, 07.04.2021

In Großbritannien mehren sich die Forderungen nach einer Begrenzung der Ausgaben für das Online-Glücksspiel. Eine Reihe von Abgeordneten hat die Anbieter am Dienstag dazu aufgerufen, auf freiwilliger Basis ein Einsatzlimit von 50 GBP pro Tag einzuführen.

 

Die Initiative wird parteiübergreifend unterstützt von Politikern der oppositionellen Labour Partei, der Scottish National Party sowie der regierenden Tories. Abgeordnete wie die Labour-Politikerin Carolyn Harris fordern von den Online-Anbietern das Limit als ein “Zeichen des guten Willens”, um Spieler in der kritischen Phase des Corona-Lockdowns zu schützen.

 

Die Politiker erklären in ihrem Aufruf, dieser freiwillige Schritt sei

… ein klarer Beweis dafür, dass die Branche bereit ist, in dieser furchtbaren Zeit verantwortungsbewusst zu handeln und alles zu tun, um die Gesellschaft und die Finanzen der Menschen zu schützen.

Darüber hinaus fordern die Parlamentarier, Spieler am Eröffnen mehrerer Konten bei verschiedenen Anbietern zu hindern. Auf diese Weise könnten gerade gefährdete Spieler versuchen, das Limit zu umgehen, so die Befürchtung.

 

Der Streit um die Einsatzlimits

Der Aufruf kommt zu einer Zeit, in der in Großbritannien intensiv über die Neuformulierung des bestehenden Glücksspielgesetzes diskutiert wird. Dabei stehen auch Einsatzlimits im Raum.

Deutschland ist hinsichtlich der Einführung von Einsatzlimits schon einen Schritt weiter. Um Spieler besser zu schützen, soll der Einsatz mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages ab 1. Juli auf maximal 1.000 Euro im Monat pro Spieler beschränkt werden. Das Limit soll anbieterübergreifend gelten und sowohl Lotterien als auch Casinos, Sportwetten und andere Glücksspielarten umfassen. Zahlreiche Unternehmen sind dieser Forderung bereits nachgekommen und haben die Limits in ihren Angeboten umgesetzt.

Allerdings ist die Einführung von Einsatzlimits umstritten und findet auch in der britischen Bevölkerung nicht überall Zustimmung. Ein besonderer Kritikpunkt ist dabei die Höhe des Limits.

 

Gegner argumentieren, dass es individuell höchst unterschiedlich sei, was sich ein Spieler leisten könne. Die geplanten individuellen Bonitätsprüfungen könnten zudem dazu führen, dass Spieler vermehrt ins illegale Online-Glücksspiel abwanderten.

 

Die Forderung nach der Einführung eines täglichen 50-Pfund-Limits in Großbritannien ist zudem nicht neu. Unter dem Eindruck der aufkommenden Corona-Pandemie hatten Politiker und Spielerschützer bereits vor einem Jahr zu einem solchen Schritt geraten. Damals noch ohne Erfolg. Ob die Initiative in diesem Frühjahr mehr Durchschlagskraft entwickelt, werden die kommenden Wochen zeigen.