, 23.11.2018

Der Golf-Superstar Phil Mickelson ist um einen Triumph reicher: Am Freitagabend gewann er das zum Match des Jahres erklärte Duell mit seinem US-amerikanischen Kontrahenten Tiger Woods. Das ganz große Spektakel blieb jedoch aus.

 

Das Duell war unter dem Motto “The Match” zur besten Sendezeit im Shadow Creek Golf Course in Nevadas Spielerparadies Las Vegas austragen worden. Die Rahmenbedingungen waren dabei denkbar einfach: Zwei Gegner, 18 Löcher und neun Millionen US-Dollar für den Gewinner.

 

Dieser hieß am Freitagabend Phil Mickelson, der das Duell für sich entschied. Doch statt des groß vermarkteten Golf-Festivals blieb die Partie hinter den Erwartungen zurück, denn sie war geprägt von vielen Fehlern und vergebenen Chancen.

 

So lagen die Kontrahenten nach 18 Löchern gleichauf und mussten sich im Stechen weiter duellieren, ehe Mickelson seinen Gegner Woods schließlich am vierten Loch um einen Schlag besiegte. Zu der Zeit war die Sonne bereits untergegangen und das Grün musste von Scheinwerfern taghell erleuchtet werden.

 

Wettbüros spekulieren mit Millionen-Umsatz

Phil Mickelsen

Phil Mickelson gewann knapp (Bild: Wikipedia)

Rund um das Mega-Event wurden weltweit viele Millionen auf das Duell gewettet. Als Favorit wurde kurz vor dem Match Tiger Woods mit einer Quote von 1:1,70 gehandelt. Für den tatsächlichen Sieger Phil Mickelson wurden 2,75 Euro für jeden gesetzten Euro ausbezahlt.

 

Neben Mickelson steht ein großer Gewinner ebenfalls fest: Die wohltätigen Organisationen, an die das gigantische Preisgeld fließen wird. Denn im Gegensatz zu anderen Sportlern hatten sich die beiden Golfer schon früh darauf geeinigt, dass die Millionen nicht in die eigenen Taschen, sondern an soziale Einrichtungen fließen sollen.

 

Die beiden Gegner schlossen zuvor öffentlichkeitswirksam diverse Nebenwetten ab. Dabei kamen weitere 800.000 US-Dollar zusammen, die die Spieler ebenfalls für wohltätige Zwecke spendeten.

Zwei Top Stars der Golf-Szene im direkten Duell
In seiner 1996 gestarteten Karriere hat der 42-jährige Ausnahmeathlet 80 PGA-Turniere gewonnen. Darunter fallen 14 Titel bei den Majors und allen vier bei den US-Masters, die für viele das bedeutendste Golf-Turner der Welt sind. Sein Erfolg zahlte sich auch finanziell aus, denn laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes war Tiger Woods der erste Sportler, der mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient hat.
Sein Gegner, der fünfmalige Major-Champion Phil Mickelson, gewann bisher 43 Turniere auf der PGA-Tour. Der 48-Jährige zählt wie auch Woods zu den bekanntesten und populärsten Golfspielern unserer Zeit. Deshalb ist es kein Wunder, dass ausgerechnet diese beiden US-Amerikaner zu dem einmaligen Duell antraten.

Bei ihrem Match sprengten Woods und Mickelson gleich in vielerlei Hinsicht die bisherigen Dimensionen im Golfsport. So wurde noch nie für eine einzige Paarung ein so hohes Preisgeld ausgelobt. Zwar sind Millionenpreisgelder auf der Golf-Tour an der Tagesordnung, doch eine solche Summe gab es im Profisport noch nie für ein Duell an 18 gespielten Löchern.

 

Fans waren am TV hautnah dabei

Auch die Live-Übertragung setzte neue Maßstäbe. An ihren Geräten waren die Zuschauer so dicht wie noch nie am Geschehen dran. Ermöglicht wurde dies durch die aufwändige Choreographie des Events und den Einsatz diverser Kamerateams, die den Fans ganz neue Einblicke in das Spiel der Superstars gewährten.

 

Tiger Woods

Tiger Woods musste sich geschlagen geben (Bild: Wikipedia)

Die Nähe wurde durch Mikrofone, die Mickelson und Woods sowie ihre Caddies am Körper trugen, zusätzlich gesteigert. Über diese konnten Zuschauer hautnah die Reaktionen der Spieler auf ihre Schläge erleben. Zudem lieferten sich die zwei Profis auch verbal ein äußerst kurzweiliges Duell.

 

Ein Wermutstropfen für die Fans war, dass das Match exklusiv im Bezahlfernsehen ausgestrahlt werden sollte. Für das an Thanksgiving zur Prime Time ausgetragene Game sollten sie ursprünglich tief in die Tasche greifen, denn eine Freischaltung kostete 20 US-Dollar.

 

Doch aufgrund von technischen Problemen entschloss sich der übertragende Sender ESPN, die Übertragung kostenlos anzubieten. Die Fans dürften sich über die Entscheidung sehr gefreut haben. In Deutschland konnten die Zuschauer die Golf-Runde bei Sky live miterleben.

 

Weltweite Vermarktung

Die globalen Marketinganstrengungen erreichten schon im Vorfeld des Matches ein nie gekanntes Niveau. Nachdem es bereits im Frühjahr Gerüchte über ein mögliches Rekord-Spiel zwischen Woods und Mickelson gegeben hatte, verdichteten diese sich im Juli, als beide Golf-Pros die Attraktivität eines solchen Games rühmten.

 

Nach der Ryder Cup-Pleite der USA gegen die Europäer Ende September bekam die Idee neuen Schwung. Seitdem wurde die Werbetrommel von Veranstaltern, Sponsoren und Spielern gleichermaßen gerührt.

 

Nicht ohne Grund, denn um das Millionen-Preisgeld zu finanzieren, sind hohe Einnahmen aus dem Sponsoring erforderlich. Tiger Woods sagte zu dem Event:

Es wird ein Match, das unterhalten und Spaß machen soll. Ich freue mich darauf, denn es ist etwas, das es vorher noch nie gegeben hat.

“The Match” war als einmaliges Event geplant. Nach dem mäßigen Erfolg der Veranstaltung wird sich erst zeigen müssen, ob sich zwei Spieler noch einmal auf ein ähnliches Match einlassen.