, 14.12.2020

Belgiens Fußball-Erstliga, die Jupiler Pro League, wird ab sofort enger mit der belgischen Glücksspielaufsicht (Commission des Jeux de Hasard) zusammenarbeiten. Wie die Behörde am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt hat [Seite auf Französisch], seien dazu insbesondere die Regeln zum Glücksspiel-Marketing verfeinert worden.

 

Bereits im März 2019 hätten sich die Commission und die Liga auf grobe Richtlinien zur Glücksspiel-Werbung im Fußball geeinigt. An einigen Stellen seien diese jedoch noch nicht präzise oder strikt genug gewesen.

 

Das nun überarbeitete Regelwerk solle dafür sorgen, dass der Spielerschutz in puncto Marketing optimiert werde. Durch Einhalten der Vereinbarung gingen die Fußball-Clubs sogar über das durch die belgischen Glücksspielgesetze festgelegte Mindestmaß hinaus.

 

Verantwortungsvolles Glücksspiel im Vordergrund

Bei jeder Art von Glücksspiel-Werbung, die ein Fußball-Club im Rahmen seiner Sponsoren-Partnerschaften aussende, solle die Botschaft des verantwortungsvollen Glücksspiels im Vordergrund stehen.

 

Werbung in Form von TV-Spots, über den Internet-Auftritt oder auf Banden und Tafeln im Stadion müsse daher wörtliche Hinweise auf die potenziellen Risiken des Glücksspiels enthalten. Parallel dazu müsse die Telefonnummer einer belgischen Spielsucht-Hilfe eingeblendet werden.

Laut der belgischen Suchthilfe-Organisation Druglijn gelten 5,2 % der belgischen Bevölkerung als Risikospieler. Weitere 4,3 % hätten mit problematischem Spielverhalten zu kämpfen und 0,9 % ließen sich als spielsüchtig klassifizieren. Insgesamt seien somit mehr als 467.000 Menschen in Belgien in irgendeiner Weise negativ vom Glücksspiel betroffen. Die Organisation schätzt, dass sich lediglich 14 % aller Problemspieler und Spielsüchtigen professionelle Hilfe suchten.

Die Werbebotschaften dürften darüber hinaus nicht als direkte Aufforderung zur Anmeldung oder zum Spielen bei einem Anbieter formuliert werden. Auch während laufender Fußball-Spiele solle die Werbung grundsätzlich eingeschränkt werden.

 

Die Glücksspielaufsicht erinnert daran, dass die Vereine ausschließlich Werbepartnerschaften mit Glücksspielunternehmen eingehen dürfen, die über eine belgische Glücksspiellizenz verfügen. Sobald ein Club eine neue Partnerschaft schließen wolle, müsse die Glücksspielkommission über das Vorhaben informiert werden.

 

Verstoße ein Glücksspielanbieter gegen die Gesetze oder verliere gar seine belgische Lizenz, informiere die Behörde die Fußballiga, sodass etwaige Maßnahmen ergriffen werden könnten.

 

Aufklärung innerhalb der Clubs

Die Jupiler Pro League habe des Weiteren darin eingewilligt, innerhalb der eigenen Liga Workshops zu organisieren, um die Spieler für das Thema Glücksspiel und Spielsucht zu sensibilisieren. Davon sollen vor allem junge Spieler profitieren, die allgemeinhin als besondere Risikogruppe gelten.

 

Die Kommission hoffe, dass andere Ligen ebenfalls mehr Einsatz im Kampf gegen Spielsucht zeigen könnten:

Diese proaktive Politik könnte eine Quelle der Inspiration für all die anderen professionellen Sports unseres Landes sein.

Um sicherzustellen, dass sich die Clubs tatsächlich an die verschärften Regelungen halten werden, soll ein neues unabhängiges Integritäts-Komitee gegründet werden. Diese solle aus Akademikern und Sportlern bestehen und den Clubs mit konstruktiven Empfehlungen zur Seite stehen.

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