, 28.09.2020

Am vergangenen Wochenende wurde Las Vegas erneut von einer Welle der Gewalt erschüttert. Eine Schießerei vor dem Stage Door Casino zeigt, dass davon auch die Glücksspielbranche nicht verschont bleibt.

 

Bei dem Vorfall vor dem unweit des Caesars Palace gelegenen Casino waren am Samstagabend drei Personen durch Schüsse verletzt worden. Sie hatten sich auf einem Parkplatz befunden, als aus einem fahrenden Auto heraus Schüsse auf die Gruppe abgegeben wurden.

Die Schießereien vom Wochenende sind nicht die ersten gewaltsamen Vorfälle, die sich in letzter Zeit im Umfeld von Casinos ereigneten. So kam es erst am letzten Dienstag zu einem ernsten Zwischenfall, als ein Mann vor dem Aria Casino mehrere Schüsse abfeuerte. Dabei war eine Person verletzt worden.

Die Opfer des Vorfalls vom Wochenende scheinen verhältnismäßig glimpflich davongekommen zu sein. Polizeibeamte erklärten gegenüber lokalen Medien, dass die Verletzungen nicht lebensbedrohlich seien.

 

Vorfälle treffen die geschwächte Casino-Branche

Die Gewalt trifft Las Vegas in einer äußerst ungünstigen Phase. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen bleiben viele Betten und Spieltische leer.

 

Die Casino-Konzerne versuchen, die ausbleibenden Touristen durch stark gesenkte Zimmerpreise zurückzugewinnen. Diese Maßnahme ist jedoch umstritten.

 

So machen Beobachter neben sozialen Problemen die geänderte demografische Struktur der Kunden für die Zunahme der Gewalt mitverantwortlich. In Zeiten, in denen die Zimmerpreise ein historisches Tief erreicht hätten, würden andere Gesellschaftsschichten angelockt als die der klassischen Spieler.

 

So machte Patricia Spencer, verantwortliche Polizeibeamtin von Las Vegas-Downtown, potenziellen Besuchern klar:

Leute, die hierher kommen, um Spaß zu haben … wir heißen Sie willkommen. Für diejenigen unter Ihnen, die herkommen, um unter Touristen oder Bewohnern dieser Gemeinde nach Opfern zu suchen: Dies wird nicht toleriert.

Doch auch die Angst vor einer Infektion wirkt sich auf Besucherzahlen und Casino-Betreiber aus. Allein der Wynn-Konzern meldete 548 positive COVID-19-Fälle unter den Angestellten, seitdem er die Casinos im Juni schrittweise wieder öffnete.

 

Zwar steigen die Gästezahlen langsam wieder an, liegen jedoch noch immer knapp zwei Drittel unter dem Vorjahresniveau. Die weiterhin unsichere Corona-Situation sowie Meldungen über Gewalt und Schießereien dürften dazu beitragen, dass der Weg zurück zur Normalität in Las Vegas länger dauern könnte.

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