, 13.04.2021

Zwei Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFIN) sollen unter Verdacht stehen, unzulässigen Glücksspiel-ähnlichen Spekulationshandel mit Aktien der US-amerikanischen Unternehmen GameStop und AMC Entertainment betrieben zu haben. Die berichtete am Montag die Tagesschau.

 

Die BaFin prüfe derzeit, ob die betroffenen Mitarbeiter mit ihren Aktiengeschäften tatsächlich gegen das Handelsverbot der Anstalt verstoßen hätten. Grundsätzlich fielen die Aktien von GameStop und AMC nämlich nicht unter dieses Verbot und die BaFin habe keinerlei Unternehmensaufsicht über die US-Firmen.

 

Allerdings komme es auf die genaue Art des Aktienhandels an. Handle es sich bei den privaten Finanzgeschäften nämlich um spekulative Geschäfte, sei es den BaFin-Mitarbeitern nicht gestattet, diesen nachzugehen. Das zugrundeliegende Verbot gelte seit Oktober 2020.

Mit „spekulativen Geschäften“ bezieht sich die Bundesanstalt auf das kurzfristige Handeln mit Derivaten oder Aktien, das auf einen unmittelbaren Gewinn statt auf eine langfristige Investition abzielt. Einigen Finanzexperten zufolge ist diese Art des Aktienhandels weitgehend mit dem Glücksspiel gleichzusetzen.

 

Die Käufer wetten dabei z. B. auf den unmittelbaren Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Der spekulative Handel ist jedoch nicht nur mit Aktien üblich. Auch auf die Preise von Rohstoffen wie Gold oder Öl wird am Finanzmarkt gewettet. Derartige Geschäfte gelten in der Finanzwelt zum Teil als sehr riskant.

Sollte sich bei den BaFin-Mitarbeitern bestätigen, dass sie spekulative Geschäfte betrieben hätten, werde dies Konsequenzen haben. Demnach seien derartige Aktivitäten aus Sicht der BaFin und des Finanzministeriums „nicht hinnehmbar“.

 

GameStop-Aktien weiterhin interessant

Dass die Mitarbeiter der Bundesanstalt sich unter anderem für die Aktien des US-Spielekonzerns GameStop interessierten, scheint angesichts des großen Wirbels um das Unternehmen und seinen Wert wenig verwunderlich.

 

Nach einer im Januar gestarteten „Rettungsaktion“ seitens der Anleger-Community WallStreetBets, die den Bankrott des Unternehmens durch massive Aktienkäufe verhindern sollte, liegt der Aktienwert von GameStop noch immer deutlich über dem der letzten Jahre.

Nachdem im Januar ein Höchststand von 347 USD pro Aktie erreicht worden war, liegt der Kurs heute [Stand: 13.04.2021] bei 141 USD. Zum Vergleich: Vor der Rettungsaktion waren die Aktien über Jahre auf einen Tiefstand von weniger als 4 USD gefallen. Aktuell scheint der Trend wieder nach unten zu gehen. Am Aktienmarkt gilt die GameStop-Aktie daher weiterhin als sehr volatil.

Bei AMC Entertainment handelt es sich hingegen um einen in Deutschland weniger relevanten US-Betreiber von Kinos. Das Unternehmen betreibt international zwar auch in Mexiko, Hongkong, Frankreich und Großbritannien mehrere Kinos, schwächelt aber auf dem Aktienmarkt schon seit vielen Jahren.

 

Ob AMC je wieder an seine Erfolge aus den 90er Jahren anknüpfen können wird, scheint daher fraglich. Der spekulative Handel, beziehungsweise Wetten auf den Erfolg des Konzerns, gelten daher ebenfalls als sehr riskant.

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