, 03.07.2020

Das britische Oberhaus hat am Mittwoch in einem Bericht Vorschläge für Gesetzesänderungen zur Glücksspielregulierung veröffentlicht. Am Tag darauf nahmen die britische Glücksspielkommission (UKGC) und der Wett- und Glücksspielrat (BGC) dazu Stellung.

 

So bezeichnete der BGC am Donnerstag in einer Pressemitteilung [Seite auf Englisch] den Bericht des House of Lords als substanziell und wichtig für die Zukunft der Glücksspielregulierung.

 

Michael Dugher, Vorstandsvorsitzender des neuen Normungsgremiums des BGC, forderte die Regierung in seiner Stellungnahme dazu auf, die geplanten Neuerungen in der Glücksspielgesetzgebung zeitnah zu veröffentlichen.

 

Ziel sei es, mit der Glücksspielbranche ein Konzept zu erarbeiten, das gefährdete Spieler zwar schütze, die verantwortungsbewussten Glücksspielteilnehmer aber nicht einschränke.

Der Bericht der Lords erkennt zurecht, dass rund 300.000 Menschen Problemspieler sind, und wir verstehen die Auswirkungen, die dies auf die Menschen in ihrer Umgebung haben kann. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die überwiegende Mehrheit der fast 30 Millionen Erwachsenen in Großbritannien, die jedes Jahr das Wetten genießen und einen Lottoschein kaufen oder eine Wette abschließen, dies sicher und mit Spaß tun.

Es würden bereits Sicherheitskonzepte entwickelt. So arbeite der BGC mit der UKGC an neuen Erschwinglichkeitstests sowie an einem Verhaltenskodex zum Aufbau der Spiele. Dies umfasse unter anderem eine Verlangsamung der Spielgeschwindigkeit sowie die Entfernung einiger Funktionen.

 

Britische Aufsichtsbehörde kann nur schwer mit der Branche mithalten

Die britische Glücksspielkommission kommentierte ebenfalls den Bericht des Oberhauses und betonte dabei die Notwendigkeit einer neuen Finanzierungsstruktur, um mit der Branche Schritt halten zu können.

 

Neil McArthur, der Vorstandsvorsitzende der UKGC, schlug auch höhere Geldbußen vor, die nicht nur an die Schwere der Verstöße, sondern auch die Größe des jeweiligen Unternehmens angepasst werden könnten.

Die nationale Rechnungskontrollbehörde Großbritanniens (National Audit Office, NAO) äußerte am vergangenen Wochenende heftige Kritik an der UKGC. Die NAO warf der Behörde ineffizientes Arbeiten vor und erwarte weiterhin, dass die UKGC sich für höhere Lizenzgebühren einsetze, die nur durch Gesetzesänderungen erreicht werden könnten.

McArthur sagte weiterhin, dass bereits große Fortschritte erzielt worden seien, um das Glücksspiel sicherer zu machen. Die Regulierung des Online-Glücksspiels sowie die Durchsetzungsmaßnahmen gegen die Betreiber seien verschärft worden.

 

In der kommenden Woche wolle die UKGC Pläne veröffentlichen, die die Entfernung süchtig machender Funktionen in Spielen, eine Optimierung der Kundeninteraktion sowie Erschwinglichkeitsprüfungen vorsähen.

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