, 06.01.2021

Aufgrund verschärfter Lockdowns und Corona-Maßnahmen sind die Casinos, Spielhallen und Wettbüros in vielen Ländern Europas seit Wochen erneut geschlossen. Doch in Italien und Spanien regt sich nun Widerstand. In beiden Ländern kommt es zu Protestbewegungen seitens betroffener Arbeiter.

 

Frauen-Protest in Rom angekündigt

So hat der italienische Glücksspielverband GiocareItalia gestern zu einer friedlichen Demonstration in der Landeshauptstadt Rom aufgerufen. Wie das Branchenmagazin AGIMEG berichtet [Seite auf Italienisch], sei die Demonstration ordnungsgemäß angemeldet und genehmigt worden.

 

Am 12. Januar könnten sich somit Hunderte Angestellte des Glücksspielsektors vor der italienischen Abgeordnetenkammer auf der Piazza di Montecitorio versammeln. Der Glücksspielverband ruft für diese Demonstration spezifisch in der Branche arbeitende Frauen auf, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

 

Antonia Campanella, Mitglied des Direktionskomitees von GiocareItalia, erklärt:

Als Veranstalterin der Demonstration rufe ich alle Frauen des Glücksspielsektors dazu auf, in großer Zahl auf der Piazza zu erscheinen, damit die Politik unsere Stimme hört. Die Situation ist bereits außer Kontrolle geraten und wir haben eine letzte Gelegenheit, uns Gehör zu verschaffen und die Wiedereröffnung unserer Geschäfte zu fordern.

Campanella betont, dass die Demonstration unter Einhaltung aller gängigen Anti-Covid-Maßnahmen stattfinden und gänzlich friedlich bleiben solle. Doch die Frauen könnten möglicherweise nur die Vorhut sein.

 

Sollten die Politiker die Forderungen nämlich erneut ignorieren und sich weigern, der Branche Rede und Antwort zu stehen, könne es schon bald zu einer größeren Protestaktion der gesamten Industrie kommen, so Campanella. Diese könne dann möglicherweise ihren friedlichen Charakter verlieren.

 

Zusammenschluss von 2.000 Arbeitern im Baskenland

Auch in Spanien wächst der Unmut über die fortwährenden Schließungen des Glücksspielsektors. Nachdem Ende Dezember die katalanische Glücksspiel-Vereinigung Col·lectiu Català de Treballadors del Joc (CCTJ) eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne wegen der Corona-Regeln gestartet hatte, regt sich nun auch in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland Widerstand.

 

Wie spanische Branchenmedien am Dienstag berichtet haben, hätten sich 2.000 Angestellte der 210 baskischen Spielhallen zusammengeschlossen, um die Wiedereröffnung ihrer Arbeitsplätze zu fordern. Ihr Sprecher, Txarli Ayala, sagt:

Unsere Arbeit ist eine würdige Arbeit. Wir sind nicht kriminell, wir arbeiten, um den Bürgern, die aus freiem Willen heraus für ihr Freizeitvergnügen eine der vielen Spielstätten des Baskenlandes besuchen wollen, einen qualitativen Service anzubieten. Die ArbeiterInnen der Spielhallen halten sich an alle geltenden Gesetze, gewähren Minderjährigen keinen Zutritt und setzen alle Anti-Covid-Maßnahmen um.

Es sei nicht gerechtfertigt, dass die Glücksspielbranche als einzige geschlossen bleibe, während Restaurants, Einkaufszentren und andere Freizeiteinrichtungen wieder hätten öffnen dürfen.

 

Was die Situation verschlimmere, sei die Tatsache, dass ein Großteil der Glücksspiel-Angestellten die versprochene staatliche Finanzhilfe unvollständig oder gar nicht erhalten habe. Die Regierung lasse die Betroffenen wortwörtlich verhungern, so Ayala.

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