, 23.04.2021

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat sich nach der erfolgreichen Ratifizierung des Glücksspielstaatsvertrages im Landtag von Sachsen-Anhalt zur Neugestaltung der Glücksspielregulierung geäußert. Der Verband, zu dem unter anderem Sportwettenanbieter wie bwin, Interwetten und Tipico gehören, sprach am Donnerstag von einer „historischen Zäsur“.

 

DSWV-Präsident Mathias Dahms sieht im neuen Glücksspielstaatsvertrag eine Stärkung für den Verbraucherschutz und mehr Rechtssicherheit für die Sportwettenanbieter:

„Das ist der Beginn eines neuen Zeitalters der Glücksspielregulierung in Deutschland. Nach Sportwetten regulieren die Bundesländer jetzt richtigerweise weitere Online-Glücksspiele, um das Marktgeschehen endlich zu kontrollieren. Die Verbraucher profitieren von Klarheit und Sicherheit: Anbieter mit staatlichem Gütesiegel erfüllen höchste Ansprüche des Verbraucher- und Jugendschutzes, der Spielsucht- und Betrugsprävention. Auch die Errichtung einer zentralen Glücksspielaufsichtsbehörde in Halle/Saale und das bundesweite Sperrsystem für spielsuchtgefährdete oder pathologische Spieler sind richtige und wichtige Maßnahmen.“

Dahms zufolge bestehe jedoch trotz der Neuregulierung weiterhin „Nachbesserungsbedarf“. „Staatliche Datenbanken“ halte der Verband unter Datenschutzgesichtspunkten für „höchst bedenklich“.

 

Kritik äußerte Dahms auch bezüglich der Regulierung bestimmter Wettformate. Dass „Live-Wetten künftig zwar auf Fußball- und Eishockeyspiele“, womöglich aber nicht auf Sportarten wie Tennis oder Handball erlaubt sein sollten, gehe an der Erwartung der Kunden völlig vorbei, so Dahms.

 

Kritik an Steuerplänen von Bund und Ländern

 

Kritisch bezog sich Dahms auch auf die Pläne von Bund und Ländern, eine Steuer in Höhe von 5,3 % auf die Spieleinsätze von Verbrauchern zu erheben. Der Steuersatz, erklärte Dahms, sei „im internationalen Vergleich viel zu hoch.“

Für den Staat könnten die Steuereinnahmen durch Einsätze beim Online-Poker und virtuellen Spielautomaten viele Millionen Euro einbringen. Laut einem Bericht der Zeitung Die Welt werde der „weitgehend unregulierte Markt“ auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt.

Die Zeche dafür soll der Spieler zahlen. Laut Dahms werde das Spiel für den Kunden deshalb erheblich verteuert – und sein Spielguthaben damit schneller aufgebraucht. Hiervon profitiere letztlich nur der Schwarzmarkt.

 

Der Verband appelliere „daher an die Bundestagsabgeordneten, den Gesetzentwurf des Rennwett- und Lotteriegesetzes jetzt nicht übereilt durchzuwinken (…).“ Ein Zeitdruck bestehe nicht, da die Glücksspielanbieter heute bereits eine Umsatzsteuer von 19 % auf die Bruttospielerträge zahlten.

 

Similar Guides On This Topic