, 13.08.2020

Die Gespräche über Casino-Lizenzen in Macau haben derzeit keine Priorität. Wie der Regierungschef von Macau, Ho Iat Seng, am Mittwoch bekannt gegeben hat, seien aktuell keine Gespräche darüber geplant, ob und wann die Lizenzen der sechs Casino-Betreiber der Sonderverwaltungszone (SAR) verlängert würden.

 

Die Lizenzen laufen Mitte 2022 aus. Infolge der Corona-Pandemie könnte sich der Lizenzierungsprozess jedoch über das Jahr 2022 hinaus verzögern.

 

Wiederbelebung der Wirtschaft hat Priorität

 

Vor seinem Abflug zu einem sechstägigen Aufenthalt in Peking sei der Regierungschef von Journalisten gefragt worden, ob Casino-Lizenzen auf seiner Reise zur Zentralregierung thematisiert würden. Es stehe die Frage im Raum, ob die SAR die Lizenzen der Lizenznehmer über das Jahr 2022 hinaus verlängern wolle, oder ob stattdessen neue Ausschreibungen stattfinden sollen.

 

Ho habe entgegnet, dass Glücksspiel nicht auf der Agenda seines Peking-Besuches stehe. Man konzentriere sich derzeit stattdessen auf die Wiederbelebung der Wirtschaft:

Unser Fokus liegt jetzt auf der Zusammenarbeit bei der Prävention von Epidemien und der Stabilisierung der Wirtschaft.

Um weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft zu treffen, warte er zudem umfassende Untersuchungen zur wirtschaftlichen Situation der Casino-Branche durch die lokalen Behörden ab.

Im April hatte Macaus Wirtschafts- und Finanzminister Lei Wai Nong versichert, dass sich die Überprüfung der Glücksspiel-Gesetzgebung Macaus trotz der Corona-Krise nicht verzögern werde.

 

Der Zeitplan für die Casino-Lizenzierungen sei jedoch schon zu diesem Zeitpunkt unklar gewesen. Analysen von JPMorgan zufolge wäre es nicht überraschend, wenn sich der Lizenzierungsprozess über 2022 hinaus verzögern würde.

 

Macauisches Recht räume die Möglichkeit ein, Casino-Lizenzen um maximal fünf Jahre zu verlängern. Auf diese Weise könne man den anstehenden Erneuerungsprozess bis Juni 2027 verschieben.

Sorge um US-amerikanische Betreiber

 

Zu den betroffenen Lizenznehmern gehören die US-Unternehmen Las Vegas Sands, MGM Resorts und Wynn Resorts, sowie die Betreiber Galaxy Entertainment, Melco Resorts & Entertainment und SJM Holdings.

 

Angesichts der jüngsten Spannungen zwischen den USA und China fürchteten insbesondere die US-amerikanischen Betreiber um die Erneuerung ihrer Lizenzen für Macau.

 

Nicht zuletzt der Unmut der chinesischen Regierung über das Verbot der chinesischen Messenger-App WeChat [Seite auf Englisch] durch den US-Präsidenten Trump könne einer positiven Entscheidung in die Quere kommen.

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