, 26.01.2020

Zwei Frauen aus dem Cambria County im US-Bundesstaat Pennsylvania werden sich bald wegen illegalen Glücksspiels vor Gericht verantworten müssen. Dies gab nun die örtliche Polizei bekannt. Brittany W. (32) und Tiffany D. (26) sollen über Facebook illegale Lotterien angeboten haben.

 

Facebook-Gruppe mit 2.000 Mitgliedern

 

Lokalen Medienberichten zufolge (Seite auf Englisch) seien die Strafverfolgungsbehörden erstmals im Juni 2018 auf Brittany W. und Tiffany D. aufmerksam geworden. Damals seien mehrere Beschwerden über die von beiden betriebene Facebook-Gruppe eingegangen.

Auch in Deutschland verbietet Facebook in seinen AGB die Veranstaltung von Lotterien durch Privatpersonen:

 

“Seiten, Gruppen und Veranstaltungen dürfen ohne unsere vorherige schriftliche Genehmigung keine Online-Glücksspiele, Online-Geschicklichkeitsspiele um echtes Geld oder Online-Lotterien unterstützen oder hervorheben.”

Unter dem Motto BID WIN SAVE (dt. „Bieten, gewinnen, sparen“) hatten die beiden Frauen ein virtuelles Auktionshaus ins Leben gerufen. Die erst im Mai gegründete Gruppe zählte Angaben der Polizei zufolge zwischenzeitlich rund 2.000 Mitglieder.

 

Gewinner durch Glücksrad ermittelt

 

Das Prinzip von BID WIN SAVE war simpel: Gegen einen Teilnahmebetrag konnten Mitglieder Gebote auf Preise abgeben. Als Gewinne lockten Barbeträge und Gutscheine ebenso wie Elektrogeräte und Mobiliar. Die Anzahl der möglichen Bieter pro Runde sei begrenzt gewesen. Waren alle Teilnehmerplätze vergeben, sei der Gewinner durch ein Glücksrad ermittelt worden.

 

Pro Gebot, so die Polizei, hätten Brittany W. Und Tiffany D. zwischen 40 und 60 US-Dollar verlangt. Insgesamt seien so allein zwischen Mai und Juli 2018 Zahlungen im Wert von 81.507 US-Dollar bei den Frauen eingegangen.

 

In den Kommentaren zur Berichterstattung herrscht dennoch in erster Linie Verwunderung über das Eingreifen der Polizei. Diese Art der Facebookgruppe sei keine Ausnahme, so eine Userin:

Es gibt viele weitere davon. Bei einigen bin ich Mitglied.

Betrug oder nicht?

 

Da die beiden Frauen wegen illegalen Glücksspiels, nicht aber wegen Betrugs angeklagt sind, ist davon auszugehen, dass die versprochenen Gewinne tatsächlich ausgespielt wurden. Dies könnte jedoch vor allem an der Reichweite der Facebook-Gruppe gelegen haben:

 

Bei einem durchschnittlichen Einsatz von 50 USD allein für die Abgabe des eines Gebots, dürfte es bei ausreichender Beteiligung keine Schwierigkeit gewesen sein, die Preise aus den Einnahmen zu finanzieren und die illegale Lotterie so am Leben zu halten.

 

Wann der Prozess gegen Brittany W. und Tiffany D. beginnt, steht noch nicht fest.

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