, 12.07.2021

In der Republik Irland werden die Rufe nach einer Einschränkung der Glücksspielwerbung lauter. Sowohl der irische Präsident Michael D. Higgins als auch der frühere Paddy Power-CEO Stewart Kenny haben sich in den vergangenen Tagen für einen besseren Spielerschutz ausgesprochen.

 

Die Kritik an der Werbung kommt zu einer Zeit, in der in Irland eine Neuregulierung des Glücksspiels diskutiert wird und die Spielverluste der Einwohner im Milliardenbereich liegen.

In Irland gab es erst im Dezember 2020 eine Änderung des Glücksspielgesetzes („The Gaming and Lotteries (Amendment) Act 2019“). Allerdings plant der Gesetzgeber in den kommenden Jahren eine weiterführende Prüfung und Änderung der Gesetzeslage. So soll bis zum Jahre 2023 unter anderem eine neue Glücksspielaufsicht entstehen. Politiker fordern in diesem Zusammenhang auch eine Anpassung der Richtlinien für Glücksspielwerbung.

Iren verspielen Milliardenbetrag

 

Wie die Tageszeitung Irish Times unter Bezug auf Daten des Beratungsunternehmens H2 Gambling Capital berichtet, häuften sich gegenwärtig die Spielverluste in Irland.

 

Allein im Corona-Jahr 2020 hätten die Iren 1,36 Milliarden Euro beim Glücksspiel verloren. Dies entspreche einem Anteil von rund 300 Euro pro Erwachsenem. Das Land liege damit im EU-Ranking der Spielverluste auf dem vierten Platz und lande weltweit auf Platz 14.

 

Beim Spielverhalten der Iren sei eine Verschiebung zum Online-Glücksspiel zu beobachten. Im Jahr 2020 seien bereits knapp die Hälfte aller Wetten im Internet und nicht mehr in Wettannahmestellen oder auf Rennstrecken platziert worden. Noch zuvor hätte der Anteil des Online-Glücksspiels bei rund 36 % gelegen. Obwohl die Republik Irland nur 1,1 % der Bevölkerung der EU stelle, beliefe sich der Marktanteil am Glücksspiel auf 2,6 %.

 

Zu den Gefahren des Glücksspiels äußerte sich am Samstag Irlands Präsident Higgins, nachdem bereits in der vergangenen Woche eine öffentliche Debatte zum Thema Glücksspielwerbung auf dem staatlichen Sender RTÈ ausgestrahlt worden war.

 

Präsident warnt vor „gefährlicher Glücksspielwerbung“

 

In seinem Statement [Link auf Englisch] befürwortete Higgins eine öffentliche Diskussion über Glücksspielwerbung, insbesondere der Sportwettenwerbung.

 

Erst vor kurzem hatte der Präsident bei der Eröffnung einer Suchtklinik der Wohltätigkeitsorganisation Tiglin Kritik an der Glücksspielwerbung geäußert, die er am Wochenende erneuerte:

„Anfang dieses Monats habe ich mich mit Menschen getroffen, die Süchte verschiedener Art überwunden haben, und sprach über die Geißel des Sportglücksspiels und die gefährlichen Glücksspielwerbungen, die Familien und Einzelpersonen weiterhin so viel Schaden zufügen.“

Higgins hatte schon früher die Glücksspielwerbung moniert und dafür auch Beistand von Politikern wie dem Senator Mark Wall erhalten.

 

Der Labour-Politiker hatte sich ebenfalls gegen problematisches Spielverhalten und Glücksspielwerbung ausgesprochen und dabei auf die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Befragung vom April verwiesen. Dieser zufolge hätten 75 % der Teilnehmer angegeben, einen Problemspieler im Familien- oder Bekanntenkreis zu haben.

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