, 25.02.2021

In der Nacht zum Donnerstag ist Wiener Fahndern bei zwei Razzien im illegalen Glücksspiel-Milieu ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität in der Alpenrepublik geglückt. Dies gab die bei der Aktion federführende Finanzpolizei bekannt. Bei den Durchsuchungen in den Bezirken Donaustadt und Rudolfsheim-Fünfhaus waren die Ermittler neben professionellem Glücksspielequipment und hohen Bargeldbeträgen auch auf Drogen und illegale Prostitution gestoßen. Finanzminister Gernot Blümel lobte die Arbeit der Beamten.

 

„Glücksspiel aus dem Osten“

 

Laut heute auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen veröffentlichter Pressemeldung  hätten sich beide Einsätze als „Volltreffer und massive Schläge gegen die organisierten Verbindungen im Bereich des illegalen Glücksspiels aus dem Osten“ entpuppt.

 

Auch der für das Glücksspiel in Österreich zuständige Finanzminister Blümel kommt in der Pressemitteilung zu Wort. Er betont, den Kampf gegen Glücksspiel-Strukturen, die sich zuletzt vermehrt in Wien angesiedelt hätten, fortsetzen zu wollen:

Die konsequente Arbeit der Finanzpolizei bringt diese mafiösen Banden aus dem Südosten massiv unter Druck. Wir werden auch weiterhin hart und konsequent gegen diese Kriminellen vorgehen und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Polizei fortsetzen. Der Kampf gegen illegales Glücksspiel wird auch weiterhin forciert werden.

Besonders bedenklich, so Blümel, sei eine in Wien zunehmend zu beobachtende Verbindung von Glücksspiel, Drogen und daraus resultierender Begleitkriminalität. Tatsächlich scheinen die Einsatzkräfte bei ihren gestrigen Razzien auf ebendiese Kombination gestoßen zu sein.

 

Hohe Blinds beim illegalen Poker

 

Den Anfang habe der Zugriff im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus gemacht. Nachdem sich die Einheiten Zutritt zu einem Kellerlokal verschafft hätten, seien sie auf sieben illegale, laut Pressemeldung „üblicherweise ohnehin manipuliert[e]“, Spielautomaten und eine Geldwechselmaschine gestoßen.

 

Vor Ort hätten sich mehrere Frauen aufgehalten, die der illegalen Prostitution nachgegangen seien. Bei den zehn anwesenden Männern seien gefälschte Ausweise und Drogen sowie ein Kampfmesser gefunden worden.

 

Noch weitreichender scheint das Angebot beim zweiten nächtlichen Einsatz in der Donaustadt gewesen zu sein. So seien die Fahnder in der Donaustadt auf ein illegales Lokal gestoßen, das „professionell organisierte Unternehmensstrukturen“ aufgewiesen habe.

Im Inneren der nach außen abgedunkelten Örtlichkeit hätten sich 34 Spieler befunden, die teils bis zu 21.000 Euro bei sich gehabt hätten. An den beiden vorgefunden Pokertischen sei mit Blinds in Höhe von bis zu 20 Euro gespielt worden, wodurch sich pro Runde Einsätze von mehreren Tausend Euro summiert hätten. Zudem seien die Beamten auf zwei Spielautomaten und Drogen gestoßen.

Letztlich hätten die Befragungen und Identitätsfeststellungen vor Ort mehrere Stunden in Anspruch genommen.

 

Aktuell werde auf Hochtouren nach den Hintermännern der illegalen Lokale gesucht. Gegen die Angetroffenen liefen nun diverse Anzeigen wegen Verstößen gegen Glücksspielgesetz und Corona-Schutzmaßnahmen, Schwarzarbeit, illegaler Ausländerbeschäftigung sowie illegalem Waffen- und Drogenbesitzes.

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