, 18.06.2021

Die Glücksspielaufsichten von 14 europäischen Staaten haben sich an die Europäische Kommission gewandt, um die Neuetablierung des EU-Expertenteams für Glücksspiel zu fordern. Dies hat am Donnerstag der europäische Glücksspielverband EGBA berichtet [Seite auf Englisch].

 

Die auf den Glücksspielsektor ausgerichtete Experten-Gruppe gab es in der EU noch bis vor wenigen Jahren. Etabliert wurde die „Expert Group on Gambling Services“ (EGGS) im Jahr 2012 von der Europäischen Kommission. Trotz Protest der teilnehmenden Glücksspielbehörden wurde die Arbeit der Gruppe jedoch 2018 wieder eingestellt.

Laut der Europäischen Kommission hatte das Team folgende Aufgaben:

 

  • Die Experten sollten neue Kooperationswege in Glücksspiel-Angelegenheiten zwischen den Behörden der Mitgliedsstaaten und der Kommission schaffen.
  • Sie sollten der Kommission beratend und unterstützend zur Seite stehen, was die Vorbereitung und Implementierung politischer Initiativen in Bezug auf das Glücksspiel anbelangt.
  • Sie sollten die Initiativen und im Zusammenhang aufkommende Probleme im Bereich Glücksspiel überwachen.
  • Die Mitglieder der Behörden sollten untereinander ihre Erfahrungen und funktionierenden Maßnahmen aus dem Glücksspielsektor austauschen, auf nationaler sowie internationaler Ebene.

Jetzt wünschten sich die Behörden die Expertengruppe zurück. Diese habe damals hervorragend funktioniert und dem Sektor geholfen. Laut EGBA setze sich insbesondere René Jansen, der Vorsitzende der niederländischen Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA), für den Neustart der „EGGS“ ein.

 

Dieser hatte bereits Anfang des Jahres in Bezug auf die Legalisierung des Online-Glücksspiels in den Niederlanden verlauten lassen, dass er sich in Zukunft mehr internationale Kooperation wünsche. Wie die KSA dazu passend am Dienstag berichtete, sei Jansen zum Vorsitzenden des Europäischen Forums für Glücksspiel-Regulierungsbehörden (GREF) gewählt worden.

 

Eine europäische Lösung für internationale Probleme

Während auch GREF den Behörden eine Plattform für Kooperation und Austausch bietet, fehlt die direkte Anbindung an die EU-Politik und die Europäische Kommission. Auch die EGBA spricht sich daher für eine zusätzliche Wiederbelebung des EU-Expertenteams aus. Generalsekretär Maarten Haijer kommentiert:

Es gibt derzeit keinen EU-Rahmen für Glücksspiel-Regulierungsbehörden, in dem sie miteinander kommunizieren oder sich gar gemeinsam der großen Probleme des Online-Glücksspiels in Europa annehmen können. Die meisten Probleme sind grenzüberschreitender Art und benötigen daher eine gemeinsame Lösung.

Es gebe in der EU für jeden Wirtschaftssektor ein passendes Experten-Team, heißt es weiter. Lediglich für den Glücksspielmarkt, der jährlich 100 Mrd. Euro umsetze, fehle ein solches.

 

Die EGBA sowie ihre Mitglieder appellierten daher dringend an die Europäische Kommission, der Forderung nach der Wiederherstellung von „EGGS“ nachzugehen. Dies sei auch für den Schutz europäischer Glücksspieler unerlässlich.

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