, 04.03.2016

Andrew G. Vajna

Andrew G. Vajna will dieses Jahr noch das erste lizenzierte Online Casino in Ungarn eröffnen. (Bildquelle: https://i.ytimg.com/vi/VMY79MVbB90/maxresdefault.jpg)

Der Ungar Andrew G. Vajna war in den 80er und 90er Jahren vor allem als Produzent von Hollywood Blockbustern wie Rambo, Red Heat, Total Recall, Stirb langsam, Terminator oder Basic Instinct bekannt.

 

Er hatte mit seinem Partner Mario Kassar das Filmstudio Carolco Pictures gegründet. 1989 kehrte Vajna nach Ungarn zurück. Dort wurde er Regierungskommissar für die ungarische Filmwirtschaft und bekam 2014 mit seinem Unternehmen Las Vegas Casino Diamond fünf der elf Casino-Lizenzen in Ungarn erteilt. Nun schloss er einen Vertrag mit dem finnischen Glücksspielplattform-Betreiber Finnplay Technologies und will noch in diesem Jahr das erste Online Casino in Ungarn starten.

 

Der Glücksspielsektor in Ungarn ist seit Jahren streng reguliert. 2014 waren 11 Lizenzen für Casinos vergeben worden. Die Las Vegas Casino Diamond-Gruppe betreibt seitdem fünf „Offline“ Casinos in Budapest (Sofitel Budapest, Atlantis, Corvin Sétány, Atrium Eurocenter und Tropicana). Staatlich offiziell lizenzierte Online Casinos gibt es bisher noch keine. Nun will Las Vegas Casino den ungarischen Glücksspielfans noch im Jahr 2016 ein erstes Online Casino anbieten. Das Casino soll unter der Domain LasVegasCasino.hu gelauncht werden. Es fehlen bis zum Launch nur noch einige Genehmigungen und Lizenzen. 

 

Las Vegas Casino beherrscht den ungarischen Casino Markt

Martin Prantner, Vorstandsdirektor von Finnplay, freute sich über die neue Partnerschaft:

„Es ist uns eine große Freude, der Technologiepartner von Las Vegas Casino auf dem regulierten ungarischen Markt sein zu dürfen. Auf diesem verfügen sie über einen unglaublich starken Namen. Wir können es daher kaum erwarten, über digitale Kanäle ihr geschäftliches Wachstum zu unterstützen.“

Samuel Falconello Jr., Geschäftsführer der Las Vegas Casino Diamond, war ebenfalls voller Vorfreude:

„Unser Ziel ist es, unseren Kunden das bestmögliche Spielerlebnis zu bieten. Finnplay ist ein anerkannter, flexibler Onlinespiel-Plattformbetreiber, der bereits über Erfahrungen auf zahllosen Märkten verfügt. In Anbetracht des hervorragenden technischen Fachwissens und da Las Vegas Casino den ungarischen Markt bereits sehr gut kennt, ist Finnplay der perfekte Partner für unser Unternehmen.“

Dürfen die Casinos Austria auch ein Online Casino betreiben?

Am 1. Oktober 2015 trat in Ungarn ein modifiziertes Glücksspielgesetz in Kraft. Laut diesem Gesetz dürfen Online Casinos nur mit staatlichen Konzession betrieben werden. Neben Vajna betreibt noch der Unternehmer und Präsident des Fußballvereins Debreceni Vasutas SC zwei Casinos in Ost-Ungarn (Cívis Grand Casino Debrecen und Onyx Casino Nyíregyháza). Auch die österreichische Casinos Austria AG betreibt ein Casino in Sopron. Ob auch die Casinos Austria Online Casinos in Ungarn betreiben dürfen, ist noch nicht klar.

 

Die acht Casinos in Ungarn haben 2015 einen Umsatz von rund 72 Mio. Euro gemacht. Davon mussten die Spielbanken allerdings eine Glücksspielsteuer von rund 24 Mio. Euro bezahlen. Als Umsatz blieben nach Abzug der Konzessionsgebühren am Ende nur rund 10 Mio. Euro übrig. Gerüchteweise werden die Casino Einnahmen beispielsweise für die Unterstützung von nationalistischen Separatistenbewegungen im Ausland oder diverse Stadionprojekte ausgeschüttet.

Vajna gilt als Vertrauter von Regierungschef Viktor Orbán

Die Nähe zur Regierung von Viktor Orbán wurde Andrew G. Vajna aber schon immer vorgeworfen. Die ungarischen Glücksspiel-Lizenzen wurden 2014 ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Sie wurden vom Finanzminister gegen einen kleinen Gebühren-Aufschlag an “Personen von besonderer Vertrauenswürdigkeit” erteilt. Vanja soll zudem eines seiner privaten Casinos für Mieterlöse von über 3 Mio. Euro für vier Jahre an die staatliche Glücksspielfirma Szerencsejáték zurückvermietet haben. Die Opposition wollte wegen “Untreue mit öffentlichen Geldern” Strafanzeige erstatten. Bisher landete aber noch kein Fall vor Gericht.

 

Auch das internationale Projekt “Eurovegas” scheiterte. In Bezenye, im Dreiländereck Ungarn-Slowakei-Österreich, sollte ein Mega-Casino entstehen. Diese Idee gab es schon seit Ende der 90er Jahre. Doch nachdem das Budapester Wirtschaftsministerium 2014 die baulichen Konzessionen sowie die Casinolizenz einkassiert hatte, wurde das Projekt wieder beerdigt. Die potentiellen Eurovegas-Betreiber, die Asamer-Gruppe aus Oberösterreich und das Seminole Hard Rock Hotel & Casino aus den USA, hatten zwar eine Lizenz bekommen, konnten aber wegen finanzieller Probleme nicht rechtzeitigt mit dem Bau beginnen. Der Lizenzentzug diente in erster Linie parteinahen Konzessionsinhabern, wie Andrew G. Vajna.

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