, 25.09.2020

Familienmitglieder australischer Spielsüchtiger könnten ihre Angehörigen bald auf eigene Faust für das Automaten-Glücksspiel sperren lassen. Wie das Nachrichtenportal ABC [Link auf Englisch] am Freitag berichtet hat, plane die Regierung des Bundesstaates New South Wales (NSW) ein entsprechendes Gesetzesvorhaben.

 

Familienangehörige könnten sich dann direkt an die Betreiber von Spielhallen und Casinos wenden und die Sperren veranlassen. Zudem sei die Regierung offen für die Einführung neuer Techniken, um den Spielausschluss effektiv zu überwachen. Hierbei sei auch die Gesichtserkennung von Spielern im Gespräch.

 

Die Möglichkeit der Fremdsperre ist Teil einer größeren Reform des Glücksspielgesetzes, welches insbesondere den Spielerschutz zum Ziel hat. Laut ABC liege der Pro-Kopf-Verlust beim Glücksspiel in keinem Teil der Welt so hoch wie in Australien. Allein in der Region NSW beliefen sich die Verluste an Spielautomaten im Jahr auf mehr als 6 Milliarden AUD.

Die Kernpunkte des neuen Gesetzesvorschlags:

  • Strafen bis zu 27.500 AUD für Einrichtungen, die gesperrten Spielern Einlass gewähren
  • Whistleblower-Schutz für Mitarbeiter
  • Fremdausschluss, der Familienmitgliedern erlaubt, Angehörige zu sperren
  • Einführung geschulter Spielerschutz-Aufsichten in Spieleinrichtungen

Verbraucherschutzminister über Glücksspiel alarmiert

 

Einer der großen Befürworter des neuen Gesetzesvorschlages ist Victor Dominello, Verbraucherschutzminister von NSW. Gegenüber ABC sagte Dominello, dass die derzeitigen Schutzmaßnahmen für australische Spieler nicht ausreichten.

„Die Realität ist, dass wir die Nummer eins sind, wenn es darum geht, wie viele Spielautomaten wir haben, aber wir sind der Nachzügler, wenn es um Maßnahmen zur Schadensminimierung geht.“

Dominellos Entscheidung für neue Maßnahmen sei vor dem Hintergrund des tragischen Selbstmordes von Gary Van Duinen gefallen. Der Australier hatte in einer Zeitspanne von zwei Jahren insgesamt 230.000 AUD verloren und sich im Mai 2018 das Leben genommen.

 

Eine weitere Rolle hätten auch die sozialen Verwerfungen während der Corona-Krise gespielt. Ihre Folgen hat eine neue Sozialstudie dokumentiert, die gestern im Fachmagazin Family Court Review veröffentlicht wurde.

 

Sie kommt zum Ergebnis, dass die Glücksspielsucht während der Covid-19 Pandemie ein zunehmendes Problem für australische Familien darstelle. Mangelnde soziale Kontakte und Sorgen manifestierten sich in der Suchterkrankung.

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