, 23.11.2020

Das Spielersperrsystem für Glücksspieler in Hamburg soll ausgeweitet werden. Dies teilten SPD und Grüne am Sonntag mit. Die Spielersperren, die bislang nur das Glücksspiel in Spielbanken abdecken, sollen künftig auch Spielhallen, Wettbüros, das Online-Glücksspiel und das Glücksspiel an Spielautomaten im Gastgewerbe umfassen.

 

Ein effizientes Werkzeug für den Spielerschutz

Die Parteien hatten den entsprechenden Antrag an den Senat bereits am 11. November verfasst. Darin heißt es, dass Sperrsysteme einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Spielsüchtigen darstellten.

 

Am Beispiel der Spielbanken sei bereits festgestellt worden, dass der Ausschluss vom Glücksspiel ein effizientes „Instrument des Spielerschutzes“ sei. Aufgrund „technischer Probleme“ und der fehlenden bundesweiten Glücksspielgesetzgebung habe eine Ausweitung des bisherigen Systems jedoch nicht umgesetzt werden können.

 

Der neue Glücksspielstaatsvertrag enthalte jetzt jedoch die nötigen Grundlagen, neue Spielersperrsysteme zu etablieren oder auszuweiten.

Spielersperren im Glücksspiel sind bislang Ländersache. Durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 in Kraft treten wird, soll erstmals eine bundesweite zentrale Spielersperrdatei geschaffen werden. Anders als bisher können Problemspieler und Spielsüchtige sich auf diesem Wege länder- und plattformübergreifend vom Glücksspiel ausschließen lassen. Die Möglichkeit, auf andere Bundesländer oder andere Formen des Glücksspiels auszuweichen, soll ihnen so genommen werden. Alle Glücksspielanbieter, die künftig über eine deutsche Lizenz verfügen, verpflichten sich dazu, sich mit dem zentralen Sperrregister zu vernetzen.

In Vorbereitung auf Deutschlands Glücksspielzukunft

Der Antrag auf eine unmittelbare Ausweitung des aktiven Spielersperrsystems innerhalb Hamburgs sei somit eine wichtige Vorbereitung auf die zukünftige bundesweite Glücksspielgesetzgebung.

 

SPD-Sprecherin Claudia Loss erklärt, dass die Parteien mit dem Antrag sicherstellen wollten, dass die Hamburger Spielersperrsysteme frühzeitig betriebsbereit seien werden.

 

Peter Zamory, ein Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion Hamburgs, fügt hinzu, dass eine Ausweitung der Spielersperren insbesondere im Hinblick auf das stetig wachsende Spielangebot dringend nötig sei. Er sagt:

Sperrsysteme, die eine Begrenzung von Einsätzen und die Möglichkeit von Selbstsperren von Spielerinnen und Spielern etablieren und ausweiten, sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Ob der Senat den Antrag annehmen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Bis spätestens zum Inkrafttreten des deutschen Glücksspielstaatsvertrages werden jedoch ohnehin alle deutschen Bundesländer ihre Spielersperrsysteme an die neuen Vorgaben anpassen müssen.