, 12.01.2020

Der thailändische Jugendanwalt Nutthapong Sampaokaew hat die Regierung des Landes am Donnerstag im Rahmen einer Konferenz zum Thema Jugendschutz dazu aufgefordert, Greifautomaten in Shoppingzentren und Arkaden gemäß der geltenden Glücksspielgesetze zu regulieren und für Minderjährige unzugänglich zu machen.

 

Die Geräte, in welchen sich vorwiegend Puppen und Spielzeuge befänden, lockten in erster Linie Kinder und Jugendliche an. Diese würden dadurch unweigerlich dem Glücksspiel und dem damit verbundenen Risiko einer Spielsucht ausgesetzt.

 

Greifautomaten als Spielsuchtrisiko

Seit ihrer Erfindung Mitte der 60er Jahre in Japan haben sich Greifautomaten (auch „Kraller“ oder „Greifer“ genannt) fast in der ganzen Welt etabliert. Doch während bei den Betreibern der Geräte seit Jahrzehnten die Kassen klingeln, läuten bei Glücksspielexperten die Alarmglocken.

 

Über eines sind sich viele Länder bereits seit Jahren einig: Greifautomaten können keineswegs als Verkaufsautomaten angesehen werden und basieren eindeutig auf Elementen des Glücksspiels.

 

Die thailändische Jugendschutzorganisation „No Youth Gambling“ widmet sich aktuell intensiv den umstrittenen Maschinen. Die Organisation untersuchte dafür im gesamten Land 92 Einkaufszentren. In 75 der Zentren befänden sich insgesamt 1.300 aktive Maschinen, für die keinerlei Lizenzen vorlägen.

 

Auch seien die Geräte mit keinerlei Altersbeschränkung gekennzeichnet, wie es das Gesetz vorsehe. Gleichzeitig sorge die Aufmachung der Geräte dafür, dass vor allem Kinder und Jugendliche an ihnen spielten.

Auch in Deutschland wurde schon oft darüber diskutiert, ob die beliebten Greifmaschinen eine Form des Glücksspiels darstellen und dementsprechend den geltenden Glücksspielgesetzen unterliegen müssten. Das Amtsgericht Cottbus urteilte im Jahr 2007 in einem Streitfall, dass es sich bei den Geräten um Glücksspiel handele und für das Aufstellen eine behördliche Genehmigung erforderlich sei.

Geräte ohne Lizenz eindeutig illegal

Besonders verärgert zeigte sich Nutthapong auch darüber, dass die Geräte oft fälschlicherweise als „automatische Verkaufsmaschinen“ bezeichnet würden. Vielen Nutzern sei daher nicht bewusst, dass sie bei einem erfolglosen Spiel leer ausgingen, ohne ihre Münzen zurückzuerhalten.

 

Eine Befragung habe zudem ergeben, dass mehr als 50 % der Leute sich der rechtlichen Situation rund um die Greifmaschinen nicht bewusst seien. Tatsächlich jedoch habe der Oberste Gerichtshof in Thailand bereits vor Jahren bestätigt, dass es sich bei unlizenzierten Greifautomaten um illegales Glücksspiel handele.

 

Aus diesem Grund müsse die Regierung strenger durchgreifen und sämtliche nicht lizenzierten Spielgeräte aus Einkaufszentren und Arkaden entfernen. Außerdem solle eine offizielle Altersbeschränkung von mindestens 20 Jahren auf die Geräte eingeführt werden.

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