, 09.12.2020

Der US-amerikanische Spielehersteller EA Sports (EA) soll sich derzeit auf eine mögliche Sperrung in Ländern vorbereiten, in denen die Lootboxen in den FIFA-Games als Glücksspiel gehandelt werden. Wie diverse E-Sport-Medien heute melden, enthalte das E-Sport-Game FIFA 21 nach einer Aktualisierung eine Fehlermeldung, die darauf hindeute.

 

EA bereitet sich auf Ländersperren vor

 

Gestern kündigten die Betreiber der US-Webseite FUT Watch, bekannt für ihre Leaks zu FIFA 20, auf ihrem Twitter-Kanal [Seite auf Englisch] an, den Programmiercode für die folgende Pop-Up-Nachricht entdeckt zu haben:

FIFA Ultimate Team ist derzeit aufgrund einer Aufforderung der Behörden Ihrer Region nicht erreichbar.

Dies bedeute nach Meinung von Marktbeobachtern zwar noch nicht, dass die FIFA-Reihe definitiv gesperrt werde, jedoch bereite sich EA gezielt auf diesen Fall vor. In den vergangenen Monaten war EA weltweit immer wieder in den Fokus der Glücksspielbehörden geraten. So droht dem Spieleentwickler in den Niederlanden aktuell eine Millionen-Strafe, sollten die Spiele mit ihren Lootboxen nicht vom niederländischen Markt verschwinden.

In Kalifornien läuft derzeit eine Sammelklage gegen EA, die nicht nur die Lootboxen zum Gegenstand hat, sondern auch die Nutzung der sogenannten Dynamic Difficulty Adjustment (DDA) Technologie. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad des Spiels in Echtzeit automatisch geändert, um den Spieler immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen.

 

Der Kläger argumentiert, dass EA diese Technologie jedoch nicht nur einsetze, um Langeweile oder Frust beim Spieler zu verhindern, sondern auch um ihn zum Kauf von Lootboxen zu drängen. Die Strategie dabei sei, dass selbst Spieler mit hohem Niveau nicht so gut im Spiel abschnitten, wie es ihren Fähigkeiten nach eigentlich möglich sein sollte.

Marktbeobachter zeigten sich von dem nun entdeckten Code trotz der zahlreichen Klagen gegen EA vor allem deshalb überrascht, weil es EA bislang immer wieder gelungen sei, sich auch an streng regulierte Märkte anzupassen. So könne man in Belgien beispielsweise keine FIFA Points mehr zum Einsatz für Mikrotransaktionen für echtes Geld kaufen.

 

Ob die aktuellen Klagen, wie von EA offenbar gefürchtet, tatsächlich zur Sperre von FIFA in einigen Ländern aufgrund der Glücksspielregularien führen werden, ist bislang noch nicht bekannt.

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