Mittwoch, 28. September 2022

Ex-Nationalspieler Fabian Ernst wegen illegaler Wetten gesperrt

Fußball|Fußball

Der Ex-Fußballprofi Fabian Ernst ist wegen illegaler Wetten auffällig geworden. In Dänemark wurde der 40-jährige ehemalige deutsche Nationalspieler deshalb für zwei Monate gesperrt.

Wetten auf Spiele des eigenen Clubs

Der jetzige Mitbesitzer und Vorstandsvorsitzende des dänischen Zweitligaclubs Næstved BK war vom Sportverband Danmark Idrætsforbund (DIF) für schuldig befunden worden, auf mehrere Partien der 1. Division, Dänemarks zweithöchster Liga, gesetzt zu haben.

Dies wird sowohl in den Verbandsstatuten als auch in den Regularien der Liga ausdrücklich untersagt. Dabei sei es unerheblich, ob es sich bei den Wettenden um Spieler oder andere Aktive aus dem Fußballumfeld handele, so Vertreter des DIF.

Ehe er 2019 bei Næstved einstieg, war Fabian Ernst von 1996 bis 2015 als Fußballprofi aktiv. Zu den größten Erfolgen des 27-maligen Nationalspielers zählt der Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokalsieg im Jahr 2004 im Trikot von Werder Bremen.

Die Ankläger des Verbands sahen es als erwiesen an, dass Ernst im vergangenen Jahr auf sechs Matches setzte, darunter auch eine Partie seines Clubs. Ernst habe dabei insgesamt 19.500 Dänische Kronen (umgerechnet 2.600 Euro) eingesetzt und einen Gewinn von 1.600 DKK (215 Euro) erzielt.

Ernst zeigte Reue

Fabian Ernst gab die Vorwürfe zu und erklärte gegenüber dänischen Medien, dass er nicht gewusst habe, dass es ihm als Clubverantwortlichen verboten sei, Wetten auf Fußballspiele abzuschließen. Sportwetten seien lediglich ein Hobby von ihm und er habe keine Regeln brechen wollen.

Der Verband folgte seinen Ausführungen, betonte allerdings, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schütze. So erklärte DIF-Pressesprecher Poul Broberg:

Die Wetten auf Næstveds eigene Spiele und weitere Partien aus der Liga wurden aus Naivität und Unwissenheit platziert. Beides ist verboten, wenn man sich in der gleichen Liga engagiert.

Da der DIF jedoch keinerlei Anhaltspunkte für einen etwaigen Manipulationsversuch erkannte, ließ der Verband den reuigen Ex-Profi glimpflich davonkommen: Mit Beginn der kommenden Saison muss Ernst eine zweimonatige Sperre absitzen und zudem eine Strafe von 10.000 DKK (5.500 Euro) bezahlen.

Da ein Betrugsversuch ausscheide, werde der DIF von einer Anzeige absehen. Damit dürfte das Wett-Hobby keine weiteren Konsequenzen für den ehemaligen Erfolgsspieler nach sich ziehen.