, 28.09.2018

 

Golf-Fans aus aller Welt blicken seit heute gebannt nach Paris, wo die 42. Austragung des Ryder Cups veranstaltet wird. In dem Länderkampf zwischen den USA und den Staaten Europas sind in diesem Jahr erneut die Amerikaner die Favoriten.

 

Alle zwei Jahre findet mit dem Ryder Cup im Herbst ein besonderer Wettstreit zwischen den Golfprofis statt. Anders als bei Turnieren wie dem legendären Masters in Augusta im US-Bundesstaat Georgia oder den auf wechselnden Golfplätzen in Großbritannien ausgetragenen British Open treten die Profis nicht als Einzelspieler, sondern in Länder-Teams gegeneinander an.

 

In diesem Jahr wird der Cup vom 28. bis 30. September auf dem Albatros Course des Le Golf National in Guyancourt südwestlich von Paris ausgetragen. Favorisiert sind die USA, die den Cup auch bei der letzten Austragung gewonnen hatten.

 

Tiger Woods

Tiger Woods ist in guter Form (Bild: Pixabay)

Genährt werden die Hoffnungen der Amerikaner durch die ansteigende Form ihres Superstars Tiger Woods. Dieser hatte am letzten Wochenende nach einer sehr langen Durststrecke von fünf Jahren erstmals wieder ein Golfturnier gewonnen und zeigt sich in dieser Saison so stark, wie lange nicht mehr.

 

Um Tiger Woods hat der diesjährige Kapitän Jim Furyk eine Phalanx aus erfolgreichen US-Golfern wie Jordan Spieth und Bubba Watson aufgeboten, die vom Zahlentableau her ganz klarer erster Titelkandidat sind.

 

Im Vergleich dazu treten die Europäer mit Kapitän Thomas Björn als Underdogs an. Anders als bei den vergangenen Austragungen wird diesem Jahr wird kein deutscher Spieler an dem Wettkampf teilnehmen.

 

Jim Furyk sagt zu Woods’ Rolle und seinem jüngsten Turniererfolg:

Sein Sieg gibt unserem Team nochmal einen Schub. Nicht, dass der Ryder Cup das nötig hätte, aber so wird selbst dieses großartige Turnier noch aufregender.

Tiger Woods greift am Freitag zum ersten Mal in das Spielgeschehen ein. Im Fourplay tritt er zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Patrick Reed gegen die Europäer Franceso Molinari und Tommy Fleetwood an.

 

Wettanbieter tragen der US-Favoritenrolle Rechnung, indem sie für den Sieg der USA eine Quote von 1,00:1,70 anbieten. Im Vergleich dazu liegt Europa bei 1,00:2,55

Die erfolgreichsten Ryder Cup-Spieler
1. Nick Faldo (23 gewonnene Matches)
2. Arnold Palmer (22)
3. Bernhard Langer (21)
4. Seve Ballesteros (20)
5. Lee Westwood (20)
6. Billy Casper (20)
7. Colin Montgomerie (20)
8. Sergio Garcia (19)
9. Phil Mickelson (18)
10. Jack Nicklaus (17)

Doch die rein rechnerische Überlegenheit der US-Spieler bedeutet noch lange nicht, dass die USA den Cup auch tatsächlich gewinnen. Anders als bei den Einzel-Turnieren zählt beim Ryder Cup vor allem die Teamleistung, da 16 der 28 Matches in Mannschaften gespielt werden.

 

Das ist einer der Gründe, warum die Europäer trotz ihrer Unterlegenheit bei der Qualität der Einzelspieler in den letzten Jahrzehnten den Cup häufiger gewannen als die USA. Ein zusätzliches Manko ist, dass es seit 1993 keinem US-Team mehr gelang, die Trophäe in Europa zu gewinnen.

 

Aus diesem Grund ist Europas Kapitän Björn, der den Cup als Spieler selbst fünfmal gewann, in Bezug auf die Chancen der Europäer durchaus optimistisch.

 

Top-Profis spielen um die Ehre

Von seiner Historie und Bedeutung in seiner Sportart ist der Ryder Cup in etwa vergleichbar mit dem Davis Cup im Tennis der Herren oder dem America’s Cup der Segler. Deshalb ist es für jeden Spieler stets eine besondere Ehre, für eine der beiden Mannschaften nominiert zu werden.

 

Dabei ist es für die Auserwählten nebensächlich, dass es beim Ryder Cup keinerlei Preisgeld zu gewinnen gibt. Ruhm und Ehre sind mehr als Anlass genug, bei dem Länderwettkampf dabei zu sein.

 

Wer es mindestens einmal im Leben in die Reihen einer Mannschaft geschafft hat, gehört zu den Legenden des Golfsports. Wer dazu auch noch siegreich den Pokal in die Höhe stemmen durfte, hat nach Ansicht der Golf-Experten den Olymp des weißen Sports erreicht.

 

Eine noch größere Ehre wird lediglich den Kapitänen der Länderteams zuteil. Ihre Aufgabe ist es, ein Team zusammenzustellen, es auf den Gegner vorzubereiten, die Spieler für die einzelnen Matches auszuwählen und dabei die strategische Marschrichtung vorzugeben.

 

Auch Deutsche schon mehrfach beim Ryder Cup erfolgreich

In seiner langen Geschichte konnten insbesondere Spieler aus England oder den USA dem Wettbewerb ihren Stempel aufdrücken. US-Profis wie der legendäre Jack Nicklaus oder Phil Mickelson auf der einen, Nick Faldo oder Ian Woosnam auf der anderen Seite dominierten mit ihren Teams die jeweiligen Austragungen.

 

Doch auch deutsche Spieler zeichneten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach aus. So nahm der ehemalige Weltranglistenerste und zweifache Sieger eines der vier wichtigsten Majors, Martin Kaymer aus Mettmann, in den letzten Jahren insgesamt viermal an dem Wettkampf teil.

 

Noch erfolgreicher war die deutsche Golf-Ikone Bernhard Langer. Dieser spielte insgesamt 10-mal für Europa und trug den Pokal dabei mehrfach mit nach Hause. Eine besondere Ehre wurde ihm 2004 zuteil, als er als Kapitän das Team vom Kontinent anführte und zum historischen 18,5:9,5-Sieg gegen die USA dirigierte.