseum in Wellington bekam sein Skelett. Der präparierte Körper kam ins Melbourne Museum.

8. Seabiscuit

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Brauner
Geboren: 23. Mai 1933
Geburtsort: Lexington, Kentucky (USA)
Gestorben: 17. Mai 1947
Spitzname: -/-
Erwähnenswerte Nachkommen: Sea Swallow (Sohn), Sea Sovereign (Sohn)
   
Gewinnsumme: 437.730 $
(umgerechnet heute ca. 4,8 Mio. €)
Bilanz: 33 Siege in 89 Rennen

 

Rennpferd Seabiscuit beim Trainingsritte mit George Wolf.

Seabiscuit, Enkel von Man O’War, beim Trainingsritt mit George Wolf. (Bild: Seabiscuit Heritage Foundation/Public domain via Wikimedia Commons)

Schon allein die Nennung seines Großvaters Man O’War macht ihn zu einer Berühmtheit. Seabiscuit hat sich aber auch abseits seiner Abstammung einen Platz in den Top 10 der berühmtesten Rennpferde erarbeitet.

Seabiscuit galt allerdings zu Beginn seines Lebens als das komische Fohlen mit kurzen Beinen und knubbeligen Gelenken auf der Weide. Für ein Vollblut war er auch ausgewachsen eher klein.

Es zeigte sich aber schnell, dass Seabiscuit großen Ehrgeiz besaß, wenn er bei spielerischen Rennen mit anderen Pferden zurücklag. Er entwickelte kräftige Beine, die ihm später in seiner Rennkarriere zu großen Erfolgen verhalfen.

Erfolg mit neuem Trainer

Sein erster Trainer Jim „Sunny“ Fitzsimmons hatte dennoch nicht das richtige Händchen für Seabiscuit. Er sah weder Potenzial in dem Hengst, noch ließ er ihm angemessene Pflege und das passende Training angedeihen. Tom Smith hatte ein gänzlich anderes Bild von Seabiscuit und wurde 1936 sein Trainer.

Kurz darauf begann Seabiscuit zu dem legendären Rennpferd zu werden, als das er bekannt ist. Besonders charakteristisch für ihn war, Siege zu erringen, obwohl er zu Beginn des Rennens weit zurücklag. Und genau damit wurde er zum Liebling der Zuschauer, auch außerhalb des Rennzirkels. Seabiscuit wurde für die Amerikaner zu einem Hoffnungssymbol inmitten der Weltwirtschaftskrise.

Er gewann 33 seiner insgesamt 89 Rennen. Außerdem errang er 15 zweite Plätze und immerhin 13 mal den dritten Platz. 1940 wurde er vom Renngeschäft pensioniert und als Zuchthengst eingesetzt. Sein Sohn Sea Sovereign verkörperte ihn im Film The Story of Seabiscuit von 1949.

7. Nijinsky

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Brauner
Geboren: 21. Februar 1967
Geburtsort: Oshawa, Ontario (Kanada)
Gestorben: 15. April 1992
Spitzname: Wunderhengst, Wunderpferd, Pferd des Jahrhunderts
Erwähnenswerte Nachkommen: Seattle Dancer (Sohn), Niniski (Sohn), Lammtarra (Sohn), Golden Fleece (Sohn)
   
Gewinnsumme: 677.117 $
(umgerechnet heute ca. 1,2 Mio. €)
Bilanz: 11 Siege in 13 Rennen

 

Kanadisches Rennpferd Nijinski.

Nijinski, auch als Nijinski II bekannt, war eines der besten Pferde des 20. Jahrhunderts. (Bild: Paddy Briggs/Public Domain via Wikimedia Commons)

Nijinksi war ein großgewachsener, kräftiger Hengst mit wunderschönem Abzeichen, einem Herz auf der Stirn. Er wurde in Kanada geboren, aber in Irland trainiert.

Nijinski gewann 1969 und Anfang 1970 mehrere Rennen auf dem irischen Curragh und dem Newmarket Racecourse. Er bewies innerhalb kürzester Zeit, dass er ein geborenes Rennpferd war.

Zusammen mit seinem Jockey Lester Piggott errang Nijinski 1970 die englische Triple Crown. Er holte sich dabei die Siege bei den 2000 Guineas über eine Meile in Newmarket, im Epsom Derby über 2.420 Meter und im St. Leger über 2.937 Meter in Doncaster. Bis heute konnte kein anderes Pferd-Jockey-Gespann diese Leistung wiederholen.

Im Herbst nach dem Triple Crown konnte er nicht mehr an seine Siegesserie anknüpfen. Sein Trainer Vincent O’Brian und Lester Piggott waren sich einig, dass Nijinski an seine Grenzen stieß und vermutlich „sein Feuer verloren“ hatte. Nach elf Siegen in 13 Rennen durfte sich Nijinski also vom Rennzirkus zurückziehen.

6. Kelso

Geschlecht: Wallach
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Dunkelbrauner
Geboren: 4. April 1957
Geburtsort: Paris, Kentucky (USA)
Gestorben: 16. Oktober 1983
Spitzname: -/-
Erwähnenswerte Nachkommen: -/-
   
Gewinnsumme: 1.977.896 $
(umgerechnet heute ca. 4,88 Mio. €)
Bilanz: 39 Siege in 63 Rennen

 

Rennpferd Kelso mit Jockey.

Kelso war ein enorm erfolgreiches Rennpferd. Bis heute hält er den Streckenrekord über zwei Meilen. (Bild: Thoroughbred Racing Ancenstry)

Kelso ist der bis heute erfolgreichste Wallach überhaupt. In seiner beachtlichen Karriere konnte er nicht nur einen Bahnrekord von 3:19:20 über zwei Meilen beim Jockey Club Gold Cup auf dem Aqueduct aufstellen. Er schaffte auch einen Weltrekord von 2:23:80 über 1,5 Meilen bei den Washington D.C. International Stakes.

Kelso war ein äußerst schönes Pferd. Dem gegenüber stand seine eher mürrische Natur, weswegen er als Zweijähriger noch vor seinem ersten Rennen kastriert wurde. Er blieb zwar dickköpfig, kanalisierte seine Energie von nun an aber auf die Rennbahn.

Das Ausnahmerennpferd hatte eine ungewöhnlich lange Karriere, nämlich acht Saisons. Allerdings startete diese 1960 etwas verspätet, weswegen er als Dreijähriger nicht an der amerikanischen Triple Crown teilnehmen konnte. Das tat seiner Karriere jedoch keinen Abbruch.

Kelso zeigte zwischen 1960 und Ende 1964 eine derart sensationelle Leistung, die ihn Seabiscuit hinschtlich seines Ansehens übertrumpfen ließ. Als er 1966 in den Ruhestand ging, galt er als das erfolgreichste Vollblutrennpferd überhaupt.

5. Citation

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Brauner
Geboren: 11. April 1945
Geburtsort: Lexington, Kentucky (USA)
Gestorben: 8. August 1970
Spitzname: -/-
Erwähnenswerte Nachkommen: Silver Spoon (Tochter), Fabius (Sohn)
   
Gewinnsumme: 1.085.760$
(umgerechnet heute ca. 6,87 Mio. €)
Bilanz: 32 Siege in 45 Rennen

 

Rennpferd Citation.

Citation gehört zu den erfolgreichsten Vollbluthengsten aller Zeiten. (Bild: Gooreen collection/Public Domain via Wikimedia Commons)

Fragt man Pferderennexperten oder Fans des Sports, dann gehört der braune Vollbluthengst Citation ohne Frage in die obersten Ränge der Top 10 der berühmtesten Rennpferde. Seine Leistung zeigt dies eindrucksvoll. Sie ist umso beachtlicher, weil er im Vergleich mit stämmigen Pferden wie Man O’War oder Secretariat ein eher kleiner, drahtiger Hengst war.

Der Einstieg in Citations Rennkarriere begann 1948 mit einem Sieg über das damalige Pferd des Jahres Armed. Danach gewann er das Kentucky Derby, das Preakness Stakes, das Jersey Derby und die Belmont Stakes. Dies bescherte ihm die amerikanische Triple Crown.

Trotz einer Verletzungspause 1949 konnte Citation 1950 wieder an den Start. Er gewann weitere Rennen wie das Golden Gate Mile Handicap und den Hollywood Gold Cup. Dabei erreichte er einen Rekordgewinn – Citation war das allererste Rennpferd, das zur damaligen Zeit ein Preisgeld von über einer Million Dollar gewann.

4. Kincsem

Geschlecht: Stute
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Fuchs
Geboren: 17. März 1874
Geburtsort: Kisbér (Ungarn)
Gestorben: 13. März 1887
Spitzname: Wunderstute
Erwähnenswerte Nachkommen: Tokio (Enkel)
   
Gewinnsumme: 199.754,50 österreichische Gulden
(umgerechnet heute ca. 2,86 Mio. €)
Bilanz: 54 Siege in 54 Rennen

 

Gemälde des ungarischen Rennpferdes Kincsem.

Kincsem war ein Ausnahmepferd der Spitzenklasse. Sie blieb in ihrer Rennkarriere in 54 Rennen ungeschlagen. (Bild: Pállik Béla/Public Domain via Wkinimedia Commons)

Auch wenn Kincsem nicht zum modernen Rennzirkus des 20. Jahrhunderts gehört, so ist sie doch ein legendäres Pferd, neben dem andere verblassen. Sie gewann alle 54 Rennen, an denen sie aufgestellt wurde. Nicht ohne Grund hatte sie den Beinamen „Wunderstute.“ In heutiger Zeit kommt nur die australische Black Caviar entfernt an diese Leistung heran.

Kincsem wurde 1874 in Ungarn geboren. Ihre einmalige Rennkarriere begann früh und war durch ein extrem hohes Pensum geprägt. Bereits als Zweijährige bestritt sie zehn Rennen an zehn verschiedenen Standorten in Ungarn, Österreich, Deutschland, England und Frankreich.

Die nächsten Rennjahre zementierten Kincsems Status als unschlagbares Rennpferd. Sie gewann oftmals um etliche Längen zur Zweitplatzierten. Sie war sämtlichen anderen Rennpferden schlichtweg haushoch überlegen.

Kincsems schrullige Persönlichkeit

Geschichten zufolge war Kincsem ein herrlich launisches Pferd. Es schien, als sei sie weniger am Rennen interessiert als vielmehr an frischem Gras. Sie soll meistens wie „eine alte Frau mit rheumatischer Arthritis“ an den Start gegangen sein. Ihr Jockey Elijah Madden berichtete, dass sie bei einem Rennen noch beim Start Gras kaute, während die anderen Pferde längst auf der Strecke waren.

Mit einmal schoss Kincsem allerdings los, überholte das Feld mit Leichtigkeit und gewann mit Vorsprung. Es heißt, dass sie im Ziel immer noch gemütlich Gras kaute. Bei solchen Geschichten ist es kein Wunder, dass das Publikum die Vollblutstute liebte. Ebensowenig verwundert es, dass Kincsem damit schon zu Lebzeiten zur Legende wurde.

3. Seattle Slew

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Dunkelbrauner
Geboren: 15. Februar 1974
Geburtsort: Lexington, Kentucky (USA)
Gestorben: 7. Mai 2002
Spitzname: -/-
Erwähnenswerte Nachkommen: A.P. Indy (Sohn)
   
Gewinnsumme: 1.208.726 $
(umgerechnet ca. 1,65 Mio €)
Bilanz: 14 Siege in 17 Rennen

 

Rennpfdern Seattle Slew mit Trainer.

Seattle Slew zählt nach wie vor zu den besten Rennpferden aller Zeiten. (Bild: Public Domain via Wikimedia Commons)

Wie so oft bei den besten Rennpferden waren auch Seattle Slews Anfänge eher unscheinbar. Seine Besitzer erwarteten nicht, dass der Hengst zu einem guten Rennpferd werden, geschweige denn es in die Top 10 der berühmtesten Rennpferde schaffen würde.

In den Händen des Trainers Billy Turner wurde Seattle Slew jedoch zu einem Ausnahmepferd. Er beschrieb den Vollbluthengst als „intelligent, dominant und entschlossen.“ Diese Charakteristika zeigen sich insbesondere in Seattle Slews Markenzeichen, einem Tänzeln, das auch als sein“Kriegstanz“ bezeichnet wurde. Diesen vollführte er bereits vor dem Start zu seinem ersten Rennsieg.

Den größten Erfolg seiner Laufbahn errang Seattle Slew 1977, als er die amerikanische Triple Crown gewann. Zum Zeitpunkt war er erst das zehnte Pferd, dem dies gelang. Außerdem war er das einzige Pferd, das dies ungeschlagen erreichte.

Seattle Slew gewann letztlich 14 von 17 Rennen. In 16 davon startete er als Favorit. In seiner Zuchtkarriere ab 1978 wurde er Vater eines weiteren besonderen Rennpferds, nämlich A.P. Indy.

2. Secretariat

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Fuchs
Geboren: 30. März 1970
Geburtsort: Doswell, Virginia (USA)
Gestorben: 4. Oktober 1989
Spitzname: Big Red
Erwähnenswerte Nachkommen: Storm Cat (Tochter), A.P. Indy (Enkel)
   
Gewinnsumme: 1.316.808 $
(umgerechnet heute ca. 2,61 Mio. €)
Bilanz: 16 Siege in 21 Rennen
Rekord:
Weltrekord von 2:23:80 über 1,5 Meilen (1964)

 

Rennpferd Secretariat auf der Weide.

Secretariat, auch Big Red genannt, ist immer noch einer der besten und berühmtesten Vollbluthengste des Pferderennsports. (Bild: quickgallop.com)

Der Vollbluthengst Secretariat könnte auch als Bilderbuchpferd bezeichnet werden. Er war ein wunderschöner, kraftvoller Fuchs-Hengst mit schier unerschöpflicher Ausdauer und enormer Geschwindigkeit.

Secretariat verlor zwar sein Einstiegsrennen als Zweijähriger, holte sich dafür aber Platz 1 bei allen sieben folgenden Rennen. Im selben Jahr wurde er zudem zum Pferd des Jahres 1972 gekürt. Er war damit erst das dritte Pferd überhaupt, das diesen Preis in so jungem Alter gewann.

Das Power-Pferd

Als Dreijähriger entfesselte Secretriat noch mehr Energie und holte sich die amerikanische Triple Crown 1973. Beinahe als Nebeneffekt stellte er bei allen drei Rennen auch noch Bahnrekorde auf.

Schon beim Auftakt zum Triple Crown beim Kentucky Derby sorgte er für eine Sensation. Während des Rennens wurde Secretariat mit jeder Viertelmeile schneller. Er beschleunigte fast bis zur Zielgeraden. Sein dabei aufgestellter Bahnrekord von 1:59:40 blieb bis 2001 bestehen.

Außerdem ist der Rekord von 2:24:00 über 1,5 Meilen bei den Belmont Stakes eine besondere Leistung. Diese Zeit wurde bis heute nicht gebrochen. Außerdem gewann Secretariat das Rennen mit sagenhaften 31 Längen.

Mit Herz und Huf

1973 durfte Secretariat seine Rennkarriere beenden. Auf der Clairborne Farm in Kentucky wurde er für die Zucht eingesetzt. Dort bekam er die Box seines berühmten Vaters Bold Ruler.

Aufgrund einer schmerzhaften Huferkrankung wurde er im Herbst 1989 eingeschläfert. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass er mit fast zehn Kilogramm ein mehr als überdurchschnittlich großes Herz besaß. Er wurde anschließend im Gegensatz zur sonstigen Praxis im Ganzen auf der Clairborne Farm beerdigt.

1. Man O’War

Geschlecht: Hengst
Rasse: Englisches Vollblut
Farbe: Fuchs
Geboren: 29. März 1917
Geburtsort: Lexington, Kentucky (USA)
Gestorben: 1. November 1947
Spitzname: Big Red, Red
Erwähnenswerte Nachkommen: War Admiral (Sohn), Seabiscuit (Enkel), Kelso (Großenkel)
   
Gewinnsumme: 249.465 $
(umgerechnet heute ca. 2,75 Mio. €)
Bilanz: 20 Siege in 21 Rennen

 

 Vollbluthengst Man O'War mit Jockey John Loftus.

Der legendäre Vollbluthengst Man O’War mit Jockey John Loftus, 1919. (Bild: Keeneland Library Cook Collection)

Wenn es um die Top 10 der berühmtesten Rennpferde geht, dann kommt kaum jemand am legendären Man O’War vorbei. Der Vollbluthengst gilt für viele als das großartigste Pferd aller Zeiten.

„Big Red“, wie Man O’War mit Spitznamen genannt wurde, konnte 20 seiner 21 Rennen für sich entscheiden. Wobei er das nicht gewonnene Rennen immer noch auf Platz 2 beendete. Und all das in einer vergleichsweise kurzen Karriere von nur zwei Rennsaisons. In der kurzen Zeit gelang es Man O’War dennoch, etliche Bahnrekorde über verschiedene Distanzen aufzustellen.

Anfangs erschwerte das hitzköpfige Temperament des Hengstes das Training mit Louis Feustel. Man O’War warf dabei in schöner Regelmäßigkeit seine Übungsjockeys ab. Mit bedachtem Training konnte Feustel jedoch ans Ziel gelangen.

Mit Sicherheit trug auch der enge Bund zu seinem Betreuer Frank Loftus zum Trainingserfolg bei. In dessen Nähe verhielt sich Man O’War so „sanftmütig wie ein großer Hund.“ Loftus brachte ihm apportieren bei, beispielsweise Loftus‘ Hut. Belohnung gab es in Form von Orangen, die Man O’Wars Lieblingsessen waren.

Mit seinen kraftvollen Rennsiegen, einmal sogar mit über 100 Längen, erreichte Man O’War große Popularität. Er lief dabei anderen berühmten Sportlern seiner Zeit leichtfüßig den Rang ab, darunter der berühmte Baseballspieler Babe Ruth.

Die besten Rennpferde aller Zeiten

Die aufgestellten Tiere unserer Top 10 der berühmtesten Rennpferde haben den Pferderennsport maßgeblich beeinflusst. Sie machten ihn zu dem, was er heute ist. Durch sie wurden Pferdewetten in der breiten Bevölkerung weltweit populär.

Ein Blick auf die Leben dieser besonderen Pferde zeigt, dass jedes auch abseits der Rennbahn etwas Besonderes war. Zeitungsartikel und später TV-Beiträge brachten dem Publikum die Persönlichkeit der Pferde näher. Damit begeisterten sich sogar auch die Menschen für die Vollblüter, die mit Pferderennen und Wetten normalerweise nichts zu tun hatten.

 

Quellen:

  • https://www.spiletta.com/man-o-war/
  • http://die20.de/schnellsten-rennpferde-seattle-slew/
  • http://www.americanclassicpedigrees.com/kelso.html
  • https://www.si.com/longform/belmont/
  • http://www.galopp-sieger.de/galoppsieger/text_html?tname=Kincsem
  • https://thevaulthorseracing.wordpress.com/2013/09/20/kincsem-the-mystery-and-majesty-of-an-immortal/
  • https://www.mein-pferd.de/abenteuer-reiten/pferdeerlebnisse/was-wurde-aus-der-rennstute-kincsem/
  • https://www.britannica.com/topic/Man-o-War
  • https://issuu.com/anderson-co/docs/north_american_trainer_issue_43_int
  • https://www.gotoaustralia.de/australisches-rennpferd-phar-lap/
  • https://www.spiegel.de/sport/muss-weiterlaufen-a-bd4e0684-0002-0001-0000-000044418051
  • https://www.turf-times.de/en/tt-artikel/40-jahren-red-rum-gewinnt-sein-drittes-grand-national
  • http://www.americanclassicpedigrees.com/secretariat.html
  • https://www.secretariat.com
  • www.seabiscuitheritage.org/
  • https://de.wikipedia.org/
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