, March 3, 2018

Geldschein wird untersucht

Auszahlungen beim Online Glücksspiel sollen einfacher werden. (Bild: zdf.de)

Die UK Gambling Commission unterstützt einen genaueren Blick auf die Auszahlungsbedingungen vieler Online Glücksspielfirmen. Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat angekündigt, strenger gegen unfaire Verbrauchervorschriften vorgehen zu wollen und zu diesem Zweck Untersuchungen anberaumt. Auszahlungsgrenzen, Promotionsbedingungen und Co. sollen nun genauer unter die Lupe genommen werden.

 

Die britische Glücksspielbehörde ist neben Malta, Curacao und Gibraltar eine der großen Lizenzierungsstellen für Online Anbieter. Auch viele Unternehmen, die auf dem deutschen Markt aktiv sind, unterliegen den Regeln aus Großbritannien.

 

Kurze Fristen, Inaktivität und Kontrollverfahren

Die mutmaßlich kundenunfreundlichen und für Spieler nachteiligen Auszahlungsbedingungen bei Online Casinos und Buchmachern sollen in einer genauen Prüfung auf ihre Fairness und Transparenz hin bewertet werden. Der CMA bereiten vor allem drei Hauptpunkte Kopfzerbrechen.

Tages-, Wochen- oder Monatslimits zur Auszahlung von Guthaben, die unangemessen hoch ausfallen.

 

Besonders kurze Fristen, innerhalb derer Spieler ihre Identität bestätigen müssen, um Auszahlungen vornehmen lassen zu können. Wenn diese potenziell willkürlichen Zeiträume verstrichen sind, ohne dass der Spieler den Verifikationsprozess abgeschlossen hat, kann es zur Einbehaltung und teilweise sogar zum Verlust des Guthabens kommen.

 

Inaktivitätsbedingungen, die es Anbietern erlauben, Guthaben nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität einzubehalten oder hohe Gebühren zu verlangen, um das Spielerkonto weiterhin offen zu halten.

 

Auf ihrer Webseite kündigte die CMA bereits an, Spieler regelmäßig über den weiteren Verlauf und die Ergebnisse ihrer Prüfung zu informieren. Indes strebt auch die UK Gambling Commission eine schnelle Klärung der Problematik an und fordert ihre Lizenznehmer zur Kooperation und Überarbeitung ihrer Richtlinien auf. Ian Angus von der Gambling Commission sagte dazu:

„Wir stehen voll hinter der Untersuchung der CMA. Glücksspielfirmen dürfen Spielern keine Steine in den Weg legen, wenn es darum geht, wann und wie sie sich Guthaben von ihrem Spielerkonto auszahlen lassen können. Während die CMA weiter an dieser Problematik arbeitet, wollen wir alle Online Anbieter dazu auffordern, ihre Auszahlungsbedingungen und Betriebsabläufe einer genauen Prüfung zu unterziehen und neu zu bewerten, ob es sich bei den geltenden Regeln um ein faires Angebot an den Kunden handelt.“

Auch Bonus- und Umsatzbedingungen schon in der Kritik

Die UK Gambling Commission gilt als eine der weltweit besten Regulierungsbehörden für Glücksspiel und arbeitet kontinuierlich daran, ein spielerfreundliches Umfeld zu schaffen, in dem Fairness, Transparenz und Spielerschutz oberste Priorität haben. Um diesem Ziel gerecht zu werden, standen erst Anfang Februar die Bonusbedingungen und Willkommensangebote von Online Anbietern im Fokus.

 

Um Spielern den Zugang zu Bonusgeldern und Spielerguthaben aus Sonderaktionen und Angeboten zu erleichtern, überarbeiten Buchmacher wie Ladbrokes und William Hill im Vereinigten Königreich aktuell ihre Bonusbedingungen. Dabei sollen die Verständlichkeit von AGB und Teilnahmebedingungen verbessert sowie die verbindliche Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Werbeaktionen im Nachgang zu einem Gewinn gelockert werden. Die sofortige Verfügbarkeit von versprochenem Guthaben ohne das vorherige Erfüllen hoher Umsatzbedingungen ist ein weiterer wichtiger Punkt, den es zu optimieren gilt, um den Anforderungen der UKGC gerecht zu werden.

 

Casinos stoppen Affiliate-Programme

Ein weiteres Thema, das Anfang des Jahres für Aufsehen in Großbritannien sorgte, war das Ergebnis einer Untersuchung, die Partnerseiten, sogenannte Affiliates, untersucht hatte. Diese existieren auch im Casino- und Sportwettenbereich und arbeiten zum Teil mit verbraucherschutzrechtlich bedenklichen Mitteln wie missverständlicher Werbung, fehlender Nutzerzustimmung oder dem Verstecken der eigenen Identität.

 

Infolgedessen kündigte die Gambling Commission an, Firmen, die Affiliate-Marketing zulassen, direkt für die Nachlässigkeiten ihrer Partner zur Verantwortung zu ziehen, woraufhin viele Anbieter ihren Affiliatebetrieb maßgeblich zurückschraubten.