, June 1, 2019

Der US-Amerikaner Addison C. (23) beleidigte Sportler im Internet auf rassistische Weise und drohte ihnen mit dem Tod. Er hatte sie für seine hohen Verluste bei Sportwetten verantwortlich gemacht. Nun steht der Mann vor Gericht und ist bereit, sich im Zuge eines Vergleiches schuldig zu bekennen.

 

Kontrolle über Wettverhalten verloren

 

US-amerikanischen Medien zufolge begann Addison C. aus Kalifornien bereits vor einigen Jahren, ein ungesundes Verhältnis zum Glücksspiel zu entwickeln.

 

Selbst Mitglied des Fußball-Teams des Babson College in Wellesley, Massachusetts, begann er intensiv auf diverse Sportereignisse zu tippen und verlor schnell die Kontrolle über sein Spielverhalten.

 

Seine Wetten platzierte der Student sowohl auf Amateur- als auch auf Profispiele im In- und Ausland. Bei der Sportart zeigte er sich nicht wählerisch: Basketball, Baseball, Fußball, Hockey, Football und Tennis standen auf seinen Wettscheinen.

 

Der gewünschte Erfolg stellte sich allerdings nicht ein, schnell summierten sich die Verluste zu einem nicht näher bezifferten, aber wohl beachtlichen Schuldenberg. In der Folge begann der junge Mann, sich Geld von Familie und Freunden zu leihen.

 

Doch auch diese Beträge, die eigentlich in den Ausgleich der Verluste hatten fließen sollen, versickerten im Wettgeschehen und erhöhten den Druck auf den Problemspieler. Mit dramatischen Folgen, wie die Anklageschrift (Seite auf Englisch) vor dem District Court von Massachusetts  gegen den heute 23-Jährigen belegt:

Wenn C. dachte, dass ein Team oder Spieler, auf die er gewettet hatte, während der Partie nicht gut genug auftraten, um C. seine Wetten gewinnen zu lassen, bedrohte er diese Spieler oder das Team mit dem Tod.

Addison C. ist nach 18 U.S.C. § 875 (c) angeklagt, über in- oder ausländische Kommunikationswege Gewalttaten gegen Dritte angedroht zu haben.

 

Bildreich und rassistisch

 

Logo Instagram

Seine Drohungen verbreitete der Mann via Instagram (Quelle:pixabay.com/jieun1605)

Die Staatsanwaltschaft listet im Detail auf, wie der Student die Sportler im Internet über die Social Media-Plattform Instagram drangsalierte.

 

Unter anderem kündigte er einem Profisportler an, ihn zu töten und seine Familie ausfindig zu machen, um sie bei lebendigem Leibe zu „häuten“.

 

Zudem versah der asiatisch-stämmige Addison C. seine Hass-Postings mit Vorliebe mit rassistischen Inhalten.

 

So bezeichnete er schwarze Sportler regelmäßig als „N****r“ und „Affen“ und drohte ihnen in Anlehnung an die Gräueltaten des Ku-Klux-Klans an, sie an Bäumen aufzuknüpfen.

 

Auch vor Social Media-Auftritten im Umfeld seiner Ziele machte der Spielsüchtige keinen Halt. So drohte er beispielsweise der Freundin eines Profispielers sie zu töten und forderte sie auf, ihren Partner umgehend zu verlassen.

 

Dutzende Postings mit diversen Profilen

 

Von 27. Juli bis 06. Dezember 2017 soll der Collegestudent eine Vielzahl solcher Drohungen auf mindestens 45 Instagram-Profilen hinterlassen haben. Oft habe er in einzelnen Posts mehrere, teils sogar dutzende, Personen bedroht.

 

Zu diesem Zweck, so die Ermittler, habe er sich eigens Accounts auf Instagram erstellt und unter diversen Pseudonymen agiert. Habe die Plattform diese Profile wegen Missbrauchs geschlossen, habe er umgehend neue aufgesetzt.

Das deutsche Recht listet Cyber-Bullying oder Drohungen im Internet nicht gesondert auf.

Dennoch werden Straftaten im Netz ebenso verfolgt wie in der analogen Welt.

Wer über Social Media oder andere Kanäle den Tatbestand der Beleidigung (§ 185), der üblen Nachrede (§ 186) oder der Verleumdung (§ 187) erfüllt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Auch Nötigung (§ 240 (1)) und Bedrohung (§241) können mit langjähriger Haft bestraft werden.

Die Staatsanwaltschaft zeigt sich überzeugt, dass Addison C. seine Opfer persönlich für seine Wettverluste und Spielschulden verantwortlich gemacht habe. Die Postings habe er in der Absicht erstellt, seine Gegenüber zu bedrohen und im Wissen, dass die Inhalte als Bedrohung aufgefasst würden.

 

Verteidiger Joseph Simmons, der den Angeklagten vertritt, erklärte in einem Statement, Addison C. übernehme die volle Verantwortung für seine Handlungen. Die in der Klageschrift aufgelisteten Taten stünden aber nicht „für Addison C. als Person“.

 

Simmons hatte sich in der vergangenen Woche mit der Staatsanwaltschaft des District Court von Massachusetts auf einen Vergleich für seinen Mandanten geeinigt. Die Anhörung von Addison C. und die Verkündung des Urteils stehen noch aus.

 

Im Gegenzug für sein Geständnis kann der Student nun mit einer Haftstrafe in Höhe von 21 bis 27 Monaten rechnen. Ihm hatten fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar gedroht.