, March 12, 2019

Der 23 Jahre alte Joshua Jones aus Swindon, England, nahm sich im Jahre 2016 aufgrund seiner Spielsucht das Leben. Seine Eltern, Martin und Kim Jones, fordern nun strengere Glücksspielgesetze.

 

Kim Jones führte aus, dass ihr Sohn ihnen vor seinem Tod eine E-Mail gesendet habe, die mit dem Wort „Panikattacken“ betitelt gewesen sei. Er habe häufig mit seinem Smartphone bis in die frühen Morgenstunden online gespielt.

 

Das Paar sagte, dass die Wett- und Glücksspielbranche mehr Verantwortung hinsichtlich der Folgen des Glücksspiels übernehmen müsse. Weiterhin äußerten die Jones´, dass ihr Sohn zwar eine kognitive Verhaltenstherapie absolviert habe, diese allerdings nicht erfolgreich gewesen sei. Indes verdiene die Glücksspielbranche Millionen Pfund mit dem Leid der Menschen.

 

Ehepaar fordert Anpassung des Selbstausschluss-Verfahrens

Spieler können auf den Online-Glücksspielseiten jederzeit einen Selbstausschluss veranlassen, wenn sie befürchten, die Kontrolle über ihr Spielverhalten zu verlieren. Allerdings sei dieser Zeitrahmen auf nur sechs Monate beschränkt.

 

Frau Jones ist allerdings der Meinung, dass an dieser Stelle eine Anpassung vorgenommen werden müsse, denn von der Spielsucht Betroffene seien ihr Leben lang süchtig. Sie fordere daher, dass der Selbstausschluss auch lebenslang gelten müsse, damit mit diesem Schritt eine Wirkung erzielt werden könne.

Verantwortungsvolles Glücksspiel

 

Die Online Casinos sind im Rahmen ihrer Lizenzvereinbarungen dazu verpflichtet, die Voraussetzungen für verantwortungsvolles Glücksspiel zu schaffen. Eine Möglichkeit, das Spielverhalten zu regulieren, ist der Selbstausschluss.

 

Die Spieler haben nach Aktivierung des Selbstausschlusses keinen Zugang mehr zum Spielangebot des Betreibers. Weiterhin erhalten sie auch keine Benachrichtigungen über Werbeaktionen. Einmal aktiviert, kann diese Aktion nicht mehr rückgängig gemacht werden. Der Zeitraum kann den Bedürfnissen entsprechend konfiguriert werden.

Stimmen aus der Politik

Richard Graham, Abgeordneter von Gloucester, griff den Fall der Familie Jones nun auf und beabsichtigt, das Parlament dazu aufzufordern, die Glücksspielgesetze zu verschärfen.

 

Noch in dieser Woche werde er die Änderung der geltenden Regeln hinsichtlich des Zugangs zu Webseiten für Online Glücksspiele fordern, um einen besseren Schutz der potentiell gefährdeten Spieler zu gewährleisten.

 

Er sagte weiterhin:

„Ich fordere von allen Glücksspielunternehmen eine Abgabe von 1 %, die im Jahr rund 100 Millionen Pfund Sterling einbringen könnte. Das Geld kann in unabhängige Forschung investiert werden und tatsächlich einen Beitrag zu den Rehabilitationskosten leisten und dazu, Leute von der Sucht zu befreien.“

Suizid und Spielsucht: wo gibt es Zusammenhänge?

Das pathologische Glücksspiel führt nicht nur zu finanziellen Problemen, sondern kann auch das Leben kosten. Eine Studie führte zum Ergebnis, dass Spielsüchtige dreimal so häufig Selbstmord begingen wie Nicht-Spieler. Rund 5 % aller Suizide würden von Spielsüchtigen begangen.

 

Dabei beginne die Karriere eines Spielsüchtigen vergleichsweise harmlos mit einem Besuch in der Spielhalle oder in einem Online Casino. Häufig würden am Anfang sogar Gewinne generiert.

 

Mann, Zug, allein

Spielsucht kann zur Isolation führen. (Bild: pixabay.com)

Allerdings müssten die Spieler im Laufe der Zeit meist mehr Geld investieren als sie erhielten. Um ihre Leidenschaft zu finanzieren, verschuldeten sie sich, bestählen ihre Familie und begingen sogar andere kriminelle Handlungen.

 

Am Ende befänden sie sich in Isolation, da sich Freunde und Familie abwendeten. Was bliebe, seien Schuldgefühle, Selbstvorwürfe und Angst.

 

Problematisch sei, dass pathologische Spieler häufig Persönlichkeitsstörungen aufwiesen. Die Betroffenen zeigten ein dysfunktionales Wahrnehmungs- und Beziehungsmuster, das in Kombination mit der Unfähigkeit, Beziehungen einzugehen oder berufliche Leistungsfähigkeit zu aktivieren, eine Suchtkarriere begünstigen könne.

 

Das Dilemma hierbei sei die Tatsache, dass Spielsüchtige ihr Problem als solches nicht erkannten und der Meinung seien, es selbst lösen zu können. Allerdings suchten sie die Lösung im Spiel.

 

Hilfsangebote nutzen

Mittlerweile werden gegen Spielsucht sehr viele Hilfen angeboten, sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Angehörigen. In deutschen Städten gibt es zahlreiche Beratungseinrichtungen, an die sich Spieler, die die Kontrolle über ihr Spiel verloren haben, wenden können.

 

Darüber hinaus bieten auch die Betreiber der Casino-Webseiten Adressen und Telefonnummern für Hilfesuchende. Auch der Support der Casino-Anbieter ist ein guter Ansprechpartner und kann dem Betroffenen Ratschläge geben, wie er sein Spielverhalten wieder in den Griff bekommen kann.