Montag, 24. Januar 2022

2G-Regel in weiten Teilen Deutschlands: Besuch in Spielhallen nur noch für Geimpfte und Genesene

Brandenburger Tor Coronavirus

In mehreren deutschen Bundesländern gilt ab heute die 2G-Regel. Personen, die Restaurants, Casinos und Spielhallen betreten möchten, müssen demnach gegen COVID-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sein. Dies gelte zudem für Theater, Konzert- und Opernhäuser, Saunen, Freizeitbäder und Kinos, berichtete die BZ Berlin am Sonntag.

Diese Vorgaben sollen für Berlin und Brandenburg ab heute gelten. Hamburg hat das 2G-Modell bereits im August eingeführt. In Bayern sollen die Richtlinien ab Dienstag in Kraft treten.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Rheinland-Pfalz gelte 2G. In Thüringen werde das Kabinett am Dienstag über die Einführung von 2G-Regelungen entscheiden.

Stark ansteigende Infektionszahlen in Deutschland

Grund für diese Entscheidung seien die stark ansteigenden Infektionszahlen. In den Krankenhäusern habe der Anteil der COVID-19-Patienten stark zugenommen, erklärte Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wolle sogar noch weiter gehen. So fordere er eine bundesweite Verschärfung der Maßnahmen, da ansonsten Triage und ein Kollaps des Gesundheitssystems drohen könnten, berichtete der BR24 am Sonntag.

Das Ende der epidemischen Lage auszurufen, sei falsch. Zudem bezeichnete Söder den Gesetzesrahmen der Ampel-Koalition als unzureichend. Söder erklärte weiter:

Deutschland ist mit den bisherigen Gesetzen, die geplant sind, null winterfest. Wir stolpern quasi mit kurzen Hosen und Sommerreifen in einen eiskalten Winter. Es wird nicht funktionieren.

Hoher Personalaufwand in Spielhallen, Wettbüros und Gastro

Für die Betreiber der Glücksspiel-Stätten und der gastronomischen Betriebe bedeute die 2G-Regelung einen erheblichen Mehraufwand. Eine Servicekraft müsse für die Überprüfung der Impfzertifikate abgestellt werden, berichtete ein Frankfurter Gastronom.

Ähnliche Aussagen machte der Betreiber eines Wettbüros am Merianplatz in Frankfurt. Bereits seit Donnerstag werde kontrolliert und ein Großteil der Gäste müsse abgewiesen werden.

Ein Problem, mit dem die Betriebe darüber hinaus zu kämpfen hätten, sei die Tatsache, dass zahlreiche Kunden nun wegblieben. Der Wirt der Frankfurter Gaststätte „Menzza“ berichtete, dass ganze Geburtstagsgesellschaften bereits abgesagt hätten, seitdem er sich für 2G entschieden habe.

Diese Entscheidung habe aber einen Grund:

Es ist anstrengend, beim Arbeiten die ganze Zeit mit Maske rumzulaufen. Dauernd beschlägt mit dem Mund-Nasen-Schutz die Brille.

Es stellt sich nun die Frage, wie die Vorgaben kontrolliert werden könnten. Zwar kündigte Berlins Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) eine Verschärfung der Kontrollen an, allerdings seien die personellen Möglichkeiten der Polizei und der Ordnungsämter begrenzt, so dass nur Stichproben durchgeführt werden könnten.