, 30.12.2020

Die katalanische Vereinigung von Arbeitern des Glücksspielsektors Col·lectiu Català de Treballadors del Joc (CCTJ) hat eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne in Bezug auf die geltenden Corona-Maßnahmen der Region gestartet. Dies berichteten Anfang der Woche die Zeitung Diari De Girona [Seite auf Katalanisch].

 

Unter dem Motto „Dies ist kein Spiel“ („no és un joc) fordere die Glücksspielbranche, ihre Aktivitäten wieder aufnehmen zu dürfen. Derzeit seien Casinos, Spielhallen, Bingo-Hallen und Wettbüros die einzigen kommerziellen Einrichtungen, die auch tagsüber geschlossen bleiben müssten.

Auf Anordnung der Regierung Kataloniens mussten am 14. Oktober zum wiederholten Male Restaurants, Bars sowie sämtliche Spielstätten schließen. Der Gastgewerbe-Lockdown sollte zunächst 15 Tage andauern und die betroffenen Arbeiter von der Regierung finanziell unterstützt werden. Während Restaurants und Co im November unter Einschränkungen wieder öffnen durften, sollten Glücksspiel-Einrichtungen weiterhin gänzlich geschlossen bleiben.

In der Folge seien 8.000 Arbeiter der Glücksspielindustrie Kataloniens derzeit unbeschäftigt. Gleichzeitig versäume es die Regierung, die Betroffenen entsprechend finanziell zu unterstützen. 90 % der Angestellten des Sektors hätten die von der Regierung versprochenen Hilfen lediglich für zwei Wochen erhalten.

 

Seitdem säßen die Betroffenen auf dem Trockenen und hätten daher nicht einmal Weihnachten feiern können. In einigen Fällen hätten die Glücksspielarbeiter noch nicht einmal die Oktober-Hilfen erhalten und seit Juni keinerlei Einkünfte mehr gehabt.

 

 

Schließungen willkürlich und vorurteilsbehaftet?

Laut der CCTJ seien die fortwährenden Schließungen des Glücksspielsektors gänzlich unbegründet. Sie beruhten auf keinerlei gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Grundlage. In der Tat seien die Spielstätten „Covid-sichere Orte“, an denen rigide Sicherheitsvorkehrungen getroffen würden.

 

Víctor Duce, Sprecher der Vereinigung, sagt:

Wir sind die einzige städtische Tagesaktivität, die ohne gesundheitliche oder wirtschaftliche Rechtfertigung geschlossen bleibt. Auf Grundlage der angeblichen Virusprävention sollten keine willkürlichen oder diskriminierenden Entscheidungen getroffen werden, die auf Vorurteilen gegenüber dem Sektor beruhen.

Die Glücksspielbranche fordere schließlich keine Sonderbehandlung, sondern lediglich eine Gleichbehandlung wie andere Sektoren, die mittlerweile wieder öffnen durften. Dazu zählten Restaurants, Bars, Theater, Kinos und Fitnessstudios.

 

Gemeinsam mit anderen Arbeitervereinigungen habe die CCTJ daher ein Manifest verfasst, welches an Pere Aragonès, den Vizepräsidenten der Generalitat de Catalunya (Gesamtheit der politischen Institutionen Kataloniens), adressiert sei.

 

Darin forderten sie diesen auf, den Glücksspielsektor in Bezug auf die Corona-Verordnung mit den anderen Branchen gleichzusetzen.