, 03.01.2020

Gestern Abend ist eine Bombendrohung im Casino Schaanwald in Liechtenstein eingegangen. Es handelt sich dabei in dieser Woche bereits um die zweite Bombendrohung gegen Casinos im Fürstentum. Schon am Montagabend waren drei Casinos von einer Bombendrohung betroffen.

 

Drohbrief an die Polizei

 

Am Donnerstagabend ging bei der Liechtensteiner Landespolizei eine Bombendrohung gegen das rund 200 Meter von der österreichischen Grenze entfernte Casino Schaanwald ein.

Schaanwald, Liechtenstein

Das Casino in Schaanwald war nun schon zum zweiten Mal von einer Bombendrohung betroffen. (Bild: Wikipedia/Plutowiki, CC 1.0)

Angestellte und Besucher wurden sofort evakuiert. Die Landespolizei rückte unverzüglich aus und untersuchte das Casino in Zusammenarbeit mit den Grenzwachkorps, der Stadtpolizei St. Gallen und der Kantonspolizei Thurgau sowie mit Hilfe von Spürhunden auf Sprengstoff.

 

Die Suche verlief negativ und es konnten keine gefährlichen Objekte gefunden werden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt, die bereits am Montagabend eine Bombendrohung gegen drei der vier Casinos in Liechtenstein ausgesprochen hatten.

In Liechtenstein haben seit der Revidierung des Geldspielgesetzes im Jahr 2016 vier Casinos den Betrieb aufgenommen: die Casinos in Schaanwald, in Ruggell, in Triesen und in Bendern. Das Casino in Bendern wurde erst Anfang Dezember 2019 eröffnet. Ein weiteres Casino befindet sich derzeit in Schaan im Bau. Die Eröffnung ist für den Herbst dieses Jahres geplant.

Massive Kosten und verschreckte Besucher

 

Da es sich bereits um den zweiten Vorfall innerhalb von wenigen Tagen handelt und der Casino-Boom in Liechtenstein in den vergangenen Monaten immer wieder scharf von Seiten der Bevölkerung kritisiert wurde, geht die Polizei nicht davon aus, dass es sich um einen reinen „Lausbubenstreich“ handele.

 

Bereits am 30. Dezember war um 17:15 Uhr bei der Landespolizei eine erste E-Mail mit einer Bombendrohung gegen die Casinos Schaanwald, Bendern und Triesen eingegangen. Auch bei diesem Vorfall rückte die Polizei sofort aus und evakuierte die in der E-Mail genannten Casinos. Gegen 20:30 Uhr hatte sie verkündet:

„Vor Ablauf der Frist, welche in dem Schreiben gesetzt wurde, konnten die betroffenen Casinos evakuiert werden.“

Von der Evakuation sollen rund 1.000 Besucher betroffen gewesen sein.

 

In Bendern hatten Personal und Casino-Besucher in der Bar des b-smart-Hotels Zuflucht gefunden. In einem der Casinos wurden Spürhunde zur Suche nach Sprengstoff eingesetzt. Nachdem die Suche auch in diesem Fall negativ verlaufen war, verzichtete die Polizei auf die Durchsuchung der weiteren Casinos. Presseberichten zufolge sei besonders in Bendern die Verunsicherung der Gäste spürbar gewesen sein.

 

Neben den verschreckten Besucher waren hohe Einsatzkosten eine weitere Folge der Bombendrohung. Wie der Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei, Mario Büchel, dem Radio Liechtenstein erklärte, waren allein am Montagabend rund 50 Personen im Einsatz.

 

Rund drei Stunden nach Eingang der Drohung konnten die Casinos ihren Betrieb wieder aufnehmen und Besucher sowie Mitarbeiter in die Räumlichkeiten zurückkehren. Die Tatmotive sind bisher in beiden Fällen unklar. Die Polizei geht von längerfristigen Ermittlungen aus.