, 02.03.2020

Die Glücksspiel-Wirtschaft von Macau blickt auf einen desaströsen Monat zurück: Im Februar brachen die Casino-Umsätze in der Stadt um 87,8 % ein.

 

Macaus Glücksspiel-Kommission veröffentlichte die schlechten Zahlen am Wochenende. Demnach erzielten die Casinos im Februar Einnahmen in Höhe von 386,6 Mio. US-Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten die Umsätze bei 3,1 Milliarden US-Dollar gelegen.

 

Ein Virus bringt die Casino-Wirtschaft zum Erliegen

Hauptverursacher des Einbruchs ist die Corona-Epidemie, die in dem Spielerparadies bereits im Januar zu drastischen Einnahmeverlusten geführt hatte, als die Umsätze im Jahresvergleich um 11,3 % sanken. Doch im Februar kam es für die Glücksspielwirtschaft noch schlimmer, denn am 4. Februar trat die temporäre Schließung der Casinos in Kraft.

Um die Epidemie zu stoppen, hatte die Regierung verfügt, sämtliche Casinos der Stadt für die Dauer von 15 Tagen zu schließen. Die ersten Casinos eröffneten zwar am 20. Februar erneut ihre Türen, jedoch blieben die Besucher weiterhin aus, sodass viele der Unternehmen noch immer nicht im Vollbetrieb arbeiten.

Keine Besserung in Sicht?

Angesichts der weiterhin hohen Zahl von Infizierten in China und den verhängten Reise-Beschränkungen ist zu erwarten, dass die Zahlen auch im März auf einem historisch niedrigen Stand verharren dürften.

 

So prognostizieren Finanzexperten der Investmentbank JP Morgan nach Angaben des Nachrichtendienstes Bloomberg [Seite auf Englisch] für den kommenden Monat Einbußen von rund 70 % und auch für das gesamte zweite Quartal einen Rückgang von 35 %. Zwar würden die Verluste im weiteren Verlauf des Jahre voraussichtlich auf 8 % (drittes Quartal) und 5 % (viertes Quartal) sinken, doch unterm Strich sehen die Analysten für das Gesamtjahr ein Minus von 30 %.

 

Doch die Experten bleiben verhalten optimistisch. So teilte JP Morgan-Analyst DS Kim Bloomberg mit:

Wir denken nicht, dass COVID-19 den Enthusiasmus der Spieler substanziell dämpfen wird. Daher sollte seine Auswirkung auf die nachhaltige Ertragskraft der Branche limitiert sein.

Unter den Casino-Beschäftigten geht trotzdem die Angst vor bevorstehenden Massenentlassungen um. Zwar wurden von Seiten der Casino-Betreiber noch keine derartigen Schritte angekündigt, doch in Anbetracht der ausbleibenden Einnahmen und täglichen Ausgaben von bis zu 3 Mio. US-Dollar je Casino stellen sich viele Betroffene die Frage, wann die ersten Sparmaßnahmen verkündet werden.

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