, March 7, 2019

Der ehemalige UK-Fußballer Jeffrey Whitley (40) sieht die Hauptursache mentaler Probleme bei jungen Fußballspielern im Online-Glücksspiel. Der ehemalige Manchester-City-Star und Nordirland-Nationalspieler teilte der Press Association mit, dass die Anzahl der Spieler, die Hilfe wegen ihrer Glücksspiel-Sucht suchten, enorm zunehme.

 

Social-Media-Sucht und Gaming als neue Herausforderungen für junge Fußballer

 

Jeffrey Whitley (40) ruinierte seine Karriere selbst mit Drogen und Alkohol. Nun ist er Mitglied des Wohlfahrtsteams der Professional Footballers‘ Association (PFA), der Gewerkschaft für Fußballspieler in England und Wales, und steht anderen Spielern mit Suchtproblemen zur Seite.

Jeffrey Whitley wurde am 28. Januar 1979 in Sambia geboren, verbrachte seine Kindheit jedoch in England. Im Alter von zehn Jahren trat er dem Manchester City Jugendprogramm bei. Für Manchester City spielte Whitley bis zum Jahr 2002.

 

Danach stand er unter anderem bei Wrexham, Notts County und Sunderland unter Vertrag. Da sein Vater in Nordirland geboren wurde, konnte Whitley auch für die irische Nationalmannschaft spielen.

 

Whitley gelang es durch einen Aufenthalt in der Sporting Chance Clinic, die Athleten bei der Überwindung von Suchtkrankheiten hilft, seine Drogen- und Alkoholabhängigkeit zu überwinden.

Whitley beschreibt einen fast dreifachen Anstieg der Anzahl der Spieler, die Hilfe wegen Suchtproblemen, Angstzuständen oder Depressionen suchten. In der Vergangenheit hätten viele Leute Probleme mit Alkohol oder mit Spielsucht gehabt.

 

Nun jedoch gäbe es ganz neue Herausforderungen. So kämen zur Alkohol- und Drogenabhängigkeit das Online Gambling und eine Abhängigkeit von den Social Media hinzu:

„Beim Glücksspiel muss man jetzt nicht mehr zu den Buchmachern gehen. Es ist eine geheime Abhängigkeit, für die man nur sein Handy braucht. Und dann gibt es noch das Problem mit den sozialen Medien und den Leuten, die einfach nur von ihrem Smartphone abhängig sind.“

Als weiteres Problem, das er unter jungen Spielern beobachte, nennt er das Gaming. Dieses könne ein netter Zeitvertreib sein, jungen Menschen falle es jedoch schwer, vernünftige Grenzen zu setzen.

 

Sie kämen nach dem Training nach Hause und spielten von zwei Uhr nachmittags bis zwei Uhr morgens. Danach seien sie nicht fit fürs Training und würden zudem unter den Auswirkungen leiden, die das Spielen auf die psychische Gesundheit habe.

 

Online Gambling als größtes Problem

 

Das größte Problem junger Fußballer sei laut Jeff Whitley jedoch das Online-Glücksspiel:

„Gambling ist aus verschiedenen Gründen das größte Problem. Es unterscheidet sich von Alkohol oder Drogen, die man sehen oder riechen kann, wenn ein Spieler in den Club kommt. Das gleiche gilt für Sex-Sucht, bei der man sieht, dass jemand die ganze Nacht lang auf war.“

Eine Glücksspielsucht dagegen lasse sich kaschieren und es könnten Monate vergehen, bis diese von jemandem erkannt werden. Für Spieler gäbe es mehrere Auslöser für die Entwicklung einer Sucht. Einer von ihnen sei die konstante Bombardierung mit Glücksspielwerbung während Sportsendungen im Fernsehen.

In Großbritannien formierte sich im vergangenen Jahr eine breite Bewegung zur Einschränkung von Glücksspielwerbung im Fernsehen. Diskutiert wurde, Glücksspielwerbung während Sportsendungen zu verbieten.

 

Vertreter der Glücksspielbranche, unter ihnen der Geschäftsführer von GVC Holdings, Kenny Alexander, sprachen sich ebenfalls für eine Reduzierung von TV-Werbung aus. Der TV-Sender Sky kündigte Ende 2018 an, freiwillig weniger Glücksspielwerbung auszustrahlen.

Mit Rückblick auf seine eigenen Erfahrungen rät Whitley jungen Spielern, sich mit den richtigen Leuten zu umgeben und sich um Körper und Geist zu kümmern. Er fordert sie auf, aktiv um Hilfe zu bitten, wenn sie sie brauchen.

 

Professional Footballers Association PFA Logo

Die PFA dient Fußballern in Großbritannien als Anlaufstelle bei Suchtproblemen. (Bild: Wikipedia)

Er betrachtet den massiven Anstieg der Spieler, die den Rat der PFA [Seite auf Englisch] in Anspruch nehmen, jedoch nicht negativ. Vielmehr sei er positiv zu sehen und ein Zeichen dafür, dass weniger Leute im Stillen litten, sondern tatsächlich die Hilfe bekommen, die sie benötigen.

 

Spieler, die sich an die PFA wenden, müssen dabei gar nicht erst ein schwerwiegendes Problem haben. Manche von ihnen haben nach Verletzungen oder infolge von Kritik in den sozialen Medien das Selbstvertrauen verloren. Andere nutzen Sex, um den Kick zu ersetzen, den sie beim Fußballspielen bekommen sollten.

 

Jeffrey Whitley fordert Spieler auf, sich jederzeit telefonisch mit der PFA in Verbindung zu setzen oder anderweitig um Hilfe zu bitten, bevor sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht haben.

 

Similar Guides On This Topic