, 05.01.2021

Am Sonntagabend stießen Strafermittler bei einer Razzia im Hamburger Stadtteil St. Georg auf einen Kulturverein, in dem mutmaßlich nicht zum ersten Mal illegales Glücksspiel organisiert wurde. Dies hat die Hamburger Polizei gestern bekanntgegeben. Auf die Spur der Täter habe die Fahnder ein anonymer Anrufer gebracht.

 

Geldwäsche und illegales Glücksspiel

 

Wie die Pressestelle der Hamburger Polizei mitteilte, hatte ein Telefontipp sie am frühen Sonntagnachmittag auf den Kulturverein in der Brennerstraße im Stadtteil St. Georg aufmerksam gemacht. Laut dem unbekannten Anrufer sei illegales Glücksspiel in dem Treffpunkt betrieben worden.

 

Vor Ort hätten die ausgerückten Beamten zunächst die Personalien von zwölf Männer überprüft, die im Begriff gewesen seien, die Lokalität zu verlassen. Im Inneren des Vereins seien die Fahnder auf acht weitere Personen und deutliche Hinweise auf illegales Glücksspiel gestoßen, so die Polizeimeldung:

Aufgrund der Einrichtung und Aufstellung des Mobiliars sowie der aufgefundenen Gegenstände wie Jetons, Quittungsblöcken, Spielscheinen und Kartenspielen wurde der Verdacht des Veranstaltens illegalen Glücksspiels erhärtet.

Gegen die insgesamt 20 Männer werde nun wegen des Verdachts des illegalen Glücksspiels ermittelt. Zudem würden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen der Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen eröffnet.

 

Gegen einen Mann, der sich im Besitz eines hohen Bargeldbetrags befunden habe, seien außerdem Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet worden. Der Kulturverein sei nach der Polizeiaktion bis auf Weiteres versiegelt worden.

 

Hamburger Polizei im Kampf gegen illegales Glücksspiel

 

Bereits im vergangenen April war ein Kulturverein in St. Georg aufgrund von illegalem Glücksspiel in die Schlagzeilen geraten. Damals waren Polizisten nach der Überprüfung einer Shisha-Bar eher zufällig auf mehrere Personen aufmerksam geworden, die den Verein verlassen hatten.

 

Im Gebäude waren sie sodann auf einen versteckten Hinterraum gestoßen, in dem, wie auch im aktuellen Fall, mehrere Spieltische sowie Würfel und Karten zum Spiel gefunden wurden.

Das Bahnhofsviertel St. Georg ist ein Ort der Gegensätze: Auf der einen Seite laden hippe Einkaufsmöglichkeiten und diversen Kulturangebote Hanseaten und Touristen zum Verweilen. Auf der anderen Seite ist der Stadtteil nach wie vor von Drogen und Straßenprostitution geprägt.

 

Außerhalb der Corona-Zeiten spielt auch das Glücksspiel eine sichtbare Rolle. So beherbergt St. Georg neben einer der vier Dependancen der Spielbank Hamburg, dem Casino Steindamm, auch eine Vielzahl von Automatencasinos und Wettbüros.

Vor rund zwei Wochen war der Hamburger Polizei zudem ein weiterer Coup im Kampf gegen das illegale Glücksspiel gelungen. In der Nacht zum 20.12. waren Ermittler im Stadtteil Wandsbek bei der Durchsuchung eines Gebäudes auf mehrere illegale Spielautomaten und -tische gestoßen. Neben den Beweismitteln wurden damals rund 252.000 Euro sichergestellt.

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