, 06.09.2021

Der FC Energie Cottbus hat versuchte Spielmanipulationen öffentlich gemacht. Mehrere Spieler des FC Energie Cottbus sollen Angebote zur Spielmanipulation erhalten haben. Wie der Fußball-Regionalligist am Samstag auf seiner Webseite bekanntgegeben hat, seien den Spielern hohe Beträge angeboten worden, um das Pokalspiel gegen den Ludwigsfelder FC zu manipulieren. Die Spieler hätten die Angebote abgelehnt und die Vereinsführung informiert. Der Fußballclub habe daraufhin den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) in Kenntnis gesetzt.

 

Cottbus gewinnt – versuchte Spielmanipulation im Mittelpunkt

 

Das Spiel zwischen dem Ludwigsfelder FC und FC Energie Cottbus endete 0:2. Doch seit der Veröffentlichung der versuchten Spielmanipulation steht das Ergebnis im Hintergrund. Der Fußball-Landesverband Brandenburg hat noch keine Stellungnahme zu den Vorgängen beim FC Energie Cottbus veröffentlicht.

Der Verein selbst erklärte:

„Der FC Energie distanziert sich entschieden von jedweder Art von Spielmanipulation, macht hiermit deutlich: „Nicht mit uns“ und wird den entsprechenden Ermittlungsbehörden sämtliche Informationen zur strafrechtlichen Verfolgung zur Verfügung stellen.“

Die Spieler des FC Energie Cottbus hätten sich mit der unmittelbaren Aufdeckung der versuchten Spielmanipulationen vorbildlich verhalten. Nun gehe es darum aufzuklären, wer hinter den versuchten Spielmanipulationen stecke. Der Fußball-Landesverband Brandenburg müssen den Sachverhalt aufklären und die Informationen gegebenenfalls an die zuständige Staatsanwaltschaft weiterleiten.

 

Spielmanipulationen sind seit jeher ein unerwünschter Teil des Sports. Der griechische Boxer Eupolos soll schon im Jahr 388 v. Chr. bei den Olympischen Spielen drei andere Boxer bestochen haben, um den Olympiasieg zu erringen. In der Saison 1970/71 kam es zum Bundesliga-Skandal, weil zahlreiche Spieler von unterschiedlichen Vereinen Geld für Spielmanipulationen akzeptierten. Viele Fußballfans erinnern sich noch an den Hoyzer-Skandal im Jahr 2005. Der Fußball-Schiedsrichter Robert Hoyzer beeinflusste mehrere Spiele durch falsche Entscheidungen, um Spielmanipulationen zu ermöglichen.

In welcher Form die Spielmanipulationen stattfinden sollten, sei nicht bekannt. Der FC Energie Cottbus berichtet, dass mehreren Spielern „hohe Geldbeträge“ angeboten worden seien. Angesichts der Favoritenrolle des Regionalliga-Clubs FC Energie Cottbus im Spiel gegen den Oberliga-Club Ludwigsfelder FC liege die Vermutung nahe, dass die angesprochenen Spieler dazu verleitet werden sollten, das Spiel zu Ungunsten des FC Energie Cottbus zu beeinflussen. Dadurch wäre es möglich gewesen, viel Geld mit entsprechenden Sportwetten zu gewinnen.

 

Sind Spielmanipulationen in der Regionalliga strafbar?

 

In Deutschland ist die Manipulation von Profi-Wettbewerben seit 2017 strafbar. Für den Amateursport gilt der einschlägige Paragraf 265d StGB aber nicht. Die Fußball-Regionalligen sind formal Amateurligen. Immer wieder wird jedoch diskutiert, ob Fußballer in der Regionalliga tatsächlich als Amateure gelten können oder es sich um Profis handelt.

 

Damit eine Verurteilung wegen Spielmanipulation infrage kommt, müssen keine Sportwetten abgeschlossen worden sein. Maßgeblich ist, dass überhaupt Sportwetten zum manipulierten Sportereignis öffentlich verfügbar sind. Das wäre im Fall des Spiels zwischen dem Ludwigsfelder FC und dem FC Energie Cottbus der Fall gewesen. Zahlreiche Buchmacher hatten für dieses Spiel Wetten im Angebot.

 

Spielmanipulationen können nur funktionieren, wenn Spieler oder Schiedsrichter mitmachen. Beim aktuellen Versuch haben sich die Spieler des FC Energie Cottbus richtig verhalten und damit einen neuen Manipulationsskandal im deutschen Fußball verhindert.

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