, February 9, 2019

Am heutigen Samstag findet die Ultimate Fighting Championship (UFC) 234 in Melbourne, Australien, statt.

 

Das Kampfsport-Event wird in der Rod Laver Arena ausgetragen, wo sich nur zwei Wochen zuvor die Tennis-Weltelite bei der Australian Open 2019 gegenüberstand.

 

Highlight ist der Titelkampf zwischen dem in Neuseeland geborenen Australier Robert Whittaker (29) und dem aus Kalifornien stammenden US-Amerikaner Kelvin Gastelum (27).

 

Mit Spannung wird zudem der Kampf im Mittelgewicht zwischen Israel Adesanya (29) und Anderson Silva (43) erwartet.

 

Der Titelkampf: Robert Whittaker gegen Kelvin Gastelum

 

UFC-Champion Robert Whittaker gilt in der Mittelgewichtsklasse als einer der gefährlichsten Kämpfer, die jemals das Oktagon betraten. Der australische Lokalmatador hat alle seiner letzten acht Kämpfe gewonnen und wies zuletzt Gegner wie Yoel Romero in die Schranken.

 

 

Whittaker ist berüchtigt für seine unglaubliche Schlagkraft und Schnelligkeit. Zugute kommt ihm seine ausgezeichnete Verteidigung gegen Takedowns, die es seinen Gegnern erschwert, ihn auf die Matte zu bringen.

 

Befindet sich der ausgebildete Karate-Kämpfer Whittaker doch im Bodenkampf, profitiert er von seinen Fähigkeiten im Brazilian-Jiu-Jitsu, die ihn im Oktagon noch gefährlich machen.

 

Kontrahent Kelvin Gastelum aus den USA entschied fünf der letzten sechs Kämpfe für sich und wird es Whittaker nicht leicht machen. Gastelum ist ebenfalls ein ehemaliger Weltergewichtler und verfügt wie Whittaker über jede Menge Knockout-Kraft. Einige Kommentatoren behaupten sogar, Gastelums Schläge seien die härtesten im gesamten Mittelgewicht.

 

Dies bekam unlängst UFC-Konkurrent Michael Bisping zu spüren, den Gastelum im Rahmen der Fight Night Shanghai mit einer heftigen Rechts-Links-Kombination auf den Oktagonboden verabschiedete (siehe Video).

 

Interessant dürfte die Frage sein, wie Gastelum die Takedown-Verteidigung Whittakers umgehen wird.

 

Den Zahlen nach ist Robert Whittaker als Titelverteidiger bei den Buchmachern der klare Favorit mit einer Siegquote von 1.36. Gastelum hingegen ist der Außenseiter mit einer Siegquote von 3.0.

 

Die von den Buchmachern aufgerufene Favoritenquote entspricht den Statistiken der Kämpfer. So landete Robert „The Reaper“ Whittaker im direkten Vergleich mehr Schläge pro Minute, hat eine höhere Arm- und Beinreichweite und gewann in der Vergangenheit mehr Kämpfe per KO.

Die anderen Kämpfe der UFC 234

Neben dem Titelkampf und den Kämpfen im Hauptprogramm finden während der UFC 234 (Link auf Englisch) noch zahlreiche weitere Fights statt.

 

In den Vorkämpfen tritt unter anderem Lando Vannata (26) aus den USA gegen Marcos Rosa (32) aus Brasilien an. Außerdem treffen die Leichtgewichtskämpfer Callan Potter aus Australien und der US-Amerikaner Jalin „die Tarantel“ Turner (23) aufeinander. Ein rein asiatisches Duell werden sich die Bantamgewichte Teruto Ishihara (27) aus Japan und der Koreaner Kyung Ho Kang (31) liefern.

Kampf der Generationen: Israel Adesanya gegen Anderson Silva

 

Langjährige UFC-Zuschauer werden dem Kampf zwischen Israel Adesanya und Anderson Silva vielleicht sogar mit mehr Hochspannung entgegenfiebern als dem Titelkampf.

 

Schließlich feiert mit Anderson Silva eine absolute Legende des MMA ein Oktagon-Comeback. Der 43-jährige absolvierte in seiner beeindruckenden Karriere 42 Profikämpfe, von denen er 34 gewann.

 

 

Der Brasilianer war zwischen 2006 und 2013 unangefochtener UFC-Champion im Mittelgewicht und hält mit 16 gewonnen Kämpfen in Folge einen unangefochtenen Rekord. Selbst UFC-Präsident Dana White nannte Silva einst den bedeutendsten UFC-Fighter aller Zeiten.

 

Die Reputation, die Silva genießt, muss sich Israel „The Last Stylebender“ Adesanya erste noch erarbeiten. Der Mittelgewichtler ist ganze 14 Jahre jünger als Silva und unterzeichnete seinen ersten UFC-Vertrag im Dezember 2017.

 

Adesanya, ein Neuseeländer mit nigerianischen Wurzeln, ist besonders für seine brutalen Kicks gefürchtet, die zuletzt Gegnern wie Derek Brunson keine Chance ließen.

 

Zusätzlich zu seinen harten Tritten ist Adesanya ein absolutes Bewegungstalent. Der 29-Jährige setzt immer wieder Finten und bringt seine Gegner auf diese Weise aus dem Rhythmus. Eine Fähigkeit, um die der Kämpfer weiß:

„Ich kann mich bewegen, wie ich will (…). Ich kann genau das tun, was ich will. Selbst wenn eine Welle versucht, gegen mich zu stürzen, bewege ich mich noch immer so, wie ich mich bewegen möchte. Ich bin in jeder Situation sehr anpassungsfähig und das macht mich großartig.“

Tatsächlich könnte Adesanyas Beweglichkeit ein Problem für den älteren Silva darstellen, der sich auf seine Erfahrung, harte Punches und Ellenbogenaktionen verlassen muss.

 

Aufgrund des Altersunterschiedes und der individuellen Stärke Adesanyas sehen die Buchmacher Anderson Silva als einen 4.5:1.16 Underdog.

 

Die hohe Außenseiterwette scheint aufgrund der Kampferfahrung Silvas attraktiv. Vorschnell zum alten Eisen legen sollte man den Brasilianer jedenfalls nicht.