, 30.09.2020

Vor drei Jahren starben 60 Menschen in Las Vegas bei der bis heute schwersten Amok-Schießerei der USA. Über 850 weitere wurden durch die Schüsse, die aus einer Suite im 32. Stock des Mandalay Bay Resort und Casino auf die Besucher eines Open-Air-Festivals abgegeben wurden und die darauffolgende Massenpanik verletzt. Am morgigen Jahrestag gedenkt Las Vegas der Opfer des Massakers, das noch heute seinen dunklen Schatten auf die sonst so hedonistische Glitzerstadt wirft.

 

1000 Schüsse in zehn Minuten

 

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen erinnert die Spielerstadt in der Wüste von Nevada in dieser Woche an die Ereignisse vom 1. Oktober 2017. An dessen Abend endete das Abschlusskonzert eines Country-Festivals, bei dem rund 22.000 Musikfreunde nahe dem Strip unter freiem Himmel gefeiert hatten, in einer Katastrophe.

 

Gegen 22:05 Uhr hatten erstmals Schusssalven die Luft zerrissen. Für rund zehn Minuten waren über 1.000 Kugeln auf die Menge niedergegangen, abgefeuert aus einer Suite des rund 450m entfernten Mandalay Bay Hotels und Casinos.

 

36 Frauen und 22 Männer im Alter von 22 bis 67 Jahren starben vor Ort oder kurz darauf im Krankenhaus. In den Jahren 2019 und 2020 führten die Folgen des Attentats bei zwei weiteren Opfern zum Tod.

Der Täter, ein 64-jähriger US-Amerikaner, erschoss sich im Anschluss an das Attentat in dem Hotelzimmer, von dem aus er die Morde begangen hatte. Das Motiv der Polizeiangaben zufolge über ein Jahr im Voraus penibel geplanten Tat liegt bis heute im Dunkeln. Zeitweise hatte eine islamistische Terrororganisation die Gewalttat für sich reklamiert. Belastbare Hinweise auf einen solchen Zusammenhang wurden nicht gefunden.

Drei Jahre später leiden die Betroffenen, aber auch die Glitzermetropole Las Vegas, noch immer unter dem Einschnitt, den die Gewalttat verursacht hat. Am Donnerstag sollen diverse Veranstaltungen und Aktionen deshalb auch ein starkes Signal für Frieden und Hoffnung setzen.

 

Übergreifende Anteilnahme

 

Den Auftakt der Veranstaltungen [Seite auf Englisch] macht am Donnerstag um 7 Uhr morgens die 1 October Sunrise Remembrance. Das Gedenken zum Sonnenaufgang findet unter Beteiligung des Metropolitan Police Departments und der örtlichen Feuerwehr statt.

Federführend bei der Organisation des Gedenktages ist das Vegas Strong Resiliency Centre (VSRC). Das nach der Schießerei eingerichtete Zentrum versteht sich als Ort der Heilung und Anlaufstelle für Opfer, Helfer und alle anderen, die Unterstützung bei der Verarbeitung der Geschehnisse vom 1.Oktober 2017 benötigen. Neben zivilgesellschaftlichen Organisationen sind auch staatliche Stellen an dem Projekt beteiligt.

Der COVID-19-Prävention entsprechend finden diverse Veranstaltungen am Donnerstag online statt und/oder werden live gestreamt. So auch die vorläufige Abschlussveranstaltung, bei der Las Vegas‘ Bürgermeisterin Carolyn Goodman die Namen der Opfer verlesen wird. Am Wochenende wird ihnen unter anderem zudem eine Biker-Demo durch Las Vegas Respekt zollen.

 

Neben den offiziellen Stellen beteiligen sich auch alternative Akteure am öffentlichen Gedenken. So soll etwa eine vom anonymen aktivistischen Künstlerkollektiv Indecline in Auftrag gegebene Skulptur des Bildhauers David Fay in Downtown Las Vegas das Bewusstsein für mögliche Zusammenhänge schärfen.

 

Das rund 180 cm hohe und über 100 kg schwere Werk wurde aus 600 ausrangierten Schusswaffen und diversen Munitionsteilen gefertigt. Es trägt den Titel One Second Thought.

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